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Byzantinisches Reich

Wie in fast allen Staaten der Geschichte, so hatte die "Obrigkeit" in ihrem Werden eine Entwicklung hinter sich. Diese zog sich im Byzantinischen Reich bis zum Untergang hin. Übrigens sprach man dort nicht vom Byzantinischen Reich, sondern bis zum Ende vom Römischen Reich.

Der Adel kann hier in zwei Kategorien unterschieden werden:

- den Beamtenadel

          der vornehmlich in der Hauptstadt vertreten war und hier kontinuierlich Ämter und

          Posten in Politik und Verwaltung bekleidete.

- den Militäradel

          der vornehmlich in den verschiedenen Provinzen des Reiches vertreten war und seine

          Laufbahn im Militär und der Militärverwaltung nahm.

 

Gemeinsam waren beiden Gruppen drei Grundlagen:

1  Herkunft aus einer angesehenen Familie

2  Umfangreicher Landbesitz

3  Großes Vermögen

 

Die alles überragende Gestalt war der Kaiser. Bei ihm liefen alle Fäden zusammen, er hatte das letzte Wort und er war es auch, welcher begehrte Titel verlieh. Erst mit der Zeit konnte die Aristokratie eine eigene Machtbasis schaffen, vor allem in den Provinzen.

 

I     Der Kaiser

Als "Basileus" bezeichnet, gab es auch die Bezeichnung als "Autokrator". Die Anrede war häufig "Kyrios".

 

II     Kaiserliche Familie

Als "im Purpur geboren" bezeichnete man die Prinzen und Prinzessinen, welche die Kinder eines regierenden Kaisers waren, doch gehörte auch der weitere Verwandtenkreis zur Kaiserlichen Familie. Verschiedene Titel waren alleine diesem Kreis vorbehalten und wurden erst später, und dann auch nur in seltenen Fällen, an außenstehende Personen verliehen. Zumeist handelte es sich dann um das Eingestehen eines Machtverhältnisses.

- Despotes: Bei ihnen handelte es sich um Gouverneure verschiedener Provinzen. Der Kronprinz war hierbei stets der Despotes von Morea. Später wurde der Titel auch an andere Personen vergeben. Ein Eingeständnis faktischer Machtverhältnisse, wie bei Bela von Ungarn.

- Sebastokrator: Der Titel hatte faktisch keinen Inhalt, zeigte aber die besondere Nähe zum Basileus auf.

- Kaisar: Der Titel hatte faktisch keinen Inhalt, zeigte aber die besondere Nähe zum Basileus auf.

- Nobelissimos: Dieser Titel wurde oftmals kurz vor der Erhebung zum Kaisar verliehen.

- Kuropalates; Panhypersebastos; Protosebastos...

 

III     Aristokratische Titel

Wie im Westen, so gab es auch hier verschiedene Titel für den Adel. Diese wurden "ad Personam" mit einzelnen Hoftiteln erweitert, welche der Basileus verlieh und welche eine größere Bedeutung hatten, auch wenn sie zumeist ohne jeden Inhalt waren.

- Prinkeps (Fürst) - Doux (Herzog) - Komes (Graf) - Kleisourarka (Markgraf) - Apokomes (Vizegraf) - Akrita (Baron) -

Hierzu verlieh der Basileus dann gerne auch noch Titel wie "Parakoimomenos", "Protovestiarios", "Megas Papias", "Pankernes", "Megas Konostaulos"...