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- Geschichte

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Kommende Bekkevoort

Ballei Aldenbiesen

Bistum Lüttich

Land: Herzogtum Brabant

 

I.         Geschichte

Wir wissen nicht wann die Kommende begründet wurde, doch muss es spätestens 1229 geschehen sein, denn in diesem Jahr wird sie erstmals erwähnt. Grundlage hierfür waren die Schenkungen Arnolds III. von Diest (1202-1230) und des Wilhelm von Bekkevoort, der dem Deutschen Orden seine Burg überließ. Warum es zu dieser ungewöhnlichen Schenkung kam ist unklar, vielleicht war Wilhelm von Bekkevoort ohne Kinder geblieben[1]. Jedenfalls begegnen uns erstmals 1244 ein Komtur und Brüder, wovon wenigsten einer ein Priesterbruder war, welcher die zur Kommende gehörige Pfarrkirche betreute[2]. Diese war dem heiligen Petrus geweiht und wurde durch den Landkomtur besetzt[3]. Lebten 1295 angeblich 11 Ordensbrüder in der Kommende, eine ungewöhnlich große Zahl[4], so waren es 1410/11 zwei Priesterbrüder[5], 1451 jedoch wieder fünf Ritter- und ein Priesterbruder[6]. Im Jahre 1504 erwarb der Komtur ein Anwesen in der Stadt Diest, welches in Notzeiten als Unterkunft der Kommende dienen sollte. Schon 1507 spürte die Kommende die volle Wucht des Geldrischen Erbfolgekrieges. Nicht nur die Belagerung von Diest, sondern auch die Beschädigung ihrer Güter und der Kommende selbst, durch marodierende und brandschatzende Truppen, brachten großen Schaden mit sich. Um diese zu beheben, gewährte das Balleikapitel der Kommende 1510 ein Darlehn von 47 Goldgulden[7]. Der in den ausgehenden 1520er Jahren einsetzende allgemeine wirtschaftliche Aufschwung steigerte auch das Einkommen der Kommende, bestehend aus Zinsen, Renten, Pachten und dem Verkauf von Naturalien[8], welches zwischen 1561 und 1569 bei 866 Gulden lag[9]. So konnte der Besitz der Kommende zwischen 1561 und 1563 noch einmal durch Zukäufe erweitert werden. Als 1566 der Bildersturm (Reformation) ausbrach, blieb es im Gebiet der Kommende relativ ruhig. Doch schon ein Jahr später (1567) begann, mit dem Einschreiten spanischer Truppen, der Achzigjährige Krieg (1568-1648), welcher auch die Kommende und ihre Güter nicht unbeschadet ließ[10]. Konnte man im Jahr 1576 dem Balleikapitel keine Jahresrechnung vorlegen, da die turbulenten Zeiten und das latente Durchziehen verschiedener Truppen dies nicht ermöglichte, kam es 1579 zur Verwüstung der Kommende und der Pfarrei durch die Truppen der Niederländer[11]. Nachdem der Komtur seinen Sitz bereits 1585 in die Stadt Diest verlegt hatte[12], dokumentiert das Balleikapitel von 1588 einen verheerenden Zustand. So war der Hausrat der Kommende geplündert worden. Das Gebäude selbst, wie auch die zur Kommende gehörigen Mühlen und Höfe, waren niedergebrannt und zerstört. Ab 1589 kam zu diesem Unglück noch eine Hungersnot, wie auch die Einquartierung von Soldaten in Diest, welche von der Bevölkerung versorgt werden mussten. Auch wenn man die Kommende nicht aufhob, so machte man doch 1591 den Statthalter der Kommende Bernissem zum Komtur von Bekkevoort, da in der Kommende niemand mehr leben konnte. Auch der Pfarrer lebte zu dieser Zeit in Bernissem. Im Jahre 1596 dem Landkomtur direkt unterstellt, wurde 1598 der Komtur von Bernissem zum Statthalter bestellt. Kaum hatte man das Archiv der Kommende nach Maastricht in Sicherheit gebracht, kam es auch schon erneut zur Einquartierung von Soldaten, welche nun von 1600 bis 1601 blieben. Zu dieser Zeit belief sich das bescheidene Einkommen der Kommende noch auf etwa 472 Gulden[13]. Konnte das Einkommen der Kommende bis 1603 auch auf 727 Gulden gesteigert und noch im gleichen Jahr ein Komtur ernannt werden, so litt die Kommende seit 1604 wieder unter marodierenden Soldaten und Einquartierungen. 1606 entschied sich der Komtur zum verlassen der Kommende und zog sich in die Kommende Bernissem zurück. Das Balleikapitel beschloss am 6. November 1606, dass er bis zur Besserung der Lage in Bernissem verbleiben solle und gestand ihm ein Pferd und einen Diener zu. Obwohl die Soldaten bereits am 27. November 1607 Diest verlassen hatten, sollte der Komtur weiterhin in Bernissem bleiben und das Einkommen der Kommende zu ihrer Wiederherstellung verwendet werden. Aus diesem wurden ihm immerhin noch 225 Gulden zugestanden, wie wir aus den Rechnungsbüchern 1614/15 erfahren. Als Administrator der Kommende entsandte das Balleikapitel am 29. September 1607 den Ordenspriester Johann Hansen, der auch die Pfarrstelle in Bekkevoort übernahm. Mit Eifer und Sorgfalt übernahm der Administrator seine Aufgaben, wobei das Zusammenwirken mit dem Komtur nicht unbedingt auf freundschaftlicher Basis verlief. Bis zum Sommer 1608 waren die Dächer der Kommende und verschiedener Höfe instandgesetzt, wie auch das Kommendengebäude, der Hof und die Pfarrkirche in Bekkevoort renoviert. Doch war die Freude nur von kurzer Dauer, denn von März bis September 1609 wurden in Diest erneut Soldaten einquartiert, welche hier und im Umland die Gebäude und Liegenschaften stark beschädigten[14]. Von 1617 bis 1629 ohne Komtur, hat Administrator Hansen offensichtlich gut und geschickt gewirtschaftet. So konnte die Kommende bereits 1619 Einnahmen von 1.802 Gulden verzeichnen, hatte zugleich jedoch auch hohe Ausgaben zur Wiederherstellung[15]. Nachdem Hansen 1622 noch einmal durchziehende Soldaten und ihre Schäden erleben musste, verstarb er am 21. Juni 1624 zu Bekkevoort. Das Balleikapitel von 1625 wollte die Kommende nach Löwen verlegen, was von der Stadt jedoch abgelehnt wurde. So verkaufte man die Residenz des Komturs an die Abtei Averbode und erwarb eine neue, ebenfalls in Diest gelegen, an der Puttersstraat. Diest blieb auch der Sitz des nun angestellten Rentmeisters, der einen Umzug in die Kommende nach Bekkevoort ablehnte, da die Gebäude seiner Familie nicht zuzumuten seien. Seit 1629 wieder mit einem Komtur besetzt[16], wurde die Kommende 1635 erneut ein Opfer der Kriegswirren und der sie begleitenden Brandschatzungen. Entsprechend sanken auch die Einnahmen[17]. Der fest in Diest residierende Komtur suchte seit 1651 ein besseres Gebäude, in welches er die Kommende verlegen konnte. Dies fand er dann auch an der Beverstraat und ließ sich den Kauf am 20. September 1655 durch König Philipp IV, den Herzog von Brabant, bestätigen. Das ehemalige Kommendengebäude an der Putterstraat wurde nun verkauft. 1730 wurden für 1.281 Gulden umfangreiche Renovierungen, wie auch Erweiterungs- und Neubauten, vorgenommen. Und nachdem man von 1743 bis 1745 erneut baute, war eine repräsentative Residenz im Stil des Klassizismus entstanden, welches auch über einen geräumigen Garten verfügte[18]. Trotzdem hielten sich die Komture häufig in Brüssel auf, wo sie am Hof des Landvogtes zu finden waren und die Annehmlichkeiten der Hauptstadt genossen[19]. Die Kommende, deren Einkommen um 1742 bei 3.000 Gulden lag[20], besaß 40 Jahre später die Pfarrkirche in Bekkevoort, wie auch 200 ha Ackerland, 60 ha Wiesen und 210 ha Wald[21]. Doch schon nahte das Ende der Kommende. Kamen die ersten Truppen der Franzosen am Nachmittag des 16. Juli 1794 nach Bekkevoort, so zogen sie am 26. Juli des gleichen Jahres in Diest ein[22], wo die Offiziere in der Kommende untergebracht wurden[23].

 

 

II.        Komture[25]

Engheramus (13. Jhd.)

Arnold van Veldeken (1257)

H. (vor 1266)

Johann van Rummern (1270-1273)

Jonathas (1295)

Johann von Lymborch (1300)

Goswin Goutacker (1305)

Otto von Zalmen (1318-1322)

Hendrik Menneken (1340)

Geldolphus (1344)

Gerard van Havert (1348-1349)

Costinus van Lomer (zw. 1349 und 1373)

Goswin von Aken (1373)

Renier van Hausen (1381)

Judocus van Villeir (1412)

Johan van Leeuwe (1425-1440)

Johann Bruyninx van Brustem (1440-1445)

Gielis van Bouchout (1449-1467)

Willem von Zievel (1470-1490)

Gottfried von Uden (1490-1501)

Goswin von Zievel (1501-1526)

Kaspar von Schaesberg (1526-1561)

Vakanz

Godart von Ahr (1566-1571)

Robrecht von Malsen (1571-1591)

Wilhelm von Schaesberg (1591-1596)

Wilhelm von Cortenbach (1598-1603)

Arnold von Berchem (1604-1617)

Vakanz

Adrian von Cortenbach (1629-1630)

Kaspar Ulrich von Hoensbroeck (1631-1634)

Wilhelm von Neuhoff (1634-1649)

Ambrosius von Virmundt zu Neersen (1649-1658)

Vakanz

Ferdinand von Rolshausen zu Butgenbach (1669-1675)

Bertram Wessel von Loe zu Wissen (1677-1683)

Wilhelm Dietrich von Kolf von Vettelhofen (1683-1684)

Rutger Kaspar von Scholler zu Scholler (1685-1691)

Heinrich Theobald von Goldstein (1691-1697)

Heinrich Schenck von Nideggen (1697-1715)

Franz Emmerich von Reiffenberg (1715-1721)

Johann Hermann Spies von Büllesheim (1721-1727)

Vakanz

Franz Gerhard von Cortenbach zu Wissem (1729-1734)

Johann Kaspar von Hillesheim zu Ahrental (1734-1736)

Ferdinand Damian von Sickingen (1736-1743)

Franz Theodor von Rump zu Crange (1751-1762)

Lemens August von Plettenberg (1762-1776)

Franz Johann von Reischach (1776-1784)

Franz Nikolaus von Kolf von Vettelhofen (1784-1794)

Heinrich Johann von Droste zu Hülshof (1794-1798)



[1] M. van der Eycken, De Commanderij Bekkevoort. De Duitse Orde in Bekkevoort en Diest (1229-1796), Bilzen 2009, S. 36-37

[2] M. van der Eycken, De Commanderij Bekkevoort. De Duitse Orde in Bekkevoort en Diest (1229-1796), Bilzen 2009, S. 44

[3] M. van der Eycken, De Commanderij Bekkevoort. De Duitse Orde in Bekkevoort en Diest (1229-1796), Bilzen 2009, S. 48-49

[4] M. van der Eycken, De Commanderij Bekkevoort. De Duitse Orde in Bekkevoort en Diest (1229-1796), Bilzen 2009, S. 47

[5] Marian Biskup, Visitationen im Deutschen Orden im Mittelalter. Teil I, Marburg 2002, S. 66

[6] M. van der Eycken, De Commanderij Bekkevoort. De Duitse Orde in Bekkevoort en Diest (1229-1796), Bilzen 2009, S. 79

[7] M. van der Eycken, De Commanderij Bekkevoort. De Duitse Orde in Bekkevoort en Diest (1229-1796), Bilzen 2009, S. 86-87

[8] M. van der Eycken, De Commanderij Bekkevoort. De Duitse Orde in Bekkevoort en Diest (1229-1796), Bilzen 2009, S. 92

[9] M. van der Eycken, De Commanderij Bekkevoort. De Duitse Orde in Bekkevoort en Diest (1229-1796), Bilzen 2009, S. 290

[10] M. van der Eycken, De Commanderij Bekkevoort. De Duitse Orde in Bekkevoort en Diest (1229-1796), Bilzen 2009, S. 94-95

[11] M. van der Eycken, De Commanderij Bekkevoort. De Duitse Orde in Bekkevoort en Diest (1229-1796), Bilzen 2009, S. 100-102

[12] M. van der Eycken, Güteratlas der Kommende Bekkevoort, in: Ritter und Priester. Acht Jahrhunderte Deutscher Orden in Nordwesteuropa., Aldenbiesen 1992, S. 230

[13] M. van der Eycken, De Commanderij Bekkevoort. De Duitse Orde in Bekkevoort en Diest (1229-1796), Bilzen 2009, S. 103-107

[14] M. van der Eycken, De Commanderij Bekkevoort. De Duitse Orde in Bekkevoort en Diest (1229-1796), Bilzen 2009, S. 109-114

[15] M. van der Eycken, De Commanderij Bekkevoort. De Duitse Orde in Bekkevoort en Diest (1229-1796), Bilzen 2009, S. 119

[16] M. van der Eycken, De Commanderij Bekkevoort. De Duitse Orde in Bekkevoort en Diest (1229-1796), Bilzen 2009, S. 124-127

[17] M. van der Eycken, De Commanderij Bekkevoort. De Duitse Orde in Bekkevoort en Diest (1229-1796), Bilzen 2009, S. 132

[18] M. van der Eycken, De Commanderij Bekkevoort. De Duitse Orde in Bekkevoort en Diest (1229-1796), Bilzen 2009, S. 244-247

[19] M. van der Eycken, De Commanderij Bekkevoort. De Duitse Orde in Bekkevoort en Diest (1229-1796), Bilzen 2009, S. 184

[20] M. van der Eycken, De Commanderij Bekkevoort. De Duitse Orde in Bekkevoort en Diest (1229-1796), Bilzen 2009, S. 294

[21] M. van der Eycken, Güteratlas der Kommende Bekkevoort, in: Ritter und Priester. Acht Jahrhunderte Deutscher Orden in Nordwesteuropa., Aldenbiesen 1992, S. 230

[22] M. van der Eycken, De Commanderij Bekkevoort. De Duitse Orde in Bekkevoort en Diest (1229-1796), Bilzen 2009, S. 316-317

[23] M. van der Eycken, De Commanderij Bekkevoort. De Duitse Orde in Bekkevoort en Diest (1229-1796), Bilzen 2009, S. 322

[24] M. van der Eycken, Güteratlas der Kommende Bekkevoort, in: Ritter und Priester. Acht Jahrhunderte Deutscher Orden in Nordwesteuropa., Aldenbiesen 1992, S. 230

[25] Leden van de Duitse Orde in de Balije Biesen, Bilzen 1994, S. 168-170

 

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