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Kommende Halle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kommende Halle

Ballei Thüringen

Erzbistum Magdeburg

Land: Fürsterzbistum Magdeburg

 

 

I. Geschichte

Wohl schon vor 1200 begann der Deutsche Orden mit dem Bau eines Spitals, dass dann der heiligen Kunigunde geweiht wurde. Spätestens in den 1230er Jahren existierte dann auch die Kommende, in der sich Hochmeister Hermann von Salza mit Herzog Konrad von Masovien traf. Der Adel der Umgebung tätigte zahlreiche Schenkungen und der Erzbischof von Magdeburg dehnte die Besitzrechte der Kommende innerhalb der Stadt Halle 1244 von der Steinbrücke bis zum Kloster Neuwerk aus. Die Kommende lag im Hochwassergebiet der Stadt. So wurde sie immer wieder überschwemmt. War das Hochwasser 1413 bis auf die Altäre der Kapelle gestiegen, so durchbrach es im März 1469 sogar die Mauern um den Kirchhof. Auch wenn die Stadt der Kommende zur wirtschaftlichen Erleichterung dieser Schäden die Schank- und Braurechte erteilte, kam es doch immer wieder zu Streitigkeiten mit der Stadt. Brennpunkt war hierbei das Asylrecht der Kommende. Andauernde Überschwemmungsschäden und Streitigkeiten mit der Stadt führten schließlich dazu, dass der Deutschmeister die Kommende der Ballei Thüringen am 25. April 1511 an das Kloster Neuwerk verkaufte1. Die Kommende, welche noch nicht einmal mehr das Jahrgeld von 15 Rheinischen Gulden aufbringen konnte und zudem im Abseits der Ballei lag, brachte somit wenigstens noch einmal die Summe von 3.650 Florin ein2. Lebten hier 1410/11 noch drei Priesterbrüder3, so erwähnt die Visitationsakte von 1451 lediglich noch einen Priesterbruder als Komtur, welcher den gesamten Konvent ausmachte4. Zu dieser Zeit besaß das Haus auch eine umfangreiche Schafzucht5, wie auch seit 1259 einen Weinberg in Bennstedt und später einen weiteren in Wettin6.

 

 

II. Komture7

Philipp von Halle (1221-1231)

Heinrich (1250)

Heidenreich (2156-1258)

Heinrich von Reichau (1270-1276)

Johannes (1287)

Gottfried (1290-1292)

Heinrich von Hocheim (1292-1293)

Gottfried von Vargula (1298-1299)

Heinrich Hund (1308)

Heinrich Weishaupt (1342)

Woffe (1353)

Heinrich Sprungil (1383)

Peter Lautenschläger (1423)

Erhard Schutze (1431)

Daniel Hayn (1511)

 

1 Deutschordens-Ballei Thüringen, Bad Mergentheim 1992, S. 21
2 Bernhard Sommerlad, Der Deutsche Orden in Thüringen, Halle 1931, S. 72
3 Marian Biskup, Irena Janosz-Biskupowa, Visitationen im Deutschen Orden im Mittelalter 1236-1449,Marburg 2002, S. 66
4 Marian Biskup, Visitationen im Deutschen Orden im Mittelalter. Teil II, Marburg 2004, S. 175
5 Bernhard Sommerlad, Der Deutsche Orden in Thüringen, Halle 1931, S. 114
6 Bernhard Sommerlad, Der Deutsche Orden in Thüringen, Halle 1931, S. 118
7 Bernhard Sommerlad, Der Deutsche Orden in Thüringen, Halle 1931, S. 218-219