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Kommende Regensburg

 

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KOMMENDE  REGENSBURG

Ballei Franken

Bistum Regensburg

Land: Reichsstadt Regensburg

 

I. Geschichte

Im Frühsommer 1210 schenkte Herzog Ludwig I. von Bayern dem Deutschen Orden die Ägidienkirche zu Regensburg, wie auch die Kirche zu Cham und die Georgskapelle, bei der es sich vermutlich um die Chamer Burgkapelle handelt. Hierzu kamen noch verschiedene Besitzungen um Regensburg herum1. Nachdem bereits 1224 ein Verwalter der Ägidienkirche erwähnt wurde, ist dann im April 1237 auch der erste Komtur der Kommende erwähnt. Die Konventsstärke dieser Zeit lässt sich anhand verschiedenen Urkunden zwischen 1247 und 1296 erleuchten, in denen sich immer wieder zwischen vier und sieben Ordensbrüder als Zeugen vorfinden. Nachdem Papst Innozenz IV. der Kommende 1249 das Privileg verliehen hatte, dass sie auch während Interdiktzeiten in ihrer Kirche Gottesdienst feiern könne, erwarb sie 1253 die Kapelle von Brunnleiten und 1256 die Pfarrkirche zu Dingolfing. Durch Schenkungen und Käufe konnte die Kommende in den kommenden Jahrzehnten einen ansehnlichen Besitz erwerben. Nachdem es am Ende des 13. Jahrhunderts zu einer wirtschaftlichen Schwäche, welche 1291 zum Verkauf eines Hofes führte, gekommen war, konnte man 1305 die Hofmark Pichsee und in den Jahren 1389 und 1489 die Hofmark Graß erwerben. 1419 kam hierzu das Lehen zu Sarching2, zu welchem Feste, Dorf, Gericht und Fischrechte gehörten3. Diesem folgte 1444 der Erwerb einer Steuerfreiheit aller Untertanen der Kommende gegenüber dem Herzogtum Bayern4. Im Ausgehenden 17. Jahrhundert wurden dann noch die Hofmark Niederwinzer und 1718 die Hofmark Adelmannstein erworben. Mit dem Erwerb der Hofmarken war zugleich die Niedere Gerichtsbarkeit verbunden5. 1368 wurde bei der Ordenskirche ein Seelhaus für acht Seelnonnen gestiftet, welche an den Nächten der Samstage auf dem Friedhof für die Verstorbenen zu beten hatten6. Immer wieder verband sich der Konvent der Kommende, welcher 1410 zwei Ritter- und zwei Priesterbrüder umfasste7, mit dem gegenüberliegenden Dominikanerkonvent gegen die Stadt Regensburg, die auf dem zwischen ihnen liegenden Platz erst einen Schweine- und Rossmarkt und 1652 ein Ballhaus errichten wollte. Das gute Verhältnis der beiden Ordensgemeinschaften drückte sich nicht nur in gemeinsamer Sache gegenüber der Stadt aus, vielmehr versorgten die Dominikaner seit dem 17. Jahrhundert auch oftmals die Kommendenkirche. Im Jahre 1805 wurde die Kommende durch Napoleon säkularisiert und durch den neuen Landesherren, Fürst-Primas Carl Theodor von Dalberg, 1809 verkauft8.

 

II. Komture9

Konrad Ubelacker (1237/38)

Wichmannus (1247)

Ulrich (1257)

Berngerus (1260)

Poppo von Osterna (1252-1256)

...

Poppo von Osterna (1264-1267)10

Berngerus (1269, 1275)

Gottfried von Stauf (1279-1280)

Marquardus (1287)

Konrad von Feuchtwangen (1289)

Heinrich von Siegenhofen (1290)

... der Sulztberge (1291)

Heinrich von Siegenhofen (1296/97)

Hartmann von Hellenstein (1299)

Ludwig von Au (1305)

Heinrich von Überlingen (1306-1311)

Marquard von Mässing (1314)

Johann von Smihen (1320-1322)

Heinrich von Löwenstein (1325)

Konrad Lotter von Schauenstein (1331)

Friedrich von Estenfeld (1334)

Heinrich von Löwenstein (1338)

Herbrand von Schmahingen (1340)

Heinrich Willbrand von Parkstein (1342-1376)

Heinrich von Preysing (1378/79)

Martin von Mergentheim (1379-1382)

Rudolf von Randeck (1383-1386)

Marquard Zollner von Rotenstein (1386-1396)

H. Zobler (1396)

Walter von Kaltental (1398-1402)

Eberhard der Katzelsdorffer (1413-1416)

Johann von Gumppenberg (1417-1424)

Konrad von Rot (1426-1435)

Wilhelm Zollner (1437-1450)

Matthaus von Monsheim (1453, 1458)

Endres von Grumbach (1459-1461)

Konrad von Mornsheim (1469-1485)

Philipp Forstmeister von Gelnhausen (1499)

Wilhelm von Neuhausen (1508-1510)

Philipp von Hohenstein (vor 1526)

Christoph von Dacheroden (1587-1596)11

Wolf Erhard von Muggenthal (1613)12

Hans Martin Edelweck von und zu Schonau (1616-1623)13

Philipp Heinrich von Andlau (1692-169?)14

Maximilian Rudolf von Westernch (1695-1697)15

Philipp Heinrich von Andlau (1697-1701)16

Johann Philipp von Weittershausen (1786/87-1788)17

Karl Philipp von Nordeck zu Rabenau (1798-1808)18

 
1 Georg Mai, 800 Jahre Deutschordens-Kommende St. Ägid in Regensburg, in: Helfen, Heilen, Wehren. 800 Jahre Deutschordenskommende St. Ägid in Regensburg., Regensburg 2010, S. 25
2 Georg Mai, 800 Jahre Deutschordens-Kommende St. Ägid in Regensburg, in: Helfen, Heilen, Wehren. 800 Jahre Deutschordenskommende St. Ägid in Regensburg., Regensburg 2010, S. 27-28
3 Staatsarchiv Ludwigsburg, JL 425 Bd. 26 Qu. 139
4 Staatsarchiv Ludwigsburg, JL 425 Bd. 26 Qu. 143
5 Georg Mai, 800 Jahre Deutschordens-Kommende St. Ägid in Regensburg, in: Helfen, Heilen, Wehren. 800 Jahre Deutschordenskommende St. Ägid in Regensburg., Regensburg 2010, S. 28
6 Georg Mai, 800 Jahre Deutschordens-Kommende St. Ägid in Regensburg, in: Helfen, Heilen, Wehren. 800 Jahre Deutschordenskommende St. Ägid in Regensburg., Regensburg 2010, S. 31
7 Marian Biskup, Visitationen im Deutschen Orden im Mittelalter. Teil I, Marburg 2002, S. 63
8 Georg Mai, 800 Jahre Deutschordens-Kommende St. Ägid in Regensburg, in: Helfen, Heilen, Wehren. 800 Jahre Deutschordenskommende St. Ägid in Regensburg., Regensburg 2010, S. 31-32
9 Dieter J. Weiss, Die Geschichte der Deutschordens-Ballei Franken im Mittelalter, Neustadt 1991, S. 471-478
10 Udo Arnold, Deutscher Orden und Preußenland, Marburg o. J., S. 203
11 Jörg Seiler, Der Deutsche Orden in Frankfurt, Marburg 2003, S. 515
12 Jörg Seiler, Der Deutsche Orden in Frankfurt, Marburg 2003, S. 534
13 Jörg Seiler, Der Deutsche Orden in Frankfurt, Marburg 2003, S. 517
14 Jörg Seiler, Der Deutsche Orden in Frankfurt, Marburg 2003, S. 519
15 Jörg Seiler, Der Deutsche Orden in Frankfurt, Marburg 2003, S. 521
16 Jörg Seiler, Der Deutsche Orden in Frankfurt, Marburg 2003, S. 520
17 Jörg Seiler, Der Deutsche Orden in Frankfurt, Marburg 2003, S. 524
18 Helmut Rischert, Die Deutschordenskommende Donauwörth und ihre Patronatspfarreien Lauterbach und Ebermergen. Zum 800-jährigen Jubiläum der Gründung 1214-2014, Aichach2014, S. 33

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