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Kommende Schiffenberg

 

 

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- Komture

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Kommende Schiffenberg

Ballei Hessen

Erzbistum Trier

Land: Landgrafschaft Hessen

 

I. Geschichte

Im Jahre 1129 gründete Gräfin Clementia von Gleiberg in Schiffenberg ein Augustinerchorherrenkloster. Da das Stift im religiösen und wirtschaftlichen auf einen Tiefpunkt geraten war, wurde es schließlich 1323 durch den Erzbischof von Trier, Balduin von Luxemburg, aufgehoben und mit allen seinen Gütern dem Deutschen Orden übergeben1. Der Orden akzeptierte die Übergabebedingungen des Erzbischofs, der den Rekognitionszins und das Visitationsrecht für Schiffenberg verlangte. Zudem sollte der Konvent aus wenigstens 12 Ordensbrüdern bestehen, von denen sechs Priester sein mussten. Die Leitung sollte durch einen Propst wahrgenommen werden2. Doch wirtschaftliche Situation der neuen Kommende verlangte eine Verringerung der Konventsherren3, so dass deren Zahl nun sechs betragen sollte, von denen jedoch wenigstens vier Priesterbrüder sein sollten. Doch schon 1325 wurde die Zahl der Priesterbrüder auf drei und 1336 sogar für drei Jahre auf zwei reduziert. Generell bewegte sich die Zahl der Konventsherren zwischen 1409 und 1481 zumeist zwischen vier und sechs, von welchen zumeist vier Priesterbrüder waren4. Doch gab es noch weitere Abweichungen. So wurde die Kommende schon bald von einem Komtur geleitet5, neben dem der Propst stand, welcher zeitweise auch beide Ämter in Personalunion versah. Neben diesen beiden Ämtern gab es in der Kommende den Hauskomtur, Vizepropst, Pitanzenmeister, Kellner und Trappier6. Nachdem 1463 ein neues Propsteigebäude an der Westseite des Kirchplatzes, folgte zwischen 1493 und 1500 der Neubau der Kommende an der Südseite des Platzes. Ein Säkularisationsversuch durch Philipp I. von Hessen misslang im Jahre 1543. Dies geschah erst 18097.

 

II. Komture

Gernand von Schwalbach (1416-1417)

Erwin von Bellersheim (1419-1429)

Helferich von Drahe (1442-?)

Johann Sedeler (?-1456)

….

Helferich von Drahe (1461-1468)8

Johannes Fenchil (+ 1471)

August von der Lippe-Brake (1684-1685)

Hans Heinrich von Boineburg gen. von Hohenstein (1697-1699)

Wilhelm Friedrich von Wartensleben (1703-1706)

Philipp Friedrich Rau von Holzhausen (Admin. 1706-1707)

Ernst Wladislaus von Dönhoff (1710-1724)

August Wolfgang von der Lippe (1734)

Christian Friedrich von Brand (1741-1746)

Adam Alexander von Diemar (1748-1761)

Georg Wilhelm von Hardenberg (1761-1774)

Friedrich Unico von Münster (1775-1805)

Heinrich Moritz von Berlepsch (1803-1806)

Carl Ludwig von Dörnberg (1806-1809)9

 

III. Pröpste

Johann Sedeler (erw. 1456)10

Johannes Fenchil (+ 1471)

 
1 Ursula Braasch-Schwersmann, Das Deutschordenshaus Marburg. Wirtschaft und Verwaltung einer spätmittelalterlichen Grundherrschaft., Marburg 1989, S. 29-30
2 Klaus Militzer Die Geschichte des Deutschen Ordens, Stuttgart 2005, S. 129
3 Konventsstärke der Kommende Schiffenberg (Priesterzahl in Klammern): 1409: 4 (2); 1416: 3 (2); 1424: 5 (2); 1438: 2 (-); 1444: 4 (-); 1457: 5 (4); 1461: 5 (3); 1465: 5 (4); 1467: 6 (4); 1468: 7 (4); 1472: 6 (4); 1479: 6 (4). Vgl. Ursula Braasch-Schwersmann, Das Deutschordenshaus Marburg. Wirtschaft und Verwaltung einer spätmittelalterlichen Grundherrschaft., Marburg 1989, S. 32
4 Ursula Braasch-Schwersmann, Das Deutschordenshaus Marburg. Wirtschaft und Verwaltung einer spätmittelalterlichen Grundherrschaft., Marburg 1989, S. 31-32
5 Klaus Militzer Die Geschichte des Deutschen Ordens, Stuttgart 2005, S. 129
6 Ursula Braasch-Schwersmann, Das Deutschordenshaus Marburg. Wirtschaft und Verwaltung einer spätmittelalterlichen Grundherrschaft., Marburg 1989, S. 33
7 http://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Schiffenberg (23.12.2009)
8 Ursula Braasch-Schwersmann, Das Deutschordenshaus Marburg. Wirtschaft und Verwaltung einer spätmittelalterlichen Grundherrschaft., Marburg 1989, S. 262-271
9Karl Murk, Die Ritterbrüder der Ballei Hessen-Herkunft, Habitus, Vernetzung, in: Herrschaft, Netzwerke und Brüder des Deutschen Ordens in Mittelalter und Neuzeit, Weimar 2012, S. 231-239
10 Ursula Braasch-Schwersmann, Das Deutschordenshaus Marburg. Wirtschaft und Verwaltung einer spätmittelalterlichen Grundherrschaft., Marburg 1989, S. 271

 

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