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Kommende Welheim

 

Geschichte

Komture

Bilder

Ballei Aldenbiesen / Ballei Westfalen (um 1300)

Erzbistum Köln

Land: Kurfürst-Erzbistum Köln

 

I. Geschichte

Nachdem der Orden 1252 erste Besitzungen in Welheim erworben hat, ist die Kommende erstmals für das Jahr 1254 belegt. Die ersten Brüder kamen wohl aus der Kommende St. Katharina in Köln und bildeten im genannten Jahr einen Konvent von acht Ordensbrüdern. Die mit 80 Morgen Acker- und 70 Morgen Weideland ausgestattete Kommende besaß weder Immunität, noch Jurisdiktion. Lediglich im Stand eines adligen Freigutes, verfügte die Kommende über die niedere Gerichtsbarkeit über ihre wenigen Hofsassen, deren Zahl sich z. B. 1668 auf zwei belief. Die Kommende, deren Kapelle das Patrozinium St. Marien und St. Elisabeth war und zu welcher ursprünglich auch die Kommende in Duisburg gehörte1, wechselte um das Jahr 1300 von der Ballei Aldenbiesen in die Ballei Westfalen2. Die Einnahmen der Kommende betrugen 1533 und 1565 400 Gulden. Und, obwohl die Kommende bereits verschuldet war, machte Komtur Wilhelm von Overlacker (1529-1535) neue Schulden. Als Komtur abgesetzt, griff er das Haus noch zweimal mit Waffengewalt an und plünderte es, wozu er die stillschweigende Unterstützung des Herzogs von Jülich-Berg hatte. Verschiedene Truppendurchmärsche, im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts, führten zu wiederholten Plünderungen der Kommende und damit zu einer steigenden Verschuldung. Nachdem es im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges zu einem Niederbrennen des Prinzipalhauses kam, woraufhin der Komtur zu seiner Familie übersiedeln musste, konnte die Kommende seit 1654/55 wieder ausgeglichene Bilanzen vorweisen. Und mit wachsenden Einnahmen versehen, konnte man in den 1660er Jahren sogar wieder an den Aufbau des Komturhauses denken. Die diffuse Wirtschaftsführung des Komturs Eberhard von Dellwig (1671-1674), führte in nur kurzer Zeit zu einer Schuldenlast von 3.247 ½ Talern. Sein Nachfolger, Johann von Plettenberg, verzichtete über mehrere Jahre auf seine Einnahmen, so dass daraus die Schulden getilgt und die Kommende schließlich 1681 schuldenfrei war. Im 18. Jahrhundert konnte die Kommende dann eine ausgeglichene Bilanz aufweisen, die lediglich in Zeiten besonderer Belastungen kleine Defizite aufwies. So betrugen die Einnahmen des Jahres 1706 896 Reichstaler, denen der Komtur 200 Reichstaler als direktes Einkommen entnehmen konnte. Die Kommende, welche 80 Morgen Ackerland und 60 Morgen Weideland besaß, wurde 1806 säkularisiert und ihre Besitzungen vom Großherzogtum Berg und dem Herzogtum Aremberg in Besitz genommen. Dem letzten Komtur wurde noch, bis zu seinem Tode, eine Pension zugestanden3.

 

II. Komture4

Wilhelm Overlaker (1529-1535)

Hermann Overlacker (1540-1560)

Rottger Overlacker (1565-1577)

Christoph von Dellwig (1591-1625)

Rab Luther von Schilder (1629-1632)

Heinrich von Ittersum (1628-1650)

Eberhard von Dellwig (1651/52)

Gisbert von der Capellen (1662-1670)

Eberhard von Dellwig (1671-1674)

Johann Hunold von Plettenberg (1675-1679)

Wilhelm von Plettenberg (1679-1688/92)

Ferdinand Rottger von Dobbe (1692-1703)

Georg Levin von Nagel (1705-1711)

Rosier Gottfried von Dellwig (1713-1718)

Franz Gaudenz Xerxes von Westrem (1718-1724)

Franz Wilhelm Bernd von Westrem (1727-1729)

Raban Henrich von Haxthausen (1737-1793)

Johann Wilhelm von Loe

 

1 Sascha Schug, Der Deutsche Orden in Westfalen: von der Reformation bis zur Säkularisation, o. O.2016, S. 52-54

2 Klaus Militzer Die Geschichte des Deutschen Ordens, Stuttgart 2005, S. 59

3 Hans Jürgen Dorn, Die Deutschordensballei Westfalen (Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens, Bd. 26), Marburg 1978, S. 35-45

4 Hans Jürgen Dorn, Die Deutschordensballei Westfalen, Marburg 1978, S. 222-223

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