Kommende Goslar
Bistum Hildesheim
Land: Reichsstadt Goslar
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I Geschichte
Im Jahr 1227 erhielt der Deutsche Orden das Martinsspital und die Heilig-Geist-Kapelle in Goslar als Schenkung. Die beiden Stiftungen waren zwar von unterschiedlichen Personen errichtet worden, doch gehörten die Stifter derselben Familie an, sodass Hospital und Kapelle von Anfang an eine enge wirtschaftliche und organisatorische Einheit bildeten. Die Gründung der Kommende geht auf den Goslarer Ritter und ehemaligen Reichsvogt Giselbert zurück, der das Martinsspital an der Königsbrücke errichtet und dem Deutschen Orden übertragen hatte. König Heinrich VII. bestätigte die Stiftung noch im selben Jahr und nahm sie unter seinen Schutz. Das Hospital trug das Patrozinium der heiligen Maria und des heiligen Martin und befand sich im südwestlichen Bereich der Stadt Goslar nahe der Königsbrücke und am rechten Ufer der Abzucht.
Bereits wenige Jahre nach ihrer Gründung erhielt die Kommende weitere Zuwendungen. Im Jahr 1234 bestätigte Bischof Konrad von Hildesheim die Ausstattung des Hospitals mit Besitzungen im Harzraum. Diese Güter stärkten die wirtschaftliche Grundlage der Niederlassung und ermöglichten ihren dauerhaften Unterhalt. Im Laufe des 13. Jahrhunderts gelang es der Kommende, ihren Grundbesitz kontinuierlich zu erweitern und ihre Einkünfte zu vergrößern.
Von besonderer Bedeutung war dabei der Erwerb von Besitzungen außerhalb der Stadt. Im Jahr 1280 erhielt die Kommende das Patronatsrecht über die Kirche in Beuchte. Noch wichtiger wurde die Schenkung Heinrichs von Birkenstein aus dem Jahr 1287, durch welche die Kommende die Kirche von Weddingen mit ihrem Patronatsrecht erhielt. Noch im gleichen Jahr kaufte sie von Heinrich von Birkenstein den Zehnt, zwei Hufen Land, sechs Höfe, eine Wiese und eine Weidenpflanzung. Diese Besitzungen entwickelten sich rasch zum wirtschaftlichen Schwerpunkt der Niederlassung. Während der Grundbesitz innerhalb der Stadt nur begrenzte Entwicklungsmöglichkeiten bot, eröffneten die Ländereien in Weddingen deutlich bessere wirtschaftliche Perspektiven.
Zu dieser Entwicklung dürfte auch die Gründung eines städtischen Hospitals im Jahr 1254 beigetragen haben. Hiermit erhielt die Stadt eine eigene Einrichtung, wodurch das Martinsspital des Deutschen Ordens einen Teil seiner bisherigen Aufgaben und seiner wirtschaftlichen Grundlage verlor. Wahrscheinlich beschleunigte diese Entwicklung die Verlagerung des wirtschaftlichen Schwerpunktes nach Weddingen.
Obwohl die Kommende bereits im Jahr 1227 gegründet worden war, erscheint ein Komtur der Niederlassung erstmals im Jahr 1292 urkundlich.
Bereits gegen Ende des 13. Jahrhunderts verlagerte sich der Schwerpunkt der Kommende zunehmend nach Weddingen. Nachdem dort umfangreiche Rechte und Besitzungen erworben worden waren und sich ein leistungsfähiger Wirtschaftshof entwickelt hatte, gingen Besitz und Verwaltung allmählich auf den Standort Weddingen über. Ein genaues Jahr für eine Verlegung der Kommende lässt sich aus den überlieferten Quellen jedoch nicht sicher bestimmen.
Ganz aufgegeben wurde Goslar jedoch nicht. Am 29. Januar 1368 wurde im Deutschordenshaus zu Goslar ein Notariatsinstrument ausgefertigt, in dem auf Bitten des Deutschordensprovinzials Bruno von Mansfeld eine ältere Urkunde zugunsten der Kommende Göttingen beglaubigt wurde. Auch ist für das Jahr 1373 noch ein Komtur von Goslar urkundlich bezeugt.
Im Jahr 1501 wurden die Kommendengebäude an die Beginen verkauft. Damit endete die Geschichte der Kommende in Goslar, während sich die weitere Entwicklung des Ordenshauses auf den Standort Weddingen konzentrierte.
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II Komture
Hinrik (erw. 1325)
Johannes Sengkepil (erw. 1352)
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– Quellen und Literatur –
Bode, Georg: Urkundenbuch der Stadt Goslar und der in und bei Goslar belegenen geistlichen Stiftungen. Teile I–IV., Halle 1893–1905.
Hoogeweg, Hermann: Verzeichnis der Stifter und Klöster Niedersachsens vor der Reformation., Hannover 1908
Militzer, Klaus: „Die Rolle der Spitäler bei den Ritterorden“. In: Michael Matheus (Hrsg.): Funktions- und Strukturwandel spätmittelalterlicher Hospitäler im europäischen Vergleich., Stuttgart 2005
Deutschordensballei Sachsen, Bad Mergentheim 2000
Zotz, Thomas: Pfalz und Burg Grone. In: Denecke, Dietrich (Hrsg.): Göttingen. Geschichte einer Universitätsstadt. Bd. 1: Von den Anfängen bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges. Göttingen 1987
www.ernstfherbst.de/do/lo/vo/050911_bergen_kommendetag.htm (21.07.2013)
