Kommende Bari
Erzbistum Bari
Land: Königreich Neapel
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I Geschichte
Die Kommende des Deutschen Ordens in Bari entstand zwischen dem Ende des Jahres 1237 und dem Beginn des Jahres 1238. Ende 1237 erhielt die Niederlassung in Bari von einem Mann namens Crisogiovanni Grundbesitz in der Stadt. Diese Schenkung war von erheblichem Umfang und bildete den vermögensmäßigen Kern der Kommende. Im Januar 1238 investierte der regionale Präzeptor Bruno im Namen des Ordens 350 Unzen Gold in den Erwerb weiteren Besitzes für die Kirche Santa Maria dei Teutonici bei Bari. Erworben wurden Häuser, Ländereien und Olivenhaine in der Umgebung der Stadt. Die Kirche Santa Maria dei Teutonici wurde in diesem Zusammenhang als kürzlich bei Bari gegründet bezeichnet.
Das Ordenshaus lag im Bereich des Hafens von Bari. Die Niederlassungen der Ritterorden befanden sich dort in der Umgebung des Hafens und in geringer Entfernung von Stadtmauer, Kastell und Getreidemarkt. Es lag, ebenso wie die anderen dortigen Ritterordenshäuser, nahe dem Hafen, unmittelbar an der Stadtmauer und bei einem Stadttor. Von Bari aus wurde ein verstreuter Grundbesitz im südöstlichen Hinterland der Stadt bis in den Raum Monopoli verwaltet[1].
Zum Besitzbereich, der später von Bari aus verwaltet wurde, gehörten auch Güter in Monopoli. Im Jahr 1247 gab die kaiserliche Verwaltung dem Deutschen Orden dort zuvor beschlagnahmte Besitzungen zurück. Zu diesen Besitzungen gehörten Häuser, die von Ordensbrüdern errichtet worden waren. Diese Häuser dienten zur Unterbringung von Brüdern und anderen Angehörigen des Ordens.
Seit 1286 verfügte das Barier Haus über Besitz bei Rutigliano. Seit 1293 ist weiterer Besitz bei Casamassima belegt. Im Jahr 1299 vermachte Guarino dem Deutschen Orden Grundbesitz in Monopoli. Gleichzeitig übergab er seinen illegitimen Neffen Matteolo als confratello an den Orden. Das Testament wurde in Bari ausgefertigt. Die Besitzungen des Deutschen Ordens in Monopoli waren zu dieser Zeit vom Deutschordenshaus in Bari abhängig.
Im Jahr 1301 nahm der Präzeptor des Hauses Santa Maria dei Teutonici di Bari einen Gütertausch vor. Dabei wurden Besitzungen bei Monopoli gegen Besitzungen in der Nähe von Rutigliano eingetauscht. Für das Jahr 1301 ist damit ausdrücklich ein Präzeptor des Hauses Santa Maria dei Teutonici in Bari in der Verwaltung des außerhalb der Stadt gelegenen Besitzes belegt.
Im Jahr 1310 bestand in Monopoli eine Kirche mit der Bezeichnung Santa Maria Alamagnorum. Zum Besitzbereich des Barier Hauses gehörte seit 1310 auch die Kirche San Pietro bei Rutigliano. Für das gleiche Jahr sind Besitzungen in Conversano, Putignano, Fasano und Polignano a Mare genannt. Die in diesem Zusammenhang aufgeführten Besitzungen im südöstlichen Gebiet von Bari waren größtenteils Dependancen des Hauses in Bari[2]. Für die Kommende Bari ist für das Jahr 1310 ein Jahreseinkommen von 55 Dukaten angegeben[3].
Im Jahr 1316 bestand für den Deutschen Orden die Erlaubnis, Getreide über die Häfen von Manfredonia, Bari und Brindisi auszuführen. Bari gehörte damit zu den Häfen, die für den Getreideexport des Ordens zugelassen waren[4].
Im Jahr 1323 ist im Monopoler Besitzbereich eine weitere Übertragung an den Deutschen Orden belegt. Dabei übergab sich eine Person zusammen mit ihrem Besitz dem Orden. Die Verwaltung der Besitzungen in Monopoli erfolgte weiterhin durch Angehörige von Santa Maria dei Teutonici in Bari. Eine selbständige Deutschordenskommende entstand in Monopoli nicht. Zu den dort verwalteten Gütern gehörten Häuser und Grundstücke. Häuser wurden auch vermietet und dienten damit der Erzielung von Einkünften.
Im Jahr 1377 vermietete das Deutschordenshaus in Bari Immobilien in Monopoli. Die Monopoler Besitzungen standen damit weiterhin unter der Verwaltung des Barier Hauses. Im Jahr 1409 wurde ein in Monopoli gelegenes Haus für eine Dauer von 29 Jahren in Erbpacht vergeben[5].
Bereits 1410/11 wurde die Kommende nur noch durch den Komtur bewohnt[6]. Auch für die Jahre zwischen 1435 und 1440 ist überliefert, dass lediglich der Komtur im Haus lebte[7].
Neben dem Besitz in Monopoli gehörten zum territorialen Umfeld des Barier Hauses die seit 1286 belegten Güter bei Rutigliano, die dort seit 1310 belegte Kirche San Pietro, die seit 1293 belegten Güter bei Casamassima sowie die 1310 genannten Besitzungen in Conversano, Putignano, Fasano und Polignano a Mare[8]. Das Haus in Bari bildete den administrativen Mittelpunkt dieses im südöstlichen Hinterland der Stadt verstreuten Besitzes[9].
Für die Jahre 1433 bis 1446 sind jährliche Rechnungsunterlagen zum Deutschordenshaus in Bari überliefert, was dessen Fortbestehen belegt[10].
Bei der Visitation des Jahres 1448 werden die zuvor zum Barier Haus gehörenden Besitzungen in Monopoli nicht mehr aufgeführt[11]. Im Jahr 1451 war die Kommende weiterhin nur durch den Komtur bewohnt[12]. Damit ist das Haus in Bari in den hier herangezogenen Nachweisen zuletzt für das Jahr 1451 ausdrücklich belegt.
Im weiteren Verlauf des 15. Jahrhunderts bestand die Ballei Apulien als Besitz- und Verwaltungsverband des Deutschen Ordens fort[13]. Im Jahr 1480 versuchte Hochmeister Martin Truchsess von Wetzhausen durch eine Vereinbarung mit Stephan Grube, die Rechte des Deutschen Ordens an der Ballei Apulien wiederherzustellen. Nach dem Tod Stephan Grubes im Dezember 1483 wurde die Ballei Apulien von der römischen Kurie als päpstliche Kommende behandelt und anschließend Kardinälen zugeteilt. Der Deutsche Orden erhielt die verlorene Ballei nicht zurück[14].
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II Komture
Arnold (erw. 1240)[15]
Konrad (erw. 1240)[16]
Konrad Durckeln (erw. 1433-1435)
Otto Weylern (1435-1436)[17]
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[1] Vito Ricci, Gli Ordini religioso-militari e i porti pugliesi, in: Gli Ordini religioso-militari e i porti pugliesi. Atti del XXXI Convegno di Ricerche Templari, Bologna 12 ottobre 2013, Tuscania 2014, S. 73-74
[2] Vito Ricci, Gli Ordini religioso-militari e i porti pugliesi, in: Gli Ordini religioso-militari e i porti pugliesi. Atti del XXXI Convegno di Ricerche Templari, Bologna 12 ottobre 2013, Tuscania 2014, S. 70-72
[3] Marian Tumler, Der Deutsche Orden im Werden, Wachsen und Wirken bis 1400 mit einem Abriß der Geschichte des Ordens von 1400 bis zur neuesten Zeit, Wien 1955, S. 76–77
[4] Vito Ricci, Gli Ordini religioso-militari e i porti pugliesi, in: Gli Ordini religioso-militari e i porti pugliesi. Atti del XXXI Convegno di Ricerche Templari, Bologna 12 ottobre 2013, Tuscania 2014, S. 91
[5] Vito Ricci, Gli Ordini religioso-militari e i porti pugliesi, in: Gli Ordini religioso-militari e i porti pugliesi. Atti del XXXI Convegno di Ricerche Templari, Bologna 12 ottobre 2013, Tuscania 2014, S. 71-72
[6] Marian Biskup, Visitationen im Deutschen Orden im Mittelalter. Teil I, Marburg 2002, S. 64
[7] Kurt Forstreuter, Der Deutsche Orden am Mittelmeer, Bad Godesberg 1967, S. 213
[8] Vito Ricci, Gli Ordini religioso-militari e i porti pugliesi, in: Gli Ordini religioso-militari e i porti pugliesi. Atti del XXXI Convegno di Ricerche Templari, Bologna 12 ottobre 2013, Tuscania 2014, S. 72
[9] Vito Ricci, Gli Ordini religioso-militari e i porti pugliesi, in: Gli Ordini religioso-militari e i porti pugliesi. Atti del XXXI Convegno di Ricerche Templari, Bologna 12 ottobre 2013, Tuscania 2014, S. 74
[10] Klemens Wieser, Gli inizi dell’Ordine Teutonico in Puglia, Archivio Storico Pugliese 26 (1973), S. 483
[11] Vito Ricci, Gli Ordini religioso-militari e i porti pugliesi, in: Gli Ordini religioso-militari e i porti pugliesi. Atti del XXXI Convegno di Ricerche Templari, Bologna 12 ottobre 2013, Tuscania 2014, S. 71
[12] Kurt Forstreuter, Der Deutsche Orden am Mittelmeer, Bad Godesberg 1967, S. 132
[13] Kristjan Toomaspoeg, Der Verlust der Besitzungen des Deutschen Ordens in Italien am Ende des 15. und zu Beginn des 16. Jahrhunderts, Ordines Militares. Colloquia Torunensia Historica 21 (2016), S. 132–133
[14] Kristjan Toomaspoeg, Der Verlust der Besitzungen des Deutschen Ordens in Italien am Ende des 15. und zu Beginn des 16. Jahrhunderts, Ordines Militares. Colloquia Torunensia Historica 21 (2016), S. 135
[15] Kurt Forstreuter, Der Deutsche Orden am Mittelmeer, Bad Godesberg 1967, S. 134
[16] Kurt Forstreuter, Der Deutsche Orden am Mittelmeer, Bad Godesberg 1967, S. 134
[17] Marian Biskup, Visitationen im Deutschen Orden im Mittelalter. Teil I, Marburg 2002, S. 465-466
