Kommende Grone

Ballei Sachsen

Erzbistum Mainz

Land: Braunschweig

1. Geschichte

Die Kommende des Deutschen Ordens in Grone entstand im frühen 14. Jahrhundert. Den frühesten bekannten Erwerb tätigte der Orden im Jahr 1319, als er für 195 Mark den Hardenberghof sowie achteinhalb Hufen Land in Rosdorf erwarb. Vier Jahre später, 1323, überließ der Burgherr von Grone dem Deutschen Orden die Burgkapelle auf dem Burgberg. Für dasselbe Jahr sind an der Niederlassung bereits ein Komtur und vier Ordensbrüder nachweisbar. Zu dieser Zeit hielten sich die Herren von Grone nicht mehr auf der Burg auf, sondern residierten in Gieboldehausen. Die Burganlage selbst war bereits weitgehend zerstört und verfiel weiter. Mit der Überlassung der Kapelle erhielt der Orden zugleich das Patronatsrecht über die Kapelle von Burggrone, das für 1323 urkundlich belegt ist.

In den folgenden Jahrzehnten wurde der Besitz der Kommende erweitert. Bereits 1332 übertrug Dietrich von Grone das Patronatsrecht über die Pfarrkirche von Burggrone an die Deutschordensniederlassung. 1352 folgte die Übertragung der Pfarrkirche von Grone durch die Herren von Grone an den Deutschen Orden. Damit verfügte die Kommende nicht nur über Grundbesitz in Rosdorf und Rechte an der Burgkapelle, sondern auch über kirchliche Patronatsrechte im Raum Grone.

Die weitere Entwicklung der Kommende ist eng mit dem Schicksal von Burggrone verbunden. Kirche und Dorf Burggrone gelangten 1371/72 in den Besitz der Stadt Göttingen und wurden später zerstört. Die Kommende selbst bestand jedoch fort und blieb bis in die Neuzeit bestehen. Erst 1809 wurde sie im Königreich Westphalen unter Jérôme Bonaparte säkularisiert, womit ihre Geschichte als Ordenskommende endete.

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– Quellen und Literatur –

Grootefend, Hermann (Hrsg.): Lexicon deutscher Stifter, Klöster und geistlicher Genossenschaften., Osterwieck 1885

Tumler, Marian: Der Deutsche Orden im Werden, Wachsen und Wirken bis 1400 mit einem Abriß der Geschichte des Ordens von 1400 bis zur neuesten Zeit, Wien 1955

Zotz, Thomas: Pfalz und Burg Grone. In: Denecke, Dietrich; Kühn, Helga-Maria (Hrsg.): Geschichte einer Universitätsstadt Göttingen. Bd. 1: Von den Anfängen bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges., Göttingen 1987

Urkundenbuch der Stadt Göttingen, Bd. 1, Hannover 1863.

www.burgenlexikon.eu (2. Oktober 2010)