Kommende Eboli
Erzbistum Salerno
Land: Königreich Neapel
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I Geschichte
Die Kommende des Deutschen Ordens in Eboli entstand zu Beginn des 13. Jahrhunderts. Ihren Ursprung bildete die Schenkung des Casale Tuscanum durch den späteren Kaiser Friedrich II. im Jahr 1206. Der Besitz umfasste nicht nur die Siedlung selbst, sondern auch Häuser, Ländereien, die dort ansässigen Bewohner, sämtliche Zugehörungen und Nutzungsrechte sowie den befestigten Platz Castelluccia. Damit erhielt die Kommende von Beginn an einen geschlossenen und wirtschaftlich ausgestatteten Besitzkomplex im Gebiet von Eboli.
Bereits im Jahr 1212 ist die Kommende mit einem Komtur nachweisbar. Zu diesem Zeitpunkt bestand somit eine eigenständige organisatorische Leitung der Niederlassung. Zum Besitz gehörte neben dem Casale Tuscanum auch die Kirche San Cataldo in Campagna. Die Güter der Kommende lagen damit nicht ausschließlich im unmittelbaren Umfeld von Eboli, sondern umfassten mehrere Besitzschwerpunkte innerhalb der fruchtbaren Landschaft zwischen Eboli, Tusciano und Campagna.
In den folgenden Jahren wurde der Besitz der Kommende wiederholt bestätigt. Zum Herrschaftsbereich gehörten das Casale Tuscanum mit seinen Ländereien, Häusern, den dort lebenden Bewohnern, den zugehörigen Rechten und Einkünften sowie der befestigte Platz Castelluccia. Der Besitz bildete einen zusammenhängenden Wirtschaftsraum, dessen Grundlage vor allem die landwirtschaftliche Nutzung der fruchtbaren Ebene des Tusciano war. Ackerland, Weinbau, Weideflächen, Wasserläufe und Mühlen prägten die wirtschaftlichen Möglichkeiten dieses Gebietes. Die Kirche San Cataldo in Campagna gehörte ebenfalls zur Ausstattung der Kommende und ergänzte ihren Besitz um einen weiteren kirchlichen und wirtschaftlichen Mittelpunkt.
Der Besitz erstreckte sich über mehrere Orte des Gebietes von Eboli. Das Casale Tuscanum bildete den Kern der Güter, während Castelluccia als befestigter Platz zu diesem Besitzkomplex gehörte. Die einzelnen Besitzungen standen miteinander in wirtschaftlichem Zusammenhang und wurden gemeinsam verwaltet.
Während des weiteren 13. Jahrhunderts blieb die Kommende im Besitz ihrer Güter bestehen. Die überlieferten Quellen bezeugen ihren Fortbestand, ohne größere Veränderungen des Besitzstandes erkennen zu lassen. Auch für das 14. und 15. Jahrhundert ist die Kommende weiterhin nachweisbar. Erst mit der Auflösung der süditalienischen Besitzungen des Deutschen Ordens gegen Ende des 15. Jahrhunderts endete auch die Geschichte der Kommende von Eboli.
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– Quellen und Literatur –
Forstreuter, Kurt: Der Deutsche Orden am Mittelmeer., Bonn-Bad Godesberg 1967.
Militzer, Klaus: Die Geschichte des Deutschen Ordens., Stuttgart 2005.
Sarnowsky, Jürgen: Der Deutsche Orden., München 2007.
Toomaspoeg, Kristjan: Les Teutoniques en Sicile (1197–1492), Rome 2003.
Toomaspoeg, Kristjan: Les premiers commandeurs de l’Ordre Teutonique en Sicile (1202–1291). L’évolution de la titulature, origines géographiques et sociales. In: Mélanges de l’École française de Rome. Moyen Âge 109/2 (1997).
Tumler, Marian: Der Deutsche Orden im Werden, Wachsen und Wirken bis 1400. Mit einem Abriß der Geschichte des Ordens von 1400 bis zur neuesten Zeit. Wien 1955.
