Kommende Arles
Ballei Frankreich
Bistum Arles
Land: Grafschaft Anjou (ab 1251)
I Geschichte
Die Kommende Arles ging auf ein Hospital zurück, das dem Deutschen Orden im Jahr 1249 übertragen wurde. Möglicherweise befand sich das Hospital im Stadtteil Trinquetaille auf dem rechten Ufer der Rhône, einem am Flussübergang gelegenen Vorort von Arles. Aus diesem Hospital entwickelte sich die Kommende, die seit 1269 urkundlich sicher nachweisbar ist.
Die Niederlassung blieb während ihres gesamten Bestehens durch ihre Hospitalfunktion geprägt. Zum Haus gehörte ein eigener Altar, für dessen gottesdienstliche Betreuung ein ständiger Kaplan eingesetzt war. Für dessen dauerhaften Unterhalt waren jährlich zehn Livres tournois gestiftet, wodurch die regelmäßige Feier der Liturgie im Hospital gesichert war.
Die Kommende bildete gemeinsam mit Montpellier den südfranzösischen Besitzkomplex des Deutschen Ordens und verfügte über eigenen Besitz und Einkünfte.
Noch vor 1329 wurde die Kommende verpfändet. Diese Verpfändung war jedoch nicht dauerhaft, da die Niederlassung spätestens vor 1354 wieder ausgelöst worden sein muss. Dies belegt die Erhebung der päpstlichen Türkensteuer des Jahres 1354, in der die Kommende Arles mit einer Abgabe von 25 Schilling verzeichnet ist. Die Veranlagung und Entrichtung dieser Steuer bezeugen den Fortbestand der Kommende sowie ihre eigenen Einkünfte in der Mitte des 14. Jahrhunderts.
Während des Großen Abendländischen Schismas wurde die Kommende von Papst Benedikt XIII. (Gegenpapst 1394-1423) eingezogen. Die Besitzungen wurden dem Deutschen Orden anschließend nicht mehr zurückgegeben.
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– Quellen und Literatur –
d’Arbois de Jubainville, Henry: L’Ordre Teutonique en France, in: Bibliothèque de l’École des chartes, Bd. 32, Paris 1871
Krämer, Thomas: L’ordre teutonique dans le Midi. Malchance ou aucune chance ?, in: Les ordres religieux militaires dans le Midi (XIIe–XIVe siècle), Cahiers de Fanjeaux, Bd. 41, Toulouse 2006.
Baudin, Arnaud: Inventaire sigillographique du chartrier de la commanderie teutonique de Beauvoir (Archives départementales de l’Aube, sous-série 3 H 3500–3614). Troyes 2014.
Lalore, Charles (Hrsg.): Cartulaire de l’abbaye de Basse-Fontaine – Chartes de la commanderie de Beauvoir de l’ordre Teutonique (Collection des principaux cartulaires du diocèse de Troyes, 3). Paris, Troyes 1878.
