Kommende Barletta

Ballei Apulien1

Bistum Barletta

Land: Königreich Neapel

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I           Geschichte

Am 20. Mai 1197 bestätigte Kaiser Heinrich VI. in Palermo den Brüdern des Hospitals der Deutschen in Jerusalem den Besitz des Hospitals San Tommaso in Barletta. Das Hospital wird in der Urkunde bereits als in Barletta begonnen und gegründet bezeichnet. Mit der Bestätigung verband Heinrich VI. weitere Zuwendungen: Im Gebiet von Canne nahe Barletta erhielt das Hospital Ackerland im Umfang von zehn parica sowie die Kirche San Nicola di Rigola. Zu dieser Kirche gehörten Häuser, Besitzungen, Ländereien und weitere Pertinenzen sowie Tiere und sonstige bewegliche Güter.

Die Ausstattung des Hauses wurde unter Friedrich II. erweitert. Im September 1204 bestätigte Friedrich die zuvor von Heinrich VI. vorgenommene Schenkung und nahm das Hospital San Tommaso unter seinen Schutz. Zugleich kamen weitere Besitzungen hinzu: eine Weinpflanzung und ein Garten, die zuvor der Arzt Bertramo im Sumpfgebiet von Barletta besessen hatte, ein Backofen in der Nähe des Hauses des Riccardo Briccione sowie dem Hospital und seiner Kirche zugewiesenes Krongut jenseits der Brücke über den Ofanto. Als Grenze dieses Landes wird der Besitz von Santa Maria de Mari genannt[1].

Im Februar 1206 stand die Kirche San Tommaso in Barletta unter der Obödienz des deutschen Hospitals in Brindisi. In diesem Zusammenhang ist in Barletta ein Bruder Ursone als Angehöriger der Kirche San Tommaso belegt. Ihm wurde eine kleine Landparzelle übergeben, die unweit von San Cordiano im Gebiet von Barletta lag[2].

Bereits 1208 ist Barletta als Sitz eines Komturs belegt[3]. In der folgenden Entwicklung nahm San Tommaso eine herausgehobene Stellung unter den apulischen Häusern des Deutschen Ordens ein. Für einen Zeitraum von ungefähr fünfzig Jahren fungierte die Kommende als capitanea domus beziehungsweise caput des Ordens in Apulien[4]. Nach 1233 war Barletta zumeist Sitz der Landkomture[5].

Die wirtschaftliche Grundlage des Hauses ist für seine Frühzeit besonders durch Grundbesitz und wirtschaftlich nutzbare Güter fassbar. Bereits die Ausstattung von 1197 umfasste ausdrücklich Ackerland im Gebiet von Canne. Mit San Nicola di Rigola gelangten außerdem eine Kirche sowie die mit ihr verbundenen Häuser, Besitzungen und Ländereien an das Barlettaner Hospital. Die Besitzungen des Hauses bestanden damit bereits in den ersten Jahren des 13. Jahrhunderts aus unterschiedlichen Formen landwirtschaftlich und wirtschaftlich nutzbaren Eigentums[6].

Zur Kommendenkapelle gehörte eine Jahreseinkommen das mit 327 Dukaten angegeben wird. In ihr befand sich das Grab des Hochmeisters Hermann von Salza[7].

Im 14. Jahrhundert blieb Barletta zunächst Sitz des apulischen Landkomturs. 1334 kam es dort zu einem gewaltsamen Konflikt innerhalb des Ordens. Mehrere Brüder besetzten den Sitz des Landkomturs in Barletta, eigneten sich dessen Güter an und sperrten diejenigen Brüder ein, die dem Landkomtur treu geblieben waren. Als Hauptverantwortlicher wird Nikolaus von Cuesin genannt. Der amtierende Landkomtur war Walram von Hornberg. Nikolaus von Cuesin gehörte nach seiner Herkunft zum rheinischen Raum, Walram von Hornberg zum süddeutschen Raum[8].

Die Funktion Barlettas als Sitz des Landkomturs endete um 1350, als San Leonardo di Siponto zur Landkommende wurde[9]. Für 1410/11 ist ein Konvent von vier Ritterbrüdern und einem Priesterbruder belegt[10]. Eine entsprechende Zusammensetzung des Barlettaner Konvents wird auch für die Zeit zwischen 1435 und 1440 genannt[11]. Noch 1451 bestand der Konvent aus vier Ritterbrüdern und einem Priesterbruder[12].

Auch im 15. Jahrhundert gehörte Barletta zu den italienischen Städten, in denen der Deutsche Orden sehr angesehen war[13].

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II         Komture

Konrad von Basel (1224-1228)[14]

Friedrich von Speyer (erw. 1322)[15]

Walram von Hornberg (erw. 1334) [16]

Johann Overstolz (erw. 1336) [17]

Sebold Steppeck (1447-n. 1449)[18]

Ulrich Koler (erw. 1451)[19]

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[1] Klemens Wieser, Gli inizi dell’Ordine Teutonico in Puglia, in: Archivio Storico Pugliese 26, Bari 1973, S. 477-478

[2] Klemens Wieser, Gli inizi dell’Ordine Teutonico in Puglia, in: Archivio Storico Pugliese 26, Bari 1973, S. 477-480

[3] Klaus Militzer, Die Geschichte des Deutschen Ordens, Stuttgart 2005, S. 35

[4] Klemens Wieser, Gli inizi dell’Ordine Teutonico in Puglia, in: Archivio Storico Pugliese 26, Bari 1973, S. 477-478

[5] Klaus Militzer, Die Geschichte des Deutschen Ordens, Stuttgart 2005, S. 35

[6] Klemens Wieser, Gli inizi dell’Ordine Teutonico in Puglia, in: Archivio Storico Pugliese 26, Bari 1973, S. 477-478

[7] Marian Tumler, Der Deutsche Orden im Werden, Wachsen und Wirken bis 1400 mit einem Abriß der Geschichte des Ordens von 1400 bis zur neuesten Zeit, Wien 1955, S. 75–76

[8] Kristjan Toomaspoeg, Die Brüder des Deutschen Ordens in Italien, in: Ordines Militares Colloquia Torunensia Historica. Yearbook for the Study of the Military Orders 19, Toruń 2014, S. 95

[9] Kurt Forstreuter, Der Deutsche Orden am Mittelmeer, Bad Godesberg 1967, S. 124

[10] Marian Biskup, Visitationen im Deutschen Orden im Mittelalter. Teil I, Marburg 2002, S. 64

[11] Kurt Forstreuter, Der Deutsche Orden am Mittelmeer, Bad Godesberg 1967, S. 213

[12] Kurt Forstreuter, Der Deutsche Orden am Mittelmeer, Bad Godesberg 1967, S. 132

[13] Kristjan Toomaspoeg, Der Verlust der Besitzungen des Deutschen Ordens in Italien am Ende des 15. und zu Beginn des 16. Jahrhunderts, in: Ordines Militares Colloquia Torunensia Historica. Yearbook for the Study of the Military Orders 21, Toruń 2016, S. 130

[14] Klemens Wieser, Gli inizi dell’Ordine Teutonico in Puglia, in: Archivio Storico Pugliese 26, Bari 1973, S. 478

[15] Kurt Forstreuter, Der Deutsche Orden am Mittelmeer, Bad Godesberg 1967, S. 248

[16] Kristjan Toomaspoeg, Die Brüder des Deutschen Ordens in Italien, in: Ordines Militares Colloquia Torunensia Historica. Yearbook for the Study of the Military Orders 19, Toruń 2014, S. 95

[17] Marian Tumler, Der Deutsche Orden im Werden, Wachsen und Wirken bis 1400 mit einem Abriß der Geschichte des Ordens von 1400 bis zur neuesten Zeit, Wien 1955, S. 75–76

[18] Marian Biskup, Visitationen im Deutschen Orden im Mittelalter. Teil I, Marburg 2002, S. 446-465

[19] Marian Biskup, Visitationen im Deutschen Orden im Mittelalter. Teil II, Marburg 2004, S. 96