Kommende Bunne

Ballei Utrecht

Bistum Utrecht, Bistum Groningen (ab 1570)

Land: Herrschaft Drenthe, Republik d. Vereinigten Niederlande

.

I           Geschichte

Die Kommende Bunne wurde 1278 errichtet und erhielt bereits 1284 eine umfangreiche Stiftung, in der ihr Aleid Rading und ihre Söhne Wolter und Bartholomeus ihre Besitzungen und Einkünfte in Wanneperveen, Vollenhove, Breukelen und Wezup übertrugen. Diese umfasste Höfe, Häuser, Renten, Zehntrechte und weitere Nutzungsrechte. Zugleich erklärten Aleid Rading und ihre Söhne ihre Absicht, in den Orden einzutreten.

Nach dem Ordenseintritt des Walter van Buckhorst übertrug dessen Bruder Gijsbert II. van Buckhorst 1289 das Patronatsrecht der Kirche von Eelde mit den dazugehörigen Einkünften und Rechten an das Deutsche Haus zu Utrecht. Das Patronatsrecht blieb dauerhaft mit der Kommende Bunne verbunden und entwickelte sich zu einem ihrer wichtigsten Rechte.

Seit 1302 besaß die Kommende Höfe, Renten und weitere Einkünfte in Witten. Weitere Schenkungen, Käufe und Tauschgeschäfte mehrten den Besitz in den kommenden Jahrzehnten, wozu nun auch Patronatsrechte und Zehnten gehörten.

Ein Einkünfteverzeichnis des Utrechter Domkapitels aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts zeigt, dass die Kommende den Großen Zehnten der gesamten Pfarrei Bunne sowie weitere Einkünfte vom Domkapitel gepachtet hatte. Neben dem Grundbesitz bildeten damit auch Zehntrechte einen festen Bestandteil der wirtschaftlichen Grundlage der Kommende.

1354 erfahren wir von einem Rechtsgeschäft, in welchem die Kommende eine lebenslange Versorgung übernahm. Im Gegenzug übertrug ihr Voppa Reynaerman ihr Vermögen. 1407 gab es zu einem gleichartigen Fall vor dem Drenther Etstoel einen Rechtsstreit.

Seit 1399 im Besitz des Patronatsrechts über die Kirche von Eelde, wurden 1415 die Gebäude der Kommende sowie ihre Kapelle instand gesetzt. Zur Finanzierung wurde ein Darlehen über 150 Gulden aufgenommen.

In den ersten Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts bat der Ritterbruder Berend van Ebbinchove den Landkomtur um seine Versetzung in eine andere Kommende. Wohl nach Ootmarsum versetzt, erhielt er hier 1431/32 ein Reisegeld für seine Weiterreise nach Preußen ausgezahlt. Klassisch scheint der Konvent aus zwei Ritterbrüdern und einem Priesterbruder bestanden zu haben, was wir in der Zeit zwischen 1416 und 1441, wie auch 1451 und 1478 erfahren.

In den kommenden Zeiten begegnen uns Rechtsgeschäfte, durch die sich die Zusammensetzung des Besitzes der Kommende veränderte.

So wurden 1458 Kornrenten über dem Ykinghegoed und dem Bonekinghegoed veräußert, was jedoch im Zusammenhang mit der Beschaffung finanzieller Mittel innerhalb der Ballei zu sehen ist. 1462 wurde dann Land in Witten gegen den schmalen Zehnten über dem Lutke Bonekinghegoed getauscht und 1466 das Patronatsrecht der Kirche von Vries erworben, deren Seelsorge zukünftig durch einen Priesterbruder der Kommende versehen wurde. Schließlich wurden weitere Teile des Einkommens in Witten verkauft beziehungsweise gegen ein Mühlenhaus in Yde sowie Roggenrenten in Yde und Vries eingetauscht. Hiermit konnte eine Verlagerung in die nähere Umgebung der Kommende erwirkt werden.

Für das Jahr 1553 wird der Kommendenbesitz mit dem steinernen Haupthaus, fünf Erven und drei Kötterstellen in Bunne sowie weiteren Renten, Zehnten und Patronatsrechten angegeben. Doch lebte zu dieser Zeit bereits kein Ordensbruder mehr in der Kommende, und die Verwaltung des Hauses lag in den Händen des Rentmeisters Reiner van Limburg. Schließlich verkaufte der Landkomtur 1563 die Kommende mit ihren Gebäuden, Gütern, Patronatsrechten und weiteren Einkünften an Johan van Ewsum und erhielt dafür den Besitz in Woudsend.

.

II         Komture

Ghiselbert Scade (1371 erwähnt)

Jan van der Lynden (1418 erwähnt)

Peter ten Velde (1436 und 1459 erwähnt)

Rudolf / Rudolff (1451 erwähnt)

Wolter van Overhagen / Wolter van Ouerhagen / Wolter van Auerhaghen / Wolter van Averhaghen (1458, 1462, 1466, 1474 und 1487 erwähnt)

Peter van Hemert (1551 als abgesetzter Komtur von Bunne erwähnt)

.

– Quellen und Belege –

Demel, Bernhard: Unbekannte Aspekte der Geschichte des Deutschen Ordens, Wien 2006

Koopstra, Menno: De Duitse Orde in Drenthe: stichting en bezitsverwerving van de commanderij Bunne. In: de Boer, D. E. H. (Hrsg.): …in guete freuntlichen nachbarlichen verwantnus und hantierung… Wanderung von Personen, Verbreitung von Ideen, Austausch von Waren in den niederländischen und deutschen Küstenregionen vom 13.–18. Jahrhundert., Oldenburg 2001

Mol, Johannes A.: Vechten of verplegen? Ontstaan en begintijd van het huis en de balije Utrecht van de Duitse Orde. In: Mertens, J. (Hrsg.): Crux et arma. Kruistochten, ridderorden en Duitse Orde. Bilzen 1997

Mol, J. A.: Vechten, bidden en verplegen. Twaalf opstellen over de ridderorden in de Noordelijke Nederlanden tot 1620., Hilversum 2011

Mol, Johannes A.: De Friese huizen van de Duitse Orde. Nes, Steenkerk en Schoten en hun plaats in het middeleeuwse Friese kloosterlandschap., Leeuwarden 1991

Ridderlijke Duitsche Orde, Balije van Utrecht (Hrsg.): Cultuurhistorische inventarisatie gebouwd erfgoed Ridderlijke Duitsche Orde, Balije van Utrecht., Utrecht, 2023

Tumler, Marian: Der Deutsche Orden im Werden, Wachsen und Wirken bis 1400., Wien 1955.

Archief Ridderlijke Duitsche Orde, Balije van Utrecht (ARDOU), Utrecht: Urkunden, Rechnungsbücher, Visitationsprotokolle, Inventare und Verwaltungsakten zur Kommende Bunne (13.–16. Jahrhundert).