Kommende Corneto

Ballei Apulien

Bistum Ascoli Satriano

Land: Königreich Neapel

.

I           Geschichte

Die Kommende und ihr Marienhospital finden ihre erste Erwähnung im Jahr 1226[1]. In diesem Jahr übertrugen auch zwei Einwohner von Corneto Konrad von Basel, dem Komtur von Barletta, einen Garten und einen Weinberg. Beide Grundstücke lagen im angrenzenden Gebiet von Ascoli Satriano an einem Molonello genannten Ort. Im folgenden Jahr erwarb der Orden von Palmerio, einem Einwohner von Melfi, ein Tenimentum in Corneto.

Im Mai 1231 erwarb der Deutsche Orden von der Abtei Santa Sofia in Benevent die Tenuta della Torre della Manna, wofür 130 Goldunzen, zwölf Pflugochsen und vier Büffel gezahlt wurden[2]. Nachdem es 1231 durch Kaiser Friedrich II. zu Landschenkungen gekommen war[3], finden wir im Juli 1231 Algotio als Praeceptor[4].

Der Besitz der Niederlassung entwickelte sich in der Folgezeit zu einem umfangreichen landwirtschaftlichen Besitzverband. 1326 kam es in Corneto zu einem Besitzstreit zwischen dem Deutschen Orden und den Johannitern. Gegenstand des Streites waren Häuser, Ländereien und eine Masseria in Corneto[5]. Neben einzelnen Grundstücken gehörten auch größere landwirtschaftliche Betriebseinheiten zum Besitz des Deutschen Ordens[6].

Der Ort Corneto wurde 1349 im Zuge dynastischer Kämpfe vollständig zerstört. 1402 erwarb der Orden in dem bereits zerstörten Corneto einen steinernen Turm[7].

1410/11 zählte der Kommendenkonvent drei Mitglieder[8], was auch zwischen 1435 und 1440 der Fall war[9].

Für das 15. Jahrhundert finden wir nicht nur Belege für Einnahmen zwischen 430 und 970 Dukaten, sondern auch einen Wirtschaftsbetrieb mit 387 Kühen, 54 Ochsen, 128 Pferden, 4.300 Ziegen und Schafen sowie 2.000 Schweinen[10].

Weitere Besitzungen hatte die Kommende unter anderem in Ascoli und Melfi, die von Prokuratoren verwaltet wurden[11].

.

[1] Marian Tumler, Der Deutsche Orden im Werden, Wachsen und Wirken bis 1400 mit einem Abriß der Geschichte des Ordens von 1400 bis zur neuesten Zeit, Wien 1955, S. 77

[2] Austacio Busto, Il casale-castrum di Corneto. Primi risultati di un’indagine archeologica estensiva, in: Atti del 25° Convegno Nazionale sulla Preistoria, Protostoria e Storia della Daunia, San Severo 2005, S. 244

[3] Marian Tumler, Der Deutsche Orden im Werden, Wachsen und Wirken bis 1400 mit einem Abriß der Geschichte des Ordens von 1400 bis zur neuesten Zeit, Wien 1955, S. 77

[4] Austacio Busto, Il casale-castrum di Corneto. Primi risultati di un’indagine archeologica estensiva, in: Atti del 25° Convegno Nazionale sulla Preistoria, Protostoria e Storia della Daunia, San Severo 2005, S. 244

[5] Austacio Busto, Il casale-castrum di Corneto. Primi risultati di un’indagine archeologica estensiva, in: Atti del 25° Convegno Nazionale sulla Preistoria, Protostoria e Storia della Daunia, San Severo 2005, S. 248

[6] Marian Tumler, Der Deutsche Orden im Werden, Wachsen und Wirken bis 1400 mit einem Abriß der Geschichte des Ordens von 1400 bis zur neuesten Zeit, Wien 1955, S. 77

[7] Austacio Busto, Il casale-castrum di Corneto. Primi risultati di un’indagine archeologica estensiva, in: Atti del 25° Convegno Nazionale sulla Preistoria, Protostoria e Storia della Daunia, San Severo 2005, S. 248-249

[8] Marian Biskup, Visitationen im Deutschen Orden im Mittelalter. Teil I, Marburg 2002, S. 64

[9] Kurt Forstreuter, Der Deutsche Orden am Mittelmeer, Bad Godesberg 1967, S. 213

[10] Marian Tumler, Der Deutsche Orden im Werden, Wachsen und Wirken bis 1400 mit einem Abriß der Geschichte des Ordens von 1400 bis zur neuesten Zeit, Wien 1955, S. 77

[11] Kurt Forstreuter, Der Deutsche Orden am Mittelmeer, Bad Godesberg 1967, S. 127