Kommende Katwijk
(Erz-) Bistum Utrecht
Land: Grafschaft Holland, Republik d. Vereinigten Niederlande (ab 1581)
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I Geschichte
Schon 1388 wurde die Marienkapelle des Leprosenhauses in Katwijk aan den Rijn zur Pfarrkirche erhoben und ihr Patronatsrecht dem Deutschen Orden übertragen, der zugleich Haus und Hof bei der Kirche erhielt. Gleichzeitig wurde der Sitz der Kommende von Valkenburg nach Katwijk verlegt, während die bisherige Pfarrkirche von Valkenburg zur Kapelle herabgestuft und weiterhin durch einen Priesterbruder der Kommende seelsorglich betreut wurde.
Der Konvent bestand aus drei Priesterbrüdern, von denen einer in Valkenburg verblieb, während die beiden anderen ihren Dienst in Katwijk versahen.
Zur wirtschaftlichen Grundlage der Kommende gehörten das Patronatsrecht der Pfarrkirche, die damit verbundenen Einkünfte, Zehnten, Renten, Grundstücke, Pachtgüter sowie Haus und Hof. Die Quellen belegen eine eigenständige Bewirtschaftung der Güter und aktive wirtschaftliche Entscheidungen der Kommende. So veräußerte der Komtur 1536 Landbesitz in Valkenburg.
Während der Ordenszeit entstanden im 15. Jahrhundert das Langhaus und die beiden Seitenschiffe der Pfarrkirche; um 1500 wurden das nördliche Seitenchor und die Sakristei vollendet, in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts folgten Baumaßnahmen am südlichen Seitenschiff, mit denen die Kirche im Wesentlichen ihre spätmittelalterliche Gestalt erhielt. Aus den Quellen geht hervor, dass die Priesterbrüder für den Bauunterhalt der Kirchen und Pfarrhäuser verantwortlich waren; der Nachlass des Priesterbruders Gerrit van Beverwijk belegt die Erneuerung oder Verbesserung der Pastorei.
Valkenburg erhielt 1424 wieder den Rang einer selbständigen Pfarrkirche, deren Seelsorge weiterhin einem Priesterbruder der Kommende Katwijk übertragen blieb. Bereits 1425 stellte Herzog Philipp der Gute die Häuser und Kirchen des Deutschen Ordens in Leiden, Katwijk, Maasland und Valkenburg unter seinen Schutz und bestätigte zugleich den Besitzstand der Kommende.
1461 wurde Katwijk aan Zee zu einer eigenen Pfarrei erhoben, deren seelsorgliche Betreuung ebenfalls ein Priesterbruder der Kommende übernahm. Damit versah der kleine Konvent gleichzeitig den Dienst in den Pfarreien Katwijk aan den Rijn, Valkenburg und Katwijk aan Zee, innerhalb derer sie eingesetzt oder versetzt werden konnten.Die Quellen erlauben auch Einblicke in das Leben der Ordensgemeinschaft. Nach dem Tod des Priesterbruders Gerrit van Beverwijk entstand ein Streit um seine Nachfolge als Pfarrer von Katwijk aan Zee. Gleichzeitig wird deutlich, dass die Brüder nicht nur die Seelsorge versahen, sondern auch für die Verwaltung ihrer Pfarreien, den Unterhalt der Gebäude und die wirtschaftlichen Verpflichtungen verantwortlich waren.
Neben ihrer Aufgabe als Pfarrkirche entwickelte sich die Kirche von Katwijk während der Ordenszeit zu einem regionalen Mittelpunkt der Marienverehrung. Für das Jahr 1472 ist eine Bußwallfahrt zur Marienkirche von Katwijk bezeugt, die ihre Bedeutung über den unmittelbaren Pfarrbezirk hinaus erkennen lässt.
Bis in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts blieb die Kommende wirtschaftlich und personell handlungsfähig. Erst die Reformation führte zum Verlust der Pfarrrechte des Deutschen Ordens in Katwijk, Valkenburg und Katwijk aan Zee. Damit endete die Tätigkeit der Priesterbrüder. Die Kommende bestand zunächst als Verwaltungseinheit weiter, wurde nach 1572 von der Kommende Leiden aus verwaltet und 1599 mit der Kommende Leiden vereinigt.
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II Komture
Dirk Gravekijn der Jüngere (1390 und später vermutlich Komtur der Deutschen Ordenskommende Katwijk).
Cornelis Willemsz. (1475 als Komtur zu Katwijk am Rhein belegt).
Jeronimus Floriszoon (1514 als Komtur von Katwijk am Rhein des Deutschen Ordens belegt; damals etwa 40 Jahre alt).
Lambrecht Cost (1544 als Komtur und Pfarrer zu Katwijk aan den Rijn belegt).
Andries Gherytszoon van Dorp (zwischen 1532 und 1545 als Komtur und Pfarrer zu Katwijk belegt).
Lucas Woutersz. (vor 1579 Komtur von Katwijk; 1579 als „ehemaliger Komtur von Katwijk“ erwähnt).
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– Quellen und Literatur –
De Bruin, Renger: History: Teutonic Order Bailiwick of Utrecht. Utrecht: Universiteit Utrecht / Ridderlijke Duitsche Orde, Balije van Utrecht, 2021.
Ridderlijke Duitsche Orde, Balije van Utrecht: Cultuurhistorische inventarisatie gebouwd erfgoed van de Ridderlijke Duitsche Orde, Balije van Utrecht., Utrecht 2023.
Ridderlijke Duitsche Orde, Balije van Utrecht: Commanderijen. Utrecht.
Stapel, Rombert J.: „Onder dese ridderen zijn oec papen“. De priesterbroeders in de balije Utrecht van de Duitse Orde (1350–1600). In: Jaarboek voor Middeleeuwse Geschiedenis 11 (2008).
Gemeente Katwijk: Inventaris van het Gasthuis- en Weeshuisarchief 1478–1986. Katwijk.
Meertens Instituut: Bedevaartplaatsen in Nederland. Katwijk (Onze Lieve Vrouw tot Catwijc). Amsterdam.
https://rdo.nl/commanderijen/ (30.10.2018)
