Kommende Laibach
Patriarchat Aquileja, Bistum Laibach (1461)
Land: Herzogtum Krain
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I Geschichte
Der Deutsche Orden wurde noch vor 1228 durch Herzog Bernhard von Kärnten in Laibach angesiedelt. Seine erste Grundausstattung lag im südlichen Teil des Neuen Marktes, im Bereich des späteren Kommendekomplexes bei Križanke, Križevniška ulica und Breg. Ebenfalls noch vor 1228 erhielt der Orden aus andechsischem Besitz achtzehn Huben sowie den Zehnten von fünfzig Huben nördlich der Save, was jedoch noch vor 1271 wieder veräußert wurde. Die erste urkundliche Nennung der Laibacher Kommende stammt aus dem Jahr 1256, in welchem auch die gerichtliche Zuständigkeit des Laibacher Komturs über die zur Niederlassung gehörenden Leute belegt ist. 1267 erhielt der Orden auf dem Neuen Markt ein Grundstück zur Errichtung eines Badehauses. Zugleich besaß die Kommende bereits besondere Immunitätsrechte, darunter Schutzrechte für den Bereich des Ordenshauses und Abgabenbefreiungen. Die Ordenskirche wird 1268 erstmals ausdrücklich genannt. Im selben Jahr gelangte die Pfarre Tschernembl in den Besitz der Kommende.
Der Grundbesitz wurde in den folgenden Jahrzehnten erweitert. Vor dem 15. Mai 1273 erwarb die Kommende vier Huben in Dobrljevo, sechs Huben in Trzin und eine Hube in Mali Mengeš. Für Dol ist Besitz bereits um die Mitte des 13. Jahrhunderts nachweisbar. Bis zum Ende des Jahrhunderts kamen zwei Huben in Savlje und vier Huben in der Umgebung von Šentvid hinzu. Im unmittelbaren Stadtbereich wurden 1271 sechs Huben erworben, 1277 erhielt der Orden dort Äcker als Schenkung und 1280 kamen vier weitere Äcker hinzu. Der Besitz der Kommende bestand damit schon im 13. Jahrhundert sowohl aus Grundstücken und Gebäuden im Laibacher Stadtbereich als auch aus ländlichen Huben und Nutzflächen in dessen weiterem Umfeld.
Die im Zusammenhang mit Tschernembl erworbenen Rechte und Besitzungen blieben zunächst bei der Laibacher Kommende. Noch bis 1359 befanden sich dortiger Besitz und Patronatsrechte in ihrer Hand und die institutionelle Abhängigkeit endete erst bis 1383. Während des 14. und 15. Jahrhunderts erweiterte die Kommende ihre Besitzungen besonders im Umfeld von Laibach und in Unterkrain. Die Erwerbungen führten zu einer weit verstreuten Grundherrschaft, deren Bestand am Ende des Mittelalters nicht mehr allein auf die unmittelbare Umgebung konzentriert war[1].
Ein Urbar von 1490 zeigt die räumliche und administrative Struktur dieser Grundherrschaft. Die weiter entfernt liegenden Besitzungen waren in mehrere Verwaltungsbereiche gegliedert, darunter Bizovik, Dragomer, Trzin, Dol, Ig und ein Amt im Raum Novo mesto. Besitzungen auf dem Ljubljansko polje unterstanden dagegen teilweise unmittelbar dem Laibacher Komtur. Daneben bestand noch ein Besitzkomplex im Küstenland[2]. Im Jahr 1490 umfasste der in Huben berechnete Besitz der Kommende insgesamt etwa 256½ Huben[3].
Zum Besitz gehörten damals zahlreiche Orte im weiteren Laibacher Raum. Im Bereich von Trzin lagen Güter unter anderem in Trzin, Nadgorica, Loka pri Mengšu, Mali und Veliki Mengeš, Gradišče, Homec, Utik, Groblje, Stob und Domžale. Zum Besitzkomplex von Dol gehörten unter anderem Sveta Helena, Kamnica, Petelinje, Beričevo, Podgorica, Brezovica, Klopce, Zagorica, Dolina, Osredke, Senožet, Hrib, Vrh, Jevnica, Dol, Rača und Dragomelj. Im Bereich von Ig lagen Güter in Pijava Gorica, Podgozd, Planinica, Skrilje und Studenec-Ig. Zum Amt im Raum Novo mesto gehörten Besitzungen unter anderem in Orehek, Brezovica, Sela, Pangrč Grm, Verdun und Črmošnjice pri Stopičah[4].
Am 26. März 1511 wurden auch das Deutsche Haus und die Ordenskirche durch das schwere Erdbeben beschädigt. Eine weitere zeitgenössische Überlieferung berichtet, dass die Kirche der Deutschordensritter in Laibach bei einem starken Nachbeben am folgenden Freitag einstürzte[5].
1534 vereinbarten Stadt und Kommende die Übertragung eines erheblichen Teils des komendischen Besitzes innerhalb beziehungsweise unmittelbar am Laibacher Stadtgebiet. Betroffen waren fünf Häuser bei der Schule, 18 Häuser in der Križevniška ulica, 16 Häuser am Breg sowie 34 Häuser mit Gärten in Gradišče. Die Vereinbarung wurde jedoch nicht vollständig umgesetzt; ein Teil der betreffenden Besitzungen ging erst 1737 endgültig an die Stadt über.
Bereits 1498 waren zwei Huben in Dragomelj gegen eine Hube in Kleče pri Dolu und eine weitere Besitzung an der Gradaščica im Bereich der späteren Kolezija eingetauscht worden. 1538 wurden zwei Höfe bei Ig gegen eine halbe Hube in Iška vas getauscht. Vor 1549 kam eine Hube in Kozarje hinzu. Bis 1608 hatte die Kommende außerdem eine Mühle, einen Hof und eine Wiese an der Glinščica erworben. Der Kernbestand der Grundherrschaft blieb während des 16. und 17. Jahrhunderts trotz einzelner Verkäufe, Tauschgeschäfte und Veränderungen erhalten.
Die Wirtschaftsgrundlage bestand nicht allein aus bäuerlichen Huben. Zum Besitz gehörten Äcker, Wiesen, Gärten, Wälder, Weingärten, Höfe, Mühlen, Teiche und städtische Häuser. Im 17. Jahrhundert wurde insbesondere der Besitz des Amtes im Raum Novo mesto vergrößert; bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts war dort der in Huben berechnete Bestand gegenüber dem älteren Umfang um ungefähr ein Drittel angewachsen, daneben hatte auch der Weingartenbesitz zugenommen.
1711 trennte sich die Kommende von ihrem abgelegenen Besitzkomplex bei Ig. Verkauft wurden insgesamt zwölf Huben in Planinica, Skrilje, Pijava Gorica und Studenec-Ig an Johann Erasmus Engelshauser[6].
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde auch der bauliche Mittelpunkt der Kommende grundlegend verändert. Komtur Guidobald Graf von Starhemberg gab den Anstoß zum Neubau der heutigen Kirche[7]. An der Stelle der abgebrochenen älteren, dreischiffigen Ordenskirche entstand 1714 nach Plänen Domenico Rossis die neue barocke Kirche. 1715 wurde ihre Ausstattung durch Arbeiten des Wiener Bildhauers Marco Prodi ergänzt; zu den Seitenaltären gehörten Darstellungen des heiligen Georg und der heiligen Elisabeth[8].
1739 kaufte die Kommende den im Laibacher Raum gelegenen Besitz des krainischen Landeshauptmannamtes. Dadurch verstärkte sich insbesondere ihr Hubenbesitz in Štepanja vas, Slape, Orle und Moste. Zum Erwerb gehörten außerdem ein Meierhof mit zwei größeren Ackerkomplexen bei St. Christoph und am Friškovec, die beiden Wiesen Zornica und Hauptmanca im Laibacher Moor sowie sieben Mühlen in Zadobrova, Zgornji Kašelj, Slape, Dragomelj und Dol[9]. Mit diesem Kauf gelangten außerdem umfangreiche Rechte an gemeinschaftlich angelegten Äckern auf dem Ljubljansko polje an die Kommende. Diese Flächen lagen unter anderem bei Mali vas und Stožice, Tomačevo, Jarše, Obrije, Šmartno ob Savi, Hrastje, Sneberje, Zadobrova, Moste, Vodmat, Zgornji und Spodnji Kašelj, Studenec, Slape und Polje.
Der Erwerb von 1739 führte zu einer Neuordnung der Rechtsverhältnisse zwischen der Kommende und der Stadt. 1746 wurde ein Vergleich geschlossen, nach dem sich die mit dem angekauften Besitz verbundenen Kompetenzen an den im landeshauptmannschaftlichen Urbar von 1592 festgehaltenen Rechten orientieren sollten. Bestimmte Rechte an gemeinschaftlich genutzten Flächen und Wäldern verblieben dagegen bei der Stadt[10].
Um 1750 hatte der in Huben berechnete Gesamtbesitz der Kommende einen Umfang von etwa 285¼ Huben erreicht, gegenüber etwa 256½ Huben im Jahr 1490. Gleichzeitig hatte sich die Struktur der Grundherrschaft verändert: Die Zahl kleinerer bäuerlicher Stellen war gestiegen, vorhandene Huben waren teilweise geteilt worden, und neben dem Hubenbesitz spielten Weingärten und Mühlen eine größere Rolle. Zum älteren unmittelbar bewirtschafteten beziehungsweise verfügbaren Besitz gehörten zu dieser Zeit unter anderem vier Äcker bei Mirje, zwei Äcker bei Vojdišče, Gärten, Wiesen und Waldflächen bei Dragomer und Glinica, drei Teiche bei Mirje sowie ein Wirtschaftshof und weitere Flächen bei Sveta Helena. Vom früheren Besitz im Küstenland war dagegen nur noch eine Hube in Spodnja Branica vorhanden.
Im innerstädtischen Bereich war der Besitz gegenüber dem Spätmittelalter stark zurückgegangen. Der Theresianische Kataster von 1750 verzeichnete in Gradišče nur noch ein Haus und zwei Gärten, von denen einer zum Spital der Kommende gehörte. Außerhalb des engeren Stadtbereichs verfügte die Kommende dagegen weiterhin über ihre umfangreiche, aus zahlreichen räumlich verstreuten Bestandteilen bestehende Grundherrschaft mit bäuerlichen Stellen, Äckern, Wiesen, Weingärten, Mühlen, Höfen und Nutzungsrechten[11].
Noch in der Mitte des 19. Jahrhunderts erscheint die Laibacher Kommende unter dieser Bezeichnung in zeitgenössischen kirchlichen Personalverzeichnissen. Franz Stuchlik, der aus Österreichisch-Schlesien nach Laibach gekommen war und dort drei Jahre verbrachte, wird im Catalogus Cleri Dioecesis Labacensis von 1846 ausdrücklich als „Ordinis equestris teutonici Sacerdos et Commendae Labac. Capellanus“, als Priester des Deutschen Ritterordens und Kaplan der Laibacher Kommende, geführt. Dieselbe Amtsbezeichnung findet sich für ihn auch in den Jahrgängen 1847 und 1848. Aus seiner Tätigkeit in Laibach ist außerdem eine eigenhändig mit „Cappellanus Commdae Labac.“ unterzeichnete Aufzeichnung erhalten[12].
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II Komture
Berchtold (1277)
Wilhelm (1282)
Otto (1310)
Wetzmann (1355-1366)
Dankwart (1389)
Johann von Wimpfen (1405)
Achaz Weissenpechk (1407)
Johann von Narrenberg (1408)
Siegmund Ramung (1416)
Kaspar Mürzer (1420-1421)
Hans Greytzsch (1451)
Konrad Höltzel (1459-1468)
Wolfgang Neuhaus (1478-1483)
Hans Löbl (1498)
Konrad von Kottwitz (1506) [13]
[1] Dušan Kos, Posest ljubljanske komende nemškega viteškega reda (od 13. do srede 18. stoletja), Zgodovinski časopis 38, Ljubljana 1984, S. 271–273
[2] Dušan Kos, Posest ljubljanske komende nemškega viteškega reda (od 13. do srede 18. stoletja), Zgodovinski časopis 38, Ljubljana 1984, S. 276
[3] Dušan Kos, Posest ljubljanske komende nemškega viteškega reda (od 13. do srede 18. stoletja), Zgodovinski časopis 38, Ljubljana 1984, S. 279
[4] Dušan Kos, Posest ljubljanske komende nemškega viteškega reda (od 13. do srede 18. stoletja), Zgodovinski časopis 38, Ljubljana 1984, S. 275–276
[5] Ina Cecić, Potres 26. marca 1511 in njegove posledice na naših tleh, Škofja Loka 2011, S. 175
[6] Dušan Kos, Posest ljubljanske komende nemškega viteškega reda (od 13. do srede 18. stoletja), Zgodovinski časopis 38, Ljubljana 1984, S. 277-279
[7] Andrej Zadnikar, Osebni fond Franza Stuchlika, kaplana ljubljanske komende nemškega viteškega reda, Arhivi 21/1–2, Ljubljana 1998, S. 64
[8] Gojko Zupan, Križanke, in: Tatjana Adamič, Arhitekt Jože Plečnik. Vodnik po spomenikih, hg. von Nataša Gorenc, Ljubljana 2008, S. 55
[9] Dušan Kos, Posest ljubljanske komende nemškega viteškega reda (od 13. do srede 18. stoletja), Zgodovinski časopis 38, Ljubljana 1984, S. 278
[10] Dušan Kos, Posest ljubljanske komende nemškega viteškega reda (od 13. do srede 18. stoletja), Zgodovinski časopis 38, Ljubljana 1984, S. 277-279
[11] Dušan Kos, Posest ljubljanske komende nemškega viteškega reda (od 13. do srede 18. stoletja), Zgodovinski časopis 38, Ljubljana 1984, S. 277-279
[12] Andrej Zadnikar, Osebni fond Franza Stuchlika, kaplana ljubljanske komende nemškega viteškega reda, Arhivi 21/1–2, Ljubljana 1998, S. 64
[13] Dieter Heckmann, Amtsträger des Deutschen Ordens in Preußen und in den Kammerballeien des Reiches, o.O. 2014
