Kommende Margana
Bistum Syrakus
Land: Königreich Sizilien
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I Geschichte
Die Kommende Margana entstand auf einem Besitz, der ursprünglich zum Hospital San Giovanni Battista vor Palermo gehörte. Bereits 1154 werden die Güter Margana und Haiarzeneti in einer arabischen Grenzbeschreibung des Hospitals genannt. Im Jahr 1219 ging das Hospital mit seinen Besitzungen an den Deutschen Orden über; damit gelangte auch Margana in den Besitz des Ordens.
Spätestens seit dem frühen 14. Jahrhundert bestand in Margana eine Niederlassung des Deutschen Ordens. Für das Jahr 1328 ist eine mansio Margane belegt, die von einem Präzeptor geleitet wurde. Im selben Jahr wurde dieser Präzeptor im Verlauf einer Auseinandersetzung mit Angehörigen der Familie Valguarnera getötet.
Im Jahr 1351 erhielt der Deutsche Orden die königliche Bestätigung für eine bereits bestehende Befestigung auf der Petra di Margana. Wenige Jahre später, 1355, erscheint die Anlage als castrum Margane in einem Verzeichnis der Burgen des Königreichs Sizilien.
Am 22. Februar und am 16. März 1430 schloss der Deutsche Orden Verträge über Bauarbeiten an der Anlage. Mit der Ausführung wurden drei jüdische Maurer beauftragt. Ein Inventar aus dem Jahr 1436 zeigt die fertiggestellte Kommende mit einer Ringmauer, einem Turm, einem Saal, vier Wohnräumen, einer Küche, einem Vorratsraum, einem Getreidesilo und einem Stall. Die Anlage umfasste außerdem einen Wirtschaftshof sowie die zur Kommende gehörende Kirche von Margana.
1410/1411 bestand der Kommendenkonvent aus zwei Ordensbrüdern und auch zwischen 1435 und 1440 wohnten dort zwei Ordensbrüder. Bis 1451 verringerte sich ihre Zahl auf einen Ritterbruder.
Die Inventare des 15. Jahrhunderts belegen die weitere Nutzung der Kommende als Wirtschafts- und Verwaltungssitz. Sie nennen Wohnräume, Wirtschaftsgebäude, Lagerräume und Stallungen. Für das Jahr 1436 sind mindestens achtzehn Gedecke des Tischgeräts verzeichnet. Neben den Ordensbrüdern hielten sich daher auch Bedienstete und weitere zum Wirtschaftsbetrieb gehörende Personen in der Kommende auf.
Für das Jahr 1492 sind Jahreseinkünfte von 31 Unzen überliefert; damit erzielte Margana innerhalb der sizilianischen Ballei das dritthöchste Einkommen. Mit dem Übergang der Besitzungen des Deutschen Ordens in Sizilien an die Krone in den 1490er Jahren endete die Geschichte der Kommende Margana.
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– Quellen und Literatur –
Biskup, Marian: Visitationen im Deutschen Orden im Mittelalter. Teil I, Marburg 2002, S. 64
Biskup, Marian / Forstreuter, Kurt: Der Deutsche Orden. Geschichte der Balleien im Deutschen Reich, in Livland und im Deutschordensstaat, in: Udo Arnold (Hrsg.), Die Hochmeister des Deutschen Ordens 1190–1994, Marburg 1998.
Forstreuter, Kurt: Der Deutsche Orden am Mittelmeer, Bad Godesberg 1967.
Toomaspoeg, Kristjan: Les Teutoniques en Sicile (1197–1492), Rome 2003.
Toomaspoeg, Kristjan: „Die Deutschordensniederlassungen auf Sizilien im Spiegel der Inventare des 15. Jahrhunderts“, in: Das Leben im Ordenshaus des Deutschen Ordens, hrsg. von Udo Arnold, Marburg 2010, S. 117–138.
Toomaspoeg, Kristjan: „The Teutonic Order in Italy (1190–1525): Building Bridges in the Medieval World“, in: Archaeology and Architecture of the Military Orders. New Studies, hrsg. von Adrian J. Boas, London/New York 2014, S. 161–174.
