Kommende Rheden

Meistertum Preußen

Bistum Kulm

Land: Deutscher Orden

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I           Geschichte

Im Jahr 1224 erwarb Bischof Christian den bereits bestehenden Platz Rehden und übergab ihn 1231 an den Deutschen Orden. Dieser ließ 1234 unter Landmeister Hermann Balk dort eine Befestigung errichten[1]. Im Jahr 1251 war Rehden Sitz eines Komturs[2].

Neben der Ordensburg entstand die Stadt Rehden, deren Rechte 1285 erneuert wurden[3]. Im selben Jahr ist eine Heilig-Kreuz-Kapelle bezeugt[4].

Die Errichtung der steinernen Konventsburg erfolgte im 14. Jahrhundert. Der Bau des Konventshauses wurde in den 1340er Jahren oder um die Mitte des 14. Jahrhunderts abgeschlossen[5]. Das Konventshaus wurde als regelmäßige vierflügelige Anlage um einen Innenhof ausgeführt[6].

Der Südflügel bildete den Hauptflügel. In seinem Obergeschoss befanden sich die Kapelle und im westlichen Teil der Remter. Der Remter wurde durch eine Hypokaustenheizung beheizt und diente sowohl dem täglichen gemeinschaftlichen Leben als auch Beratungen des Konvents. Die Kapelle erhielt ein Sterngewölbe, der Remter ein Kreuzrippengewölbe[7].

Im Jahr 1329 fand auf der Burg eine Zusammenkunft von Ordensgebietigern statt, bei der über den Peterspfennig verhandelt wurde[8].

Die übrigen Flügel des Konventshauses wurden nach dem Hauptflügel ausgeführt. Im Ost- und Nordflügel befanden sich Dormitorien. Im Erdgeschoss des Nordflügels lag die Küche[9].

Das Konventshaus war von einem Parcham umgeben und durch einen Burggraben von der Vorburg getrennt. Zwischen Vorburg und Haupthaus lag ein etwa 20 Meter breiter Graben. Eine hölzerne Brücke führte von der Vorburg über den Graben zum Parcham und weiter zum Haupttor. Der Parcham war ungefähr zwölf Meter breit und lag etwa fünf Meter über dem Hof der Vorburg; seine Mauer besaß Brüstung und Wehrgang.

Das Haupttor des Konventshauses war mit einem Fallgatter gesichert. Oberhalb des Tores lag eine Wachstube, von der aus das Fallgatter bedient werden konnte. Neben dem Torweg befand sich die Zelle des Torwarts. Die Torflügel wurden zusätzlich durch einen schweren Sperrbalken gesichert.

Um den Innenhof verlief ein zweigeschossiger gewölbter Kreuzgang. Das untere Geschoss lag auf der Ebene des Erdgeschosses, während der obere Kreuzgang die Räume des Hauptgeschosses miteinander verband.

Die Keller des Konventshauses waren voneinander getrennt und verfügten über eigene Zugänge. Breite Türen und Rampen ermöglichten den Transport der Vorräte. In den Kellern wurden unter anderem Fässer mit Fleisch, Käse, Fett und verschiedene Biersorten gelagert. Die Bestände werden in den von Steinbrecht ausgewerteten Ordensinventaren in erheblichen Mengen genannt. Für die Verwaltung dieser Vorräte bestand das Amt eines Kellermeisters[10].

Zur hauswirtschaftlichen Ausstattung gehörte die im Erdgeschoss des Nordflügels gelegene Küche[11], die durch eine breite Tür mit Kreuzgang und Hof verbunden war[12].

Um die Mitte des 14. Jahrhunderts begann der Ausbau von Parcham und Vorburg[13]. Zur Vorburg gehörten Wirtschaftsgebäude, unter anderem Ställe und eine Infirmerie. Sie besaß eine eigene Toranlage. Der Zugang führte durch einen Torturm in ihrem nordöstlichen Bereich[14]. Entlang ihrer Umfassungsmauern standen verschiedene Gebäude[15].

Die Wirtschaftsbereiche der Kommende umfassten Speicher und Viehhöfe mit umfangreichen Beständen. Auch die militärische Ausstattung der Burg war beträchtlich. Bis 1409 nahmen diese Bestände zu und die Einkünfte der Kommende waren bedeutend.

Nach der Niederlage des Deutschen Ordens bei Tannenberg wurde Rehden 1410 angegriffen. Die Burg hielt einem ersten polnischen Angriff stand. Im September 1410 fiel sie nach längerer Belagerung, da ihre Besatzung war zu schwach, um die Burg zu halten. Die danach in Rehden liegende polnische Besatzung behauptete die Burg gegen einen Gegenangriff des Ordens. Im Zusammenhang mit den folgenden Waffenstillstandsvereinbarungen wurde sie wieder geräumt.

Im Jahr 1412 kam es im Gebiet der Kommende zu oppositionellen Bestrebungen eines Teils des einheimischen Adels gegen die Ordensherrschaft, doch konnte deren offener Ausbruch durch Hochmeister Heinrich von Plauen verhinderte werden.

Der Konvent zwischen 1442 und 1446 zehn Ritter- und zwei Priesterbrüder[16] und die Visitation nannte zudem einen Kaplan und zwei Scholaren. Sie sangen die Frühmesse, das Hochamt und die Vesper. Die übrigen Horen des Stundengebetes wurden gesprochen. Das Schweigen, welches nach der Komplet gehalten werden sollte, gab es nicht mehr[17]. In der nächsten Zeit ist dann nicht nur der Nachtchor der Priesterbrüder weggebrochen, auch die Ritterbrüder verrichteten diesen nicht mehr. Hierzu kam noch das Wegfallen der Tischlesung und die Tatsache, dass das Tragen der Ordenskleidung fast gänzlich unterlassen wurde[18].

Im Jahr 1454 endete die tatsächliche Herrschaft des Deutschen Ordens über Rehden. Die Burg war zu diesem Zeitpunkt nur schwach besetzt und geriet beim ersten Angriff der Truppen des Preußischen Bundes in deren Hände. Ein anschließender Versuch des Ordens, Rehden zurückzugewinnen, führte nicht zur dauerhaften Wiedereroberung der Burg. Rehden blieb danach unter polnischer Herrschaft und die Burg wurde Sitz eines Hauptmanns[19].

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II         Komture

Hartwich (1251-1252)

Hartung (1278-1280)

Heinrich von Vaternrode (1285)

Hartung (1289-1298)

Peter (1304-1312)

Hermann (1312-1321)

Dietrich von Spira (1332)

Heinrich von Bobenczene (1338)

Hartmann (1339)

Sweder (1351)

Petzold von Kurwis (1363-1370)

Heinrich von Rübesamen (1370-1377)

Heinrich Hans von Webirstete (1377-1382)

Engelbrecht Rabe von Wildstein (1383-1387)

Werner von Tettingen (1387-1390)

Heinrich Harder (1390-1391)

Rudolf von Kyburg (1391-1402)

Wilhelm Folkolt (1402-1404)

Heinrich von Schwelborn (1404)

Johann von der Dollen (1407-1409)

Nikolaus von Melin (1409-1410)

Georg von Wirsberg (1411)

Heinrich Hold (1411)

Konrad von Sefeln (1411-1412)

Otto von Walsbach (1412-1415)

Andreas von Seckendorf (1415-1416)

Friedrich von Zollern (1416)

Wolf von Sansenheim (1416-1421)

Nikolaus von Bergau (1421-1422)

Nikolaus von Görlitz (1432)

Johann von Pommersheim (1433-1434)

Ludwig von Landsee (1434)

Georg von Egeling (1434-1436)

Heinricj´h Marschalk (1436-1437)

Johann von Erlebach (1437-1438)

Johann von Gleichen (1438-1440)

Friedrich von Niederitz (?-1449)

Dietrich von Werdenau (1449-1454) [20]

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[1] Bogusz Wasik, Zamek w Radzyniu Chełmińskim. Technika i etapy budowy siedziby krzyżackich komturów i konwentu, Ochrona Zabytków, Bd. 68, Nr. 1 (266), Warszawa 2015, S. 167

[2] Tomasz Torbus, Die Konventsburgen im Deutschordensland Preußen, München 1998, S. 157

[3] Bogusz Wasik, Zamek w Radzyniu Chełmińskim. Technika i etapy budowy siedziby krzyżackich komturów i konwentu, Ochrona Zabytków, Bd. 68, Nr. 1 (266), Warszawa 2015, S. 167

[4] Tomasz Torbus, Die Konventsburgen im Deutschordensland Preußen, München 1998, S. 157

[5] Bogusz Wasik, Zamek w Radzyniu Chełmińskim. Technika i etapy budowy siedziby krzyżackich komturów i konwentu, Ochrona Zabytków, Bd. 68, Nr. 1 (266), Warszawa 2015, S. 176

[6] Conrad Steinbrecht, Die Baukunst des Deutschen Ritterordens in Preußen. Bd. 2: Preußen zur Zeit der Landmeister 1230–1309, Berlin 1888, S. 60

[7] Bogusz Wasik, Zamek w Radzyniu Chełmińskim. Technika i etapy budowy siedziby krzyżackich komturów i konwentu, Ochrona Zabytków, Bd. 68, Nr. 1 (266), Warszawa 2015, S. 170-171

[8] Tomasz Torbus, Die Konventsburgen im Deutschordensland Preußen, München 1998, S. 157

[9] Bogusz Wasik, Zamek w Radzyniu Chełmińskim. Technika i etapy budowy siedziby krzyżackich komturów i konwentu, Ochrona Zabytków, Bd. 68, Nr. 1 (266), Warszawa 2015, S. 171

[10] Conrad Steinbrecht, Die Baukunst des Deutschen Ritterordens in Preußen. Bd. 2: Preußen zur Zeit der Landmeister 1230–1309, Berlin 1888, S. 60-65

[11] Bogusz Wasik, Zamek w Radzyniu Chełmińskim. Technika i etapy budowy siedziby krzyżackich komturów i konwentu, Ochrona Zabytków, Bd. 68, Nr. 1 (266), Warszawa 2015, S. 171

[12] Conrad Steinbrecht, Die Baukunst des Deutschen Ritterordens in Preußen. Bd. 2: Preußen zur Zeit der Landmeister 1230–1309, Berlin 1888, S. 65

[13] Bogusz Wasik, Zamek w Radzyniu Chełmińskim. Technika i etapy budowy siedziby krzyżackich komturów i konwentu, Ochrona Zabytków, Bd. 68, Nr. 1 (266), Warszawa 2015, S. 177

[14] Bogusz Wasik, Zamek w Radzyniu Chełmińskim. Technika i etapy budowy siedziby krzyżackich komturów i konwentu, Ochrona Zabytków, Bd. 68, Nr. 1 (266), Warszawa 2015, S. 173-174

[15] Conrad Steinbrecht, Die Baukunst des Deutschen Ritterordens in Preußen. Bd. 2: Preußen zur Zeit der Landmeister 1230–1309, Berlin 1888, S. 60

[16] Marian Biskup, Irena Janosz-Biskupowa, Visitationen im Deutschen Orden im Mittelalter 1236-1449,

Marburg 2002, S. 221

[17] Marian Biskup, Visitationen im Deutschen Orden im Mittelalter. Teil I, Marburg 2002, S. 198

[18] Marian Biskup, Visitationen im Deutschen Orden im Mittelalter. Teil I, Marburg 2002, S. 203

[19] Conrad Steinbrecht, Die Baukunst des Deutschen Ritterordens in Preußen. Bd. 2: Preußen zur Zeit der Landmeister 1230–1309, Berlin 1888, S. 56-57

[20] Johannes Voigt, Namen-Codex der deutschen Ordens-Beamten, Hochmeister, Landmeister, Großgebietiger, Komture, Vögte, Pfleger, Hochmeister-Kompane, Kreuzfahrer und Söldner-Hauptleute in Preußen., Königsberg 1843, S. 47-49