Kommende Schwetz
Bistum Pomerellen
Land: Deutscher Orden
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I Geschichte
Die Kommende Schwetz (poln. Świecie) entstand nach der Einnahme der Burg Schwetz durch den Deutschen Orden im Jahr 1309. Bereits im zweiten Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts bestand hier eine selbständige Kommende; spätestens 1320 ist Schwetz als Sitz einer Kommende urkundlich belegt. Mittelpunkt des Ordenshauses war zunächst die ältere Burganlage. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde diese durch einen Neubau ersetzt. Zwischen etwa 1335 und 1348 entstand an der Mündung des Schwarzwassers in die Weichsel eine vierflügelige Backsteinburg mit zwei Vorburgen, die fortan den Sitz der Kommende bildete. Von hier aus wurden die zur Kommende gehörenden Besitzungen verwaltet und die Aufgaben der Ordensverwaltung wahrgenommen.
Die Kommende war zugleich Träger verschiedener Herrschafts- und Patronatsrechte in Schwetz. Der Komtur bestätigte die Wahl des Bürgermeisters, der Ratsherren und des Vogtes der Stadt. Das Patronatsrecht über die Pfarrkirche lag bei der Kommende. Für das Jahr 1441 ist außerdem eine Pfarrschule belegt. Burg und Stadt bildeten damit einen gemeinsamen Verwaltungs- und Herrschaftsmittelpunkt.
Während des 14. und der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts blieb die Kommende Schwetz ein kontinuierlich bestehendes Ordenshaus. Die Burg wurde ausgebaut und unterhalten und diente als Sitz des Konvents sowie der Verwaltung des Kommendenbezirks. Aus den erhaltenen Urkunden geht hervor, dass die Kommende während dieser Zeit ohne Unterbrechung ihre Verwaltungsaufgaben wahrnahm.
Im Jahr 1440 schloss sich die Stadt Schwetz dem Preußischen Bund an. Im selben Jahr wurde sie durch einen Brand schwer beschädigt; 1445 verursachte ein Hochwasser erhebliche Schäden an Wiesen und Feldern des Umlandes. Mit dem Ausbruch des Dreizehnjährigen Krieges begann das Ende der Kommende. Im Februar 1454 wurde die Burg nach einer zweiwöchigen Belagerung eingenommen. Während der folgenden Kriegsjahre wechselte sie mehrfach den Besitzer. Im Jahr 1461 gelangte sie endgültig in die Hand der Gegner des Ordens.
Mit dem Zweiten Thorner Frieden von 1466 endete die Herrschaft des Deutschen Ordens über Schwetz. Die Kommende wurde aufgehoben. Die Burg diente anschließend als Sitz des königlich-polnischen Starosten.
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II Komture
Konrad (erwähnt 17. April 1317; Zuordnung unsicher)
Dietrich von Lichtenhain / Lichtenhagen (19. Februar 1320 – 18. Oktober 1328)
Konrad von Bruningisheim (1. November 1335 – 25. Juli 1338)
Eberhart von Bruningisheim (erwähnt 6. Mai 1343)
Günther von Hohenstein (erwähnt 27. November 1344)
Albrecht Schoff zu Dornburg (23. Juni 1349 – 1356)
Daniel von Menden (nach 4. Februar 1363 – 20. Dezember 1364)
Albrecht Schoff zu Dornburg (nach 12. Juni 1365 – 1377)
Thomas von Merheim (14. Januar 1382 – 12. März 1392)
Albrecht Graf von Schwarzburg (12. März 1392 – 28. April 1396)
Johann von Pfirt (28. April 1396 – 1407)
Heinrich der Ältere von Plauen (7. Juli 1407 – 8./9. November 1410)
Johann von Konstat (8. November 1410 (?) – 13. September 1411)
Martin von Kemnate (13. September 1411 – 24. Juni 1415)
Wilhelm von Eglingen (erwähnt 24. Juni 1415)
Wilhelm von Steinheim (1415 – 11. November 1416)
Wilhelm der Ältere von Eppingen (1416 – 1418)
Johann von Anweil (1418 – 26. Dezember 1423)
Georg von Seckendorf (26. Dezember 1423 – 10. Juni 1424)
Johann von Melbel (erwähnt Pfingsten 1424)
Heinrich Marschalk (1430 – 1. Oktober 1434)
Johann von Stetten (1. Oktober 1434 – 6. November 1438)
Eberhard von Wesenthau (6. November 1438 – 14. Februar 1440)
Kilian von Exdorf (14. Februar 1440 – 17. April 1440)
Hans von Reibnitz (11. April 1441 – vor 7. September 1450)
Eckart von Ganssrade (29. August/3. September 1452 – 15. September 1453?)
N. N. (1453/54)
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– Quellen und Belege –
Benninghoven, Friedrich: Das Stadtbuch von Schwetz 1374–1454. In: Zeitschrift für Ostforschung. Bd. 21., Marburg 1972.
Biskup, Marian: Trzynastoletnia wojna z Zakonem Krzyżackim 1454–1466., Warszawa 1966.
Grzegorz, Maksymilian: Dzieje Świecia., Świecie 1998.
Heckmann, Dieter: Amtsträger des Deutschen Ordens in Preußen und in den hochmeisterlichen Kammerballeien des Reiches bis 1525., Toruń 2020.
Hein, Max; Koeppen, Hans: Preußisches Urkundenbuch. Bd. 3., Königsberg/Marburg 1944–1961.
Jähnig, Bernhart: Die Osteroder Komture des Deutschen Ordens und ihre Laufbahnen. In: Zeitschrift für Ostforschung. Bd. 36., Marburg 1987.
Wegner, Richard: Ein pommersches Herzogthum und eine deutsche Ordenskomthurei., Posen 1872.
