Kommende Strasburg

Meistertum Preußen

Bistum Kulm

Land: Deutscher Orden

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I           Geschichte

Zunächst der Verwaltung des Kulmerlandes unterstellt, residiert der Vogt spätestens seit 1312/13 auf der Burg, dem auch der 1317 erstmals urkundlich erwähnte Straßburger Burgkomtur unterstellt war. Zu dieser Zeit gab es bereits einen Konvent auf der Burg[1].

In einer ersten Bauphase von 1305 bis 1317 wurde eine militärische Befestigungsanlage errichtet, in der zweiten Phase von 1317 bis 1330/31 erfolgten die Verstärkung der Befestigungen und der weitere Ausbau[2]. Die Errichtung der eigentlichen Komtursburg wird dagegen auch erst in die 1330er-Jahre datiert.

Die eigenständige Komturei entstand im Zuge der Neuordnung der Ordensverwaltung nach der Auflösung der Komturei Kulmerland zur Jahreswende 1335/36. Am 13. Juni 1337 wird erstmals ein eigenständiger Komtur genannt.

1339 fand die Weihe eines Altars in der Burgkirche statt. Am 26. Juli 1339 stellte der Straßburger Komtur eine Urkunde aus, deren Ausstellungsort als apud castrum Strasberg in domo habitacionis domini magistri generalis Culmensis diocesis bezeichnet wird. Damit ist ein Wohngebäude des Hochmeisters im Bereich der Vorburg belegt[3].

Die Burganlage gliederte sich in die Hauptburg, das sogenannte ‚rechte Haus‘, mit dem Ordenskonvent und den klösterlichen Einrichtungen sowie eine ausgedehnte Vorburg, in der die wirtschaftlichen Anlagen konzentriert waren. Zu den beschriebenen Einrichtungen des Burgkomplexes gehörten Mühlen, Getreidespeicher, Schmieden, Walkmühlen, Stallungen und verschiedene Handwerkswerkstätten. In diesen wurden unter anderem Waffen und Gegenstände des täglichen Gebrauchs hergestellt. Ferner bestanden Zeughäuser zur Aufbewahrung von Rüstungen, Armbrüsten und weiterer Bewaffnung. Das größte Zeughaus wurde als Karwan bezeichnet. Die wirtschaftlichen Einrichtungen dienten der Versorgung der Burg und der Vorratshaltung. Ein Teil ihrer Erzeugnisse war für den Handel bestimmt[4].

Nach der Einrichtung der eigenständigen Komturei wurde der ordenseigene Landbesitz in ihrem Gebiet durch weitere Erwerbungen vergrößert. Zugleich setzte sich die bereits begonnene Siedlungstätigkeit fort. Der territoriale Ausbau umfasste die Erweiterung der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen und die Entwicklung der zugehörigen wirtschaftlichen Einrichtungen. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts festigten sich die Siedlungsverhältnisse, während die landwirtschaftliche und handwerkliche Produktion weiter ausgebaut wurde. Die Burg übernahm dabei sowohl die Verwaltungsaufgaben für die Komtureibesitzungen als auch die Lagerung und Verteilung der dort erzeugten Güter.

Die wirtschaftliche Tätigkeit der Komturei umfasste vor allem die landwirtschaftliche Produktion, die Verarbeitung ihrer Erzeugnisse und die Herstellung handwerklicher Güter. Von besonderer Bedeutung war die Getreidewirtschaft. Roggen und Mehl gehörten zu den Handelsprodukten der Straßburger Burg. Die Erzeugnisse wurden sowohl für die Eigenversorgung und die Versorgung anderer Ordenseinrichtungen als auch für den Verkauf bereitgehalten. Die wirtschaftlichen Einrichtungen ermöglichten darüber hinaus die Anlage umfangreicher militärischer Vorräte.

Während der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts erfolgten weitere Baumaßnahmen an der Burg. Für 1387 ist der Betrieb der nach einem Umbau entstandenen sogenannten neuen Burg überliefert. Im selben Jahr waren in den Straßburger Speichern 400 Last Roggen vorhanden. Der Bestand betrug 1396 bereits 506 Last. Für das Jahr 1404 sind 672 Last verzeichnet, von denen 300 Last für den Hochmeister bestimmt waren. 1406 belief sich der Roggenvorrat auf 660 Last. Die Vorräte wurden auf der Vorburg gelagert und gehörten zum wirtschaftlichen Bestand der Komturei.

Die Straßburger Wirtschaftsverwaltung verfügte neben den Getreidevorräten über weitere Lagerbestände. Für die Jahre 1404 bis 1407 sind 16 Fässer Salz und ein Bestand von 73 beziehungsweise 77 Armbrüsten überliefert. In den Speichern und Waffenlagern wurden außerdem Mehl und weitere militärische Ausrüstungsgegenstände verwahrt. Die Vorratshaltung diente der Versorgung der eigenen Burgbesatzung sowie der Bereitstellung von Gütern für andere Ordenseinrichtungen und militärische Unternehmungen.

Bis zum Beginn des Krieges von 1409–1411 unterhielt die Komturei eine ausgedehnte wirtschaftliche Tätigkeit. Neben der Eigenversorgung wurde Handel mit den Erzeugnissen der Burg betrieben. Die Wirtschaft beruhte auf der landwirtschaftlichen Produktion der Komtureibesitzungen, den handwerklichen Betrieben der Vorburg und der Verwaltung der eingelagerten Vorräte. Für das Jahr 1409 sind noch 296 Last Roggen verzeichnet.

Im Vorfeld des Krieges von 1409–1411 forderte der Hochmeister die Komture zur Bereitstellung ihrer Truppen auf. Der Straßburger Komtur erhielt dabei die Anordnung, auf seiner Burg zu verbleiben. Die Burg gehörte zum militärischen Befestigungssystem des Ordens an der Drewenz und verfügte über die entsprechenden Versorgungs- und Waffenbestände.

Der Krieg von 1409–1411 unterbrach die bisherige wirtschaftliche Entwicklung der Komturei. Die landwirtschaftliche Produktionsgrundlage wurde erheblich beeinträchtigt, die Vorräte gingen zurück und die Handelstätigkeit nahm ab. Besonders deutlich ist diese Entwicklung an den Getreidebeständen erkennbar. Während 1409 noch 296 Last Roggen gelagert waren, verzeichnet das Inventar von 1414 lediglich 20,5 Last. Andere Getreidesorten waren zu diesem Zeitpunkt nicht eingelagert.

Die Beeinträchtigungen der Landwirtschaft sind auch durch die im Großen Zinsbuch des Deutschen Ordens verzeichneten aufgegebenen Hufen dokumentiert. Für die Jahre 1418 bis 1422 betrug deren Anteil am gesamten Hufenbestand der Komturei Straßburg 58,5 Prozent. Noch 1435 waren 52,1 Prozent des erfassten Hufenbestandes als aufgegeben verzeichnet. Der wirtschaftliche Betrieb der Burg wurde während dieser Jahrzehnte fortgesetzt, allerdings mit erheblich verminderten Vorräten und eingeschränkter Handelstätigkeit.

Nach 1435 setzte eine erneute wirtschaftliche Belebung der Komturei ein. Der Handel innerhalb des Ordensstaates wurde wieder ausgeweitet. Zugleich erhielt die Komturei Unterstützung durch vom Hochmeister organisierte Hilfsmaßnahmen. Die Entwicklung lässt sich anhand der erneut anwachsenden Roggenvorräte verfolgen. Für 1435 sind 31 Last verzeichnet, für 1437 insgesamt 40 Last und für 1438 ein Bestand von 39 Last. Im Jahr 1446 verfügten die Straßburger Speicher wieder über 78 Last Roggen.

Die Kommende umfasste zwischen 1442 und 1446 einen Konvent von zehn Ritter- und zwei Priesterbrüdern[5]. In dieser Zeit gab es zudem zwei Scholaren. Während die Frühmesse und das Hochamt gesungen wurden, wurden die Zeiten des Chorgebetes gelesen. Sollte sich einmal Unterstützung durch einen weiteren Priester einstellen, würden die Horen auch gesungen. Hierzu kam noch, dass der Nachtchor nur von einem der Priesterbrüder gehalten wurde, da der zweite über Krankheit klagte. Der Konvent hatte nicht nur die Tischlesung abgeschafft, seine Mitglieder gingen auch nach der Komplet in ziviler Kleidung aus[6].

Die erneute Entwicklung der Burgwirtschaft und der zugehörigen Besitzungen wurde durch den 1454 beginnenden Dreizehnjährigen Krieg unterbrochen. Im Verlauf der militärischen Auseinandersetzungen wechselte die Kontrolle über die Burg mehrfach zwischen den Kriegsparteien. Die wirtschaftliche und militärische Leistungsfähigkeit der Straßburger Burg für den Deutschen Orden ging während dieser Zeit zurück.

Nach 1457 verlor der Deutsche Orden die Burg Straßburg, nachdem diese von polnischer Seite aus den Händen der zuvor für den Orden kämpfenden Söldner erworben worden war. Im Jahr 1460 gelangte die Burg nach dem Eintreffen militärischer Verstärkungen aus dem Reich erneut in die Hände der Ordensseite. Ihre tatsächliche Kontrolle lag nun beim Söldnerführer Bernard Szumborski.

Im Jahr 1463 schloss Bernard Szumborski eine Vereinbarung mit Polen. Er zog sich aus den weiteren Kampfhandlungen zurück und erhielt im Gegenzug das Recht, verschiedene von ihm gehaltene Besitzungen im Kulmerland zu behalten. Zu diesen gehörte auch die ehemalige Komtursburg Straßburg. Sie verblieb anschließend weiterhin in der Gewalt der Söldner.

Die Söldner hielten die Straßburger Burg bis 1478/79. Nach Begleichung der noch ausstehenden Soldforderungen wurde sie endgültig an Polen übergeben. Damit endete die Geschichte der Straßburger Burg als Besitz des Deutschen Ordens[7].

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II         Komture[8]

Friedrich von Spangenberg (1337-1339)

Burchard von Drieleben (1346)

Konrad von Calomunt (1370-1374)

Reinhard von Einer (1374-1387)

Kuno von Liebenstein (1387-1396)

Friedrich von Wallenrod (1396-1404)

Wilhelm von Rosenberg (1404-1406)

Gottfried von der Kühle (1406-1409)

Baldewin Stal (1409-1410)

Wilhelm von Eglingen (1410-1414)

Johann von Späth (1414-1415)

Alf von Suwern (1415-1417)

Gottfried von Rodenberg (1417-1419)

Engelhard Krebs (1419)

Michael von Nesse (1419-1420)

Johann vom Gor (1432-1438)

Simon Langschenkel (1438-1440)

Kilian von Erdorf (1441)

Leonhard von Parsberg (1441-1446)

Ulrich von Eisenhofen (1446-1450)

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[1] Sławomir Jóźwiak/Janusz Trupinda, O zamkach konwentualnych państwa krzyżackiego w Prusach. Na marginesie najnowszej książki Tomasza Torbusa, in: Zapiski Historyczne, Bd. 79, Heft 4, Toruń 2014, S. 185

[2] Jan Gancewski, Zamek krzyżacki w Brodnicy 1298–1479. Przyczynek do dziejów gospodarczo-politycznych państwa zakonnego w Prusach, in: Komunikaty Mazursko-Warmińskie, Nr. 4, Olsztyn 1995, S. 336–337

[3] Sławomir Jóźwiak/Janusz Trupinda, O zamkach konwentualnych państwa krzyżackiego w Prusach. Na marginesie najnowszej książki Tomasza Torbusa, in: Zapiski Historyczne, Bd. 79, Heft 4, Toruń 2014, S. 185-186

[4] Jan Gancewski, Zamek krzyżacki w Brodnicy 1298–1479. Przyczynek do dziejów gospodarczo-politycznych państwa zakonnego w Prusach, in: Komunikaty Mazursko-Warmińskie, Nr. 4, Olsztyn 1995, S. 335

[5] Marian Biskup, Irena Janosz-Biskupowa, Visitationen im Deutschen Orden im Mittelalter 1236-1449, Marburg 2002, S. 276-277

[6] Marian Biskup, Visitationen im Deutschen Orden im Mittelalter. Teil I, Marburg 2002, S. 199

[7] Jan Gancewski, Zamek krzyżacki w Brodnicy 1298–1479. Przyczynek do dziejów gospodarczo-politycznych państwa zakonnego w Prusach, in: Komunikaty Mazursko-Warmińskie, Nr. 4, Olsztyn 1995, S. 337-341

[8] Johannes Voigt, Namen-Codex der deutschen Ordens-Beamten, Hochmeister, Landmeister, Großgebietiger, Komture, Vögte, Pfleger, Hochmeister-Kompane, Kreuzfahrer und Söldner-Hauptleute in Preußen., Königsberg 1843, S. 54-55