Kommende Strasburg
Bistum Kulm
Land: Deutscher Orden
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I Geschichte
Die Kommende Straßburg entstand in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts in der gleichnamigen Stadt an der Drewenz, dem heutigen Brodnica in Polen. Bereits 1331 ist ein gemeinsamer Komtur von Gollub und Straßburg belegt. Zwischen 1335 und 1337 wurde Straßburg als eigenständige Kommende eingerichtet. 1339 erhielt die Burgkapelle einen geweihten Altar.
Mittelpunkt der Kommende war die gemauerte Ordensburg. Sie bestand aus einer annähernd quadratischen Vierflügelanlage mit Innenhof, Hauptturm und Vorburg. Burg und Vorburg waren durch Gräben gesichert und standen mit der befestigten Stadt Straßburg in unmittelbarer Verbindung. Die Burg diente als Sitz des Konvents und der Verwaltung des zur Kommende gehörenden Besitzes.
Im 14. Jahrhundert erweiterte sich der Besitz der Kommende durch Schenkungen, Käufe und Tauschgeschäfte. Zum Verwaltungsbezirk gehörten Dörfer, Mühlen, Waldungen, Wiesen, Gewässer sowie Einkünfte aus Abgaben und Dienstleistungen. Die Landwirtschaft bildete gemeinsam mit den Mühlen und der Fischerei die wirtschaftliche Grundlage des Hauses.
Während des Krieges von 1409 wurde von Straßburg aus ein Heerzug in das Dobriner Land unternommen. Nach der Schlacht bei Tannenberg im Jahr 1410 gingen Burg und Stadt an die Truppen des polnischen Königs über. Mit dem Ersten Thorner Frieden von 1411 kehrte die Kommende an den Deutschen Orden zurück.
Im Hungerkrieg des Jahres 1414 wurde die Burg belagert. Aus demselben Jahr sind Verzeichnisse der Vorräte erhalten. Sie nennen unter anderem Bier, Fleisch, Fisch, Schmalz, Öl, Käse, gesalzene Ochsen, Heringe, Grütze, Erbsen, Zwiebeln und Knoblauch. Inventare aus den folgenden Jahren verzeichnen außerdem Pferde, Armbrüste, Bombarden, weitere Feuerwaffen, Helme, Pulver und Munition. Im Jahr 1415 wurden bauliche Veränderungen an der Burg vorgenommen, die dem Einsatz von Feuerwaffen dienten.
Eine Visitation der Jahre 1442 bis 1446 nennt einen Konvent aus zehn Ritterbrüdern und zwei Priesterbrüdern. Hinzu kamen zwei Scholaren. Die Frühmesse und das Hochamt wurden gesungen, während die Horen gelesen wurden. Das nächtliche Chorgebet wurde von einem Priesterbruder gehalten, da der zweite Priesterbruder krank war. Die Visitation verzeichnet außerdem, dass die gemeinschaftliche Tischlesung nicht mehr stattfand und Ordensbrüder nach der Komplet in weltlicher Kleidung das Haus verließen.
Mit dem Beginn des Dreizehnjährigen Krieges gelangten Burg und Stadt 1454 in die Hand des Preußischen Bundes. 1461 nahm Bernhard von Zinnenberg die Burg für den Deutschen Orden wieder ein. Zwei Jahre später übergab er sie der polnischen Krone. Der Zweite Thorner Frieden von 1466 bestätigte den Übergang Straßburgs an das Königreich Polen und beendete die Kommende des Deutschen Ordens. Während des Pfaffenkrieges wurde die Burg 1478/1479 noch einmal von Truppen des Ordens besetzt. Nach dem Ende des Feldzuges ging sie endgültig in die Verwaltung der polnischen Krone über und diente seit 1481 als Sitz eines Starosten.
II Komture
Konrad, alter Vogt, später Komtur (1321/1325 Februar 3)
Friedrich von Spangenberg (1337 Juni 13 – 1339 August 9)
Heinrich Dusemer (1339 Dezember 21 – 1343/45)
Burchart von Dreyleben (1346 Mai 25)
Werner von Bendiz (1361 Juli 8)
Ludwig von Wolkenburg (um 1363?)
Konrad von Kalemunt (vor 1368 April 23 – 1374)
Reinhard von Elner (1374 – 1387)
Kuno von Liebenstein (1387)
Karl von Lichtenstein (1387 – 1396 Mai 1)
Friedrich von Wallenrode (1396 Mai 1 – 1404 September 29)
Wilhelm d. Ä. von Rosenberg (1404 September 29 – 1406 Juli 12)
Gottfried von der Kuhle (1406 Juli 12 – 1409 Dezember 25)
Baldewin Stael von Holstein (1409 Dezember 25 – † 1410 Juli 15)
Wilhelm d. Ä. von Eppingen (1410/1413 Mai 15? – 1414 Januar 20)
Johann Speth (1414 Januar 20 – 1415 November 3)
Alf von Suwern (1415 November 3 – 1417 März 4)
Gottfried von Rodenberg (1417 März 4 – 1419 Januar 23)
Engelbert/Engelhart Leissen/Krevet/Krebs (1419 Januar 23 – 1419 Oktober 3)
Michael von Nesse (1419 Oktober 3 – 1420?)
Nikolaus Bergau (1422 September 27)
Nikolaus von Nickeritz (1428 November 30)
Johann von Gor (1428 November 30 – 1438 November 6)
Simon Langschenkel (1438 November 6 – 1440)
Kilian von Exdorf (1441 April 11 – 1441 Mai 27)
Leonhard von Parsberg (1441 Juli 3 – 1447 November 6)
Ulrich von Eisenhofen (1447 November 6 – 1450 Mai 29)
Heinrich von Rabenstein (1451 – 1454 Februar)
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– Quellen und Literatur –
Biskup, Marian; Janosz-Biskupowa, Irena: Visitationen im Deutschen Orden im Mittelalter. Teil 1: 1236–1449., Marburg 2002.
Gancewski, Jan: Zamek krzyżacki w Brodnicy 1298–1479. In: Komunikaty Mazursko-Warmińskie, Nr. 4., Olsztyn 1995.
Heckmann, Dieter: Amtsträger des Deutschen Ordens in Preußen und in den hochmeisterlichen Kammerballeien des Reiches bis 1525., Toruń 2020.
Joachim, Erich: Regesta historico-diplomatica Ordinis S. Mariae Theutonicorum 1198–1525., Göttingen 1948–1973.
Jóźwiak, Sławomir; Trupinda, Janusz: Krzyżackie zamki komturskie w Prusach. Topografia i układ przestrzenny na podstawie średniowiecznych źródeł pisanych., Toruń 2012.
Philippi, Rudolf: Preußisches Urkundenbuch., Königsberg/Marburg 1882
Wasik, Bogusz: Architektura zamku krzyżackiego w Brodnicy., Toruń 2016.
Voigt, Johannes: Geschichte Preußens von den ältesten Zeiten bis zum Untergange der Herrschaft des Deutschen Ordens. Bd. 4., Königsberg 1830.
