Kommende Trani
Erzbistum Trani
Land: Königreich Sizilien
.
I. Geschichte
Die Kommende des Deutschen Ordens in Trani ist erstmals 1237 im Zusammenhang mit der Kirche San Basilio[1], der heutigen Kirche Sant‘ Andrea[2], belegt. Für dasselbe Jahr werden ein Prior und ein weiterer Ordensbruder genannt und zwei Jahre später erscheint mit Diepold ein eigener Komtur[3].
1237 haben Giovanni de Foresta, und Caracausa ‚ihre Person und ihre Güter‘ dem Deutschen Orden übergeben, behielten aber den Nießbrauch an dem Vermögen. Als einzige Gegenleistung forderten sie, die Teilnahme an den Gebeten und Messfeiern des Ordens. Letztlich sehen wir hier also eine Oblation. Zu den Gütern Giovannis gehörte ein Weinberg in einem als „clusus Paciani“ bezeichneten Gebiet bei Bisceglie, womit die Kommende nun eindeutig auch landwirtschaftlichen Besitz außerhalb Tranis besaß. Dieser Weinberg wurde 1251 durch den Komtur von Barletta verwaltet und in einem Rechtsakt erwähnt. Ein Komtur von Trani allerdings nicht genannt[4] und die Kommende scheint auch im 14. Jahrhundert nicht mehr existiert zu haben[5]. Der Grundbesitz blieb jedoch erhalten und die Einnahmen werden für die Rechnungsjahre 1435/36 und 1436/37 mit je zwei Dukaten angegeben. Auch 1448/49 warfen sie nich fünf Dukaten und einen Tari ab[6].
II Komture
Diepold (erw. 1240)[7]
.
[1] Vito Ricci, „Templari e giovanniti a Trani (secc. XII–XVI)“, in: Atti del XXXVI Convegno di ricerche templari, Ravenna, 22 settembre 2018, Reihe I papiri, Bd. 57, Tuscania 2019, S. 39
[2] Francesca Zago, „La Cattolica di Stilo e i suoi affreschi“, in: Zograf. A Journal of Medieval Art, Bd. 33, Belgrad: Institut für Kunstgeschichte der Philosophischen Fakultät der Universität Belgrad, 2009, S. 52
[3] Marian Tumler, Der Deutsche Orden im Werden, Wachsen und Wirken bis 1400 mit einem Abriß der Geschichte des Ordens von 1400 bis zur neuesten Zeit, Wien 1955, S. 77
[4] Vito Ricci, „La chiesa di San Nicola del Porto e la presenza teutonica a Bisceglie“, in: Cronache Medievali. Quadrimestrale di studi medievali, Nr. 44, Oktober/Januar 2015, Tuscania 2015, S. 10
[5] Kristjan Toomaspoeg, „Die Gründung der Kommenden des Deutschen Ordens in Italien (13. bis Anfang des 14. Jahrhunderts)“, in: Helmut Flachenecker, Kommendenausbau im Hl. Römischen Reich des 13. Jahrhunderts. Italien, Franken, Preußen und Livland in vergleichender Perspektive, Ilmtal-Weinstraße 2022, S. 136-137
[6] Vito Ricci, „La chiesa di San Nicola del Porto e la presenza teutonica a Bisceglie“, in: Cronache Medievali. Quadrimestrale di studi medievali, Nr. 44, Oktober/Januar 2015, Tuscania 2015, S. 11
[7] Kurt Forstreuter, Der Deutsche Orden am Mittelmeer, Bad Godesberg 1967, S. 134
