Kommende Ordingen
Bistum Lüttich
Land: Deutscher Orden
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I Geschichte
Im Jahre 1611 erwarb der Landkomtur Edmond Huyn van Amstenraedt die Herrschaft Ordingen. Die Wasserburg war im Besitz der Familie von Horion, die sie nach den Zerstörungen des Jahres 1467 wiederaufbauen ließ. Nach dem Tod Wilhelms IV. von Horion (1608) kam es jedoch zu Erbstreitigkeiten, was schließlich zum Verkauf der Herrschaft führte[1].
Doch war der Erwerb mit dem Vertragsabschluss von 1611 kein abgeschlossener Rechtsvorgang. Die Eigentumsübertragung war mit finanziellen Belastungen der Herrschaft und verschiedenen Rechtsstreitigkeiten verbunden. Von besonderer Bedeutung war dabei Jean van Wittenhorst, der Ehemann Herberta Huyn van Amstenraedts. Zwischen 1610 und 1611 erfolgten Verhandlungen über die Übertragung der Herrschaft von Wittenhorst an den Landkomtur Edmond Huyn van Amstenraedt, jedoch auch Auseinandersetzungen mit Everard d’Ans, die noch bis 1613 gerichtlich ausgetragen wurden.
Zudem war die Besitzergreifung von einem bewaffneten Konflikt begleitet, und 1611 kam es zu einer Belagerung der Burg Ordingen. Die rechtliche Abwicklung der Besitzansprüche und der auf der Herrschaft ruhenden Schulden war erst 1616 endgültig geklärt. Doch waren die grundherrlichen Rechte und deren Ausübung auch in den folgenden Jahrhunderten immer wieder Gegenstand rechtlicher Auseinandersetzungen[2].
Zunächst durch den Landkomtur verwaltet, war Adrian van Cortenbach zwar ab 1611 der Komtur, doch zu einer eigenständigen Kommende wurde Ordingen erst 1625. Zuvor war die Herrschaft mit der Kommende Holt verbunden gewesen, die nun hierher verlegt wurde[3].
1633 wurde die Burganlage umgebaut. Die baulichen Maßnahmen fanden in einer unruhigen Zeit statt. Bereits im Jahre 1623 war die Burg von schweren Beschädigungen und Plünderungen betroffen gewesen. In den Jahren 1623, 1636 und 1654 wurde die Burg wiederholt geplündert und beschädigt. Besonders 1654, als lothringische Truppen die Burg besetzten und in Brand setzten[4].
Im Jahre 1673 kam es zu einem Streit über Schulden der Komture Schenck von Nideggen und seinem Vorgänger von Luzenrode (1649–1659), da die Übernahme ungeklärte finanzielle Verpflichtungen und Forderungen mit sich brachte[5]. Praktisch wurde die laufende Verwaltung aber von einem Rentmeister und weiteren Verwaltungsbeamten geführt.
Ordingen gehörte zu den weniger ertragreichen Kommenden der Ballei Aldenbiesen und wurde zumeist einem Ordensritter als erste Kommende übertragen, der dann später auf wirtschaftlich bedeutendere Häuser wechseln konnte, was den häufigen Wechsel der Komture erklärt. Auch hielten sich die Komture nur selten dauerhaft in Ordingen auf. Statt ihrer bewohnten die Rentmeister die Kommende, was besonders im 18. Jahrhundert die innere Organisation der Kommende prägte[6].
Die grundherrlichen Rechte von Ordingen standen jedoch zu keiner Zeit dem Komtur zu, sondern stets dem Landkomtur. Dem Komtur unterstand lediglich die ihm übertragene Kommende.
Zu den wirtschaftlichen und rechtlichen Angelegenheiten gehörte die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen, die Erhebung von Abgaben, die Wahrnehmung von Steuerprivilegien und die Vertretung der Herrschaft gegenüber anderen territorialen Institutionen, was immer wieder zu Konflikten und gerichtlichen Auseinandersetzungen führte[7].
Um 1700 bestand die Kommende Ordingen aus einer größeren, von Wasser umgebenen Schloss- und Hofanlage, welche mehrere Gebäudeteile umfasste, die durch Brücken und Höfe miteinander verbunden waren. Den Mittelpunkt bildete das eigentliche Komtureigebäude, das aus vier um einen Innenhof angeordneten Flügeln bestand. Die Anlage war über eine Brücke mit einem größeren Wirtschaftshof verbunden. Parallel zu diesem Wirtschaftshof befand sich ein zweigeschossiges Torhaus. An der Südseite erhob sich ein Turm. Das Komtureigebäude besaß eine Länge von ungefähr 42 Metern und eine Breite von etwa 17 Metern. Die Gesamtfläche des Schlosskomplexes einschließlich des Innenhofs betrug ungefähr 712 Quadratmeter.
Das Gebäude vereinte Wohn-, Repräsentations-, Verwaltungs- und Wirtschaftsfunktionen. Vor allem in den südlichen und östlichen Flügeln befanden sich die Wohnräume. Neben einer Küche und mehreren Schlafräumen gehörte auch eine Kapelle mit Altar zur Anlage. Die nördlichen und westlichen Flügel dienten dagegen überwiegend der Lagerung von Getreide. Auch die Dachräume wurden zu diesem Zweck verwendet.
Der angeschlossene Wirtschaftshof war ungefähr doppelt so groß wie das eigentliche Komtureigebäude. Er umfasste Scheunen, Stallgebäude und weitere Wirtschaftsbereiche. Dazu gehörten zwei Pferdeställe, vier Schafställe sowie Unterkünfte für Schweine und Rinder. Hinzu kamen ein Brauhaus, zwei Keller und ein Eiskeller. Der bauliche Bestand verdeutlicht die enge Verbindung zwischen der herrschaftlichen Funktion Ordingens und dem landwirtschaftlichen Betrieb der Kommende[8].
Im 18. Jahrhundert wurde die Kommende überwiegend durch Rentmeister verwaltet, welche mit der Wahrnehmung zahlreicher wirtschaftlicher und administrativer Aufgaben betraut waren. Ihre Tätigkeit umfasste unter anderem die Verwaltung der Einkünfte, die Korrespondenz mit den vorgesetzten Stellen der Ballei Aldenbiesen sowie die Vertretung der Herrschaft in örtlichen Angelegenheiten[9].
Die wirtschaftlichen Rechte waren immer wieder Gegenstand gerichtlicher Auseinandersetzungen. So führte der Rentmeister zwischen 1739 und 1741 einen Rechtsstreit mit Marten Robijns über Weiderechte. Ein weiterer Konflikt betraf 1744 und 1745 die Frage, ob für den Braubetrieb der Kommende Abgaben an die Behörden des Fürstbistums Lüttich zu entrichten waren. Auch die steuerliche Stellung des Ordens wurde mehrfach bestritten, und in den Jahren 1771 und 1772 kam es zu einem Rechtsstreit über Lehensabgaben. Ein weiterer Konflikt betraf zwischen 1782 und 1792 die Besteuerung des Malzmahlens in der Mühle von Ordingen. Die Kommende musste ihre wirtschaftlichen Interessen und ihre steuerlichen Rechte damit wiederholt gegenüber territorialen und lokalen Behörden geltend machen[10].
Die Verwaltung war in das Kommunikationsnetz der Ballei Aldenbiesen eingebunden, und der Rentmeister korrespondierte nicht nur mit dem Komtur, sondern auch mit dem Landkomtur. Im Jahre 1779 reichten die Ordinger Sergeanten Willem Longré und Lambert Maus beim Landkomtur Belderbusch eine Beschwerde über die Verwaltung des Rentmeisters ein. Die näheren Vorwürfe und der Ausgang des Verfahrens sind jedoch nicht geklärt. Es verdeutlicht aber, dass die Verwaltung der Kommende auch innerhalb des örtlichen Amtsapparates Gegenstand von Konflikten war[11].
Im Verlauf des 18. Jahrhunderts verschlechterte sich der Zustand der Ordinger Kommendengebäude erheblich. 1757 waren umfangreiche Reparaturen an den Scheunendächern und an den Gewölben der Schafställe erforderlich. Auch Teile der Turmfundamente waren beschädigt. Die Zugbrücke war eingestürzt und galt als nicht mehr reparaturfähig. Trotz dieser Mängel begannen zunächst keine umfassenden Instandsetzungsarbeiten. Erst im Jahre 1772 wurde mit der Erneuerung des Gebäudebestandes begonnen. 1773 wurde die hölzerne Zugbrücke durch eine steinerne Brücke ersetzt. Weitere Arbeiten erfolgten 1783. Auch gegen Ende des 18. Jahrhunderts war das Schloss ein räumlich zusammenhängender Herrschaftskomplex mit Wohngebäuden, Wirtschaftsbauten und den dazugehörigen Anlagen[12].
Im Jahre 1794 geriet die Region unter französische Herrschaft. Die französische Annexion der südlichen Niederlande wurde 1795 vollzogen, und schon 1796 wurde die Kommende säkularisiert[13].
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II Kommende[14]
Adrian van Cortenbach (1611-1625)
Willem Quadt de Beeck (1630-1631)
Godfried Huyn van Geleen (1632-1634)
Dietrich Stefan von Reuschenberg (1634-1649)
Johann Franz von Luzenrode (1649-1659)
Kaspar Schenck von Nideggen zu Hellenraedt (1659-1664)
Vakanz
Johann Siger Spies von Büllesheim (1667-1677)
Vakanz
Wilhelm Dietrich von Kolf von Vettelhoven (1682-1683)
Friedrich von Renesse (1683-1693)
Dietrich Johann von Doornick zu Oefft (1693-1697)
Vakanz
Damian Hugo von Schönborn (1706-1707)
Vakanz
Franz Gerard von Cortenbach zu Wissem (1715-1721)
Vakanz
Anton Eusebius von Truchsess zu Wolfegg (1732-1736)
Vakanz
Clemens August von Plettenberg (1746-1749)
Wennemar Arnold von Hovell zu Solde (1749-1751)
Kaspar Anton von der Heyden gen. Belderbusch (1751-1757)
Franz von Horneck (1757-1762)
Franz Heinrich von Hoenbroek (1762-1767)
Franz johann von Reischach (1767-1770)
Heinrich Adam von Eyb zu Neudettelsau (1770-1771)
Theodor Franz de Croix (1771-1776)
Johann Heinrich von Droste zu Hülshof (1776-1778)
Vakanz
Josef Franz von Schaesberg (1779-1784)
Heinrich August Marschall von Ostheim (1784-1792)
Wilhelm Lothar von Kerpen (1792-1794)
Wolfgang Philipp von Orsini und Rosenberg (1794-1796)
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[1] Agentschap Onroerend Erfgoed: „Kasteel van Ordingen: onderdelen_versie1_20140410“, in: Inventaris Onroerend Erfgoed (29.10.2026)
[2] Michel van der Eycken: Inventaris van het archief van de balije Biesen van de Duitse Orde, Bd. II: De commanderijen Bernissem, Gemert, Gruitrode, Holt, Jungen Biesen in Keulen, Sint-Andreas en Sint-Gangulfus in Luik, Ordingen, Ramersdorf, Siersdorf, Sint-Pieters-Voeren en Vught, Bilzen 1996, S. 172-175
[3] Michel van der Eycken: Leden van de Duitse Orde in de Balije Biesen, Bilzen 1994, S. 174
[4] Agentschap Onroerend Erfgoed: „Kasteel van Ordingen: onderdelen_versie1_20140410“, in: Inventaris Onroerend Erfgoed (29.10.2026)
[5] Michel van der Eycken: Inventaris van het archief van de balije Biesen van de Duitse Orde, Bd. II: De commanderijen Bernissem, Gemert, Gruitrode, Holt, Jungen Biesen in Keulen, Sint-Andreas en Sint-Gangulfus in Luik, Ordingen, Ramersdorf, Siersdorf, Sint-Pieters-Voeren en Vught, Bilzen 1996, S. 175
[6] Jozef Smeesters: „Het kasteel van Ordingen“, in: Langs Molenbeek en Melsterbeek in Sint-Truiden. De vier elementen, Sint-Truiden 2010, S. 52
[7] Michel van der Eycken: Inventaris van het archief van de balije Biesen van de Duitse Orde, Bd. II: De commanderijen Bernissem, Gemert, Gruitrode, Holt, Jungen Biesen in Keulen, Sint-Andreas en Sint-Gangulfus in Luik, Ordingen, Ramersdorf, Siersdorf, Sint-Pieters-Voeren en Vught, Bilzen 1996, S. 173-175
[8] Agentschap Onroerend Erfgoed: „Kasteel van Ordingen: onderdelen_versie1_20140410“, in: Inventaris Onroerend Erfgoed (29.10.2026)
[9] Michel van der Eycken: „Een historisch overzicht van de Duitse Orde en van de balije Biesen“, in: De landcommanderij Alden Biesen, Openbaar Kunstbezit in Vlaanderen, Jg. 28 (1990), Nr. 4, Abschnitt zur Verwaltung der Ballei, online unter: https://www.okv.be/archief/de-landcommanderij-alden-biesen (30.10.2026)
[10] Michel van der Eycken: Inventaris van het archief van de balije Biesen van de Duitse Orde, Bd. II: De commanderijen Bernissem, Gemert, Gruitrode, Holt, Jungen Biesen in Keulen, Sint-Andreas en Sint-Gangulfus in Luik, Ordingen, Ramersdorf, Siersdorf, Sint-Pieters-Voeren en Vught, Bilzen 1996, S. 173-174
[11] Michel van der Eycken: Inventaris van het archief van de balije Biesen van de Duitse Orde, Bd. II: De commanderijen Bernissem, Gemert, Gruitrode, Holt, Jungen Biesen in Keulen, Sint-Andreas en Sint-Gangulfus in Luik, Ordingen, Ramersdorf, Siersdorf, Sint-Pieters-Voeren en Vught, Bilzen 1996, S. 178
[12] Agentschap Onroerend Erfgoed: „Kasteel van Ordingen: onderdelen_versie1_20140410“, in: Inventaris Onroerend Erfgoed (29.10.2026)
[13] Michel van der Eycken: Inventaris van het archief van de balije Biesen van de Duitse Orde, Bd. II: De commanderijen Bernissem, Gemert, Gruitrode, Holt, Jungen Biesen in Keulen, Sint-Andreas en Sint-Gangulfus in Luik, Ordingen, Ramersdorf, Siersdorf, Sint-Pieters-Voeren en Vught, Bilzen 1996, S. 231
[14] Leden van de Duitse Orde in de Balije Biesen, Bilzen 1994, S. 174
