Kommende Vught

Ballei Aldenbiesen

Bistum Lüttich

Land: Brabant

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I           Geschichte

Von der Kommende Vught ist erstmals 1334 die Rede, als ein unter ihr gelegenes Gut mit einem Erbzins zugunsten des Komturs belastet wurde. Auch gehörte um 1340/50 der sogenannte Alte Zehnt zum Besitzkomplex[1]. Die Kommende war eng mit der Lambertuskirche verbunden und der Komtur zugleich Pfarrer dieser Kirche[2].

Eine Güteraufstellung von 1423 nennt neben der Lambertuskirche den Alten Zehnt sowie Zehntbezirke in Molenakker, Cromvoirt, Deuteren, ’t Reut und Oud-Herlaar. Hinzu kamen Geld- und Naturalzinsen aus der Donkerbeemd in der Pfarrei St. Pieter sowie Abgaben aus verschiedenen Höfen. Die jährlich erhobenen Zinsen beliefen sich auf 17 Pfund, 15 Schillinge und 8 Pfennige Bosscher Währung sowie 2½ Pfennige Altgeld; als Naturalabgaben erhielt die Kommende 56 Hühner, 13 Kapaune und 5 3/16 Mud Roggen. Diese Einkünfte bildeten jedoch nur einen Teil der Erträge, da die Zehnten deutlich mehr einbrachten. Der Komtur wohnte zu dieser Zeit in einem eigenen Haus gegenüber der Lambertuskirche[3]. Die praktische Seelsorge wurde von Kaplänen übernommen, die später über eine eigene Pfarrerwohnung bei der Kirche verfügten.

Zum unmittelbar mit der Kommende verbundenen Besitz gehörten 1432 Äcker und Wiesen sowie weitere Grünlandflächen und Moorgründe bei Loon op Zand. Das Haus war damit der Mittelpunkt eines landwirtschaftlich genutzten Besitzkomplexes. Neben den landwirtschaftlichen Grundstücken standen Zinsen, Pachten und vor allem Zehnten[4].

1468 erwarb die Kommende von den Erben des zur Bosscher Oberschicht gehörenden Aart Berwout ein Drittel des Alten Zehnten zu einem Preis von 425 goldenen Peters. Aus diesem Preis ergibt sich für den gesamten Alten Zehnten zu diesem Zeitpunkt ein rechnerischer Wert von 1.275 Peters. Der Erwerb stärkte die Verfügung der Kommende über jene Einkünfte, die bereits vorher einen wesentlichen Teil ihrer wirtschaftlichen Grundlage gebildet hatten[5].

Für 1479 sind Arbeiten an der Kirche belegt. Der spätgotische Bau wurde in der Folge weiter ausgebaut und sein Turm erreichte im 16. Jahrhundert die Gestalt, in der er im Wesentlichen erhalten blieb. Die Kirche bildete gemeinsam mit dem benachbarten Kommendenhaus den räumlichen Mittelpunkt des Hauses[6].

Im 16. Jahrhundert blieb das Komturamt mit der Vughter Niederlassung verbunden, doch veränderte sich die tatsächliche Amtsführung. Floris Marschereel, der das Amt von 1555 bis 1608 innehatte, führte den Titel „Komtur von Vught“ konsequent. Seit 1585 wohnte er jedoch nicht mehr dauerhaft im Vughter Kommendenhaus, sondern in seinem privaten Haus an der heutigen Sint Jorisstraat in ’s-Hertogenbosch, dem später sogenannten Massereelshuis[7]. Dieses Stadthaus gehörte Marschereel persönlich. Er hatte es aus seiner Familie erhalten und verfügte damit neben seiner Stellung als Komtur über einen eigenen städtischen Wohnsitz, der nach seinem Tod an die Familie zurückfiel[8].

Die Verlagerung der Residenz nach ’s-Hertogenbosch erfolgte in einer Zeit zunehmender Belastungen für die Kommende. Der entscheidende bauliche Einschnitt trat 1603 ein. Im Zusammenhang mit den Kriegshandlungen um ’s-Hertogenbosch wurde das Kommendenhaus in Vught offenbar zerstört. Auch die benachbarte Lambertuskirche erlitt schwere Schäden. Das Kommendenhaus wurde anschließend nicht wiederaufgebaut. Damit endete die jahrhundertelange unmittelbare Wohnfunktion des alten Kommendenhofes, auch wenn die Kommende als rechtliche und wirtschaftliche Institution weiterhin bestand.

1612 wurde mit Jan Raet van Frentz erstmals ein Ritterbruder zum Komtur von Vught bestellt. Auch seine Nachfolger waren Ritterbrüder und keine Priester. Damit endete die ältere Gestalt Vughts als Priesterkommende, in der der Komtur selbst zugleich das geistliche Amt des Pfarrers innehatte, und die Pfarrseelsorge wurde nun getrennt vom Komturamt versehen[9].

1615 wurde das Massereelshuis zur festen Residenz der Komture von Vught bestimmt. Gleichzeitig war entschieden, das 1603 zerstörte Kommendenhaus in Vught nicht wiederherzustellen[10]. Auch wenn die Kommende weiterhin Vught genannt wurde, so hatte der Komtur jetzt seine Residenz in ’s-Hertogenbosch.

Nach der Einnahme von ’s-Hertogenbosch 1629 verschlechterte sich die rechtliche Stellung der Kommende und ihres Besitzes erheblich, denn ihre Güter wurden von den Generalstaaten beansprucht. Die schließlich gewählte Lösung bestand in ihrer Veräußerung. Das 1603 zerstörte Kommendenhaus wurde nicht wiedererrichtet. 1662 wurde die Veräußerung der Besitzungen freigegeben; 1663 erwarb Cornelius Kuchlinus den ehemaligen Kommendenplatz für 5.000 Gulden. Anschließend wurde die Kommende Vught aufgehoben[11].

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II         Komture[12]

Aert van Mompellier (1373)

Johann von Cortenbach (1539-1543)

Floris van Maschereel (1555-1608)

Johan Raitz von Frentz (1610-1624)

Dietrich Stefan von Reuschenberg (1624-1631)

Heinrich Schenck von Nideggen (1638)

Johann Franz von Lutzenrode (1642-1647)

Heinrich Schenk von Nideggen (1649)

Willem Quadt de Beeck (1659)

Johann Adrian von Bilandt (1659-1665)

Hendrick van Wassenaer tot Warmont (1677-1683)

Bertram Wessel von Loe (1683-1688)

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[1] Ton Kappelhof: Vught in de middeleeuwen (900–1300). Deel 2. De Heren van Vught en de Duitse Orde, in: Schatten van Vught, Jg. 2, Nr. 1, Vught 2019, S. 20

[2] Ridderlijke Duitsche Orde, Balije van Utrecht, Inventarisatie van het bouwkundig erfgoed van de Ridderlijke Duitsche Orde in Nederland, Utrecht 2023, S. 119–120

[3] Ton Kappelhof: Vught in de middeleeuwen (900–1300). Deel 2. De Heren van Vught en de Duitse Orde, in: Schatten van Vught, Jg. 2, Nr. 1, Vught 2019, S. 20

[4] Ridderlijke Duitsche Orde, Balije van Utrecht, Inventarisatie van het bouwkundig erfgoed van de Ridderlijke Duitsche Orde in Nederland, Utrecht 2023, S. 119

[5] Ton Kappelhof: Vught in de middeleeuwen (900–1300). Deel 2. De Heren van Vught en de Duitse Orde, in: Schatten van Vught, Jg. 2, Nr. 1, Vught 2019, S. 20-21

[6] Ridderlijke Duitsche Orde, Balije van Utrecht, Inventarisatie van het bouwkundig erfgoed van de Ridderlijke Duitsche Orde in Nederland, Utrecht 2023, S. 121

[7] Ridderlijke Duitsche Orde, Balije van Utrecht, Inventarisatie van het bouwkundig erfgoed van de Ridderlijke Duitsche Orde in Nederland, Utrecht 2023, S. 119

[8] M. W. J. de Bruijn: Onderzoek Oude Hulst (Zuidwal). Aanvulling, intern rapport 89c, Utrecht 2014, S. 1

[9] Ridderlijke Duitsche Orde, Balije van Utrecht, Inventarisatie van het bouwkundig erfgoed van de Ridderlijke Duitsche Orde in Nederland, Utrecht 2023, S. 119

[10] Ridderlijke Duitsche Orde, Balije van Utrecht, Inventarisatie van het bouwkundig erfgoed van de Ridderlijke Duitsche Orde in Nederland, Utrecht 2023, S. 111-112

[11] Ridderlijke Duitsche Orde, Balije van Utrecht, Inventarisatie van het bouwkundig erfgoed van de Ridderlijke Duitsche Orde in Nederland, Utrecht 2023, S. 119

[12]Leden van de Duitse Orde in de Balije Biesen, Bilzen 1994, S. 178