Kommende Fellin

Meistertum Livland

Bistum Dorpat

Land: Deutscher Orden

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I. Geschichte

Die Kommende Fellin entstand nach der Übernahme des Hauses des Schwertbrüderordens durch den Deutschen Orden im Jahr 1237 und befand sich auf der gleichnamigen Burg, dem heutigen Viljandi.

Im Verlauf des 13. Jahrhunderts entstand an ihrer Stelle eine steinerne Burg, deren Mittelpunkt ein vierflügeliges Konventshaus mit Innenhof und Kreuzgang war und die in den folgenden Jahrhunderten mehrfach erweitert wurde.

Die Kommende verwaltete einen Besitzbezirk, zu welchem verschiedene Wirtschaftshöfe gehörten. So sind für die Mitte des 16. Jahrhunderts unter anderem die Wirtschaftshöfe Rickhof, Wastsemois und Allenküll belegt. Weitere Verwaltungsorte waren Tarwast, Lais und Oberpalen.

Sind für das Jahr 1347 und 1420 in der Kommende 36 Ritterbrüder belegt, so wird für 1408 auch ein Pfarrer in Fellin erwähnt. Nachdem 1436 die Zahl der nach Fellin reisenden Pferde wegen Futtermangels begrenzt werden musste, erwähnt die Visitation von 1451 29 Ritterbrüder und fünf Priesterbrüder in der Kommende.

Komtur Dietrich von der Dornenburg bat 1472 Hochmeister darum, seinem Bruder Cort das Tragen des Ordenskleides zu gestatten.

Für Ostern 1554 ist ein Verzeichnis der Beamten und Diener des Gebietes Fellin überliefert. Es nennt zwei Landschreiber sowie den Dolmetscher Wolmar Meidell. Außerdem sind die Beamten der Wirtschaftshöfe und die dort tätigen Meier sowie auf mehreren Höfen Frauen aufgeführt, die als ‚meyerschen‘ bezeichnet werden.

Für das Jahr 1554 sind zwölf Ritterbrüder in der Kommende nachgewiesen.

Lebten 1554 noch zwölf Ritterbrüder in der Kommende, so wurde sie im Sommer 1560, nach mehrwöchiger Belagerung, von russischen Truppen eingenommen und ging dem Orden verloren.

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II         Komture

Rikolf (1234; Schwertbrüderorden)
Ludolf (1248)
Dietrich (1252–1255)
L. (1265)
Wilhelm von Nindorf (um 1281)
Heinrich (1291)
Godevert (1298)
Gerhard von Jork (1305)
Johann (1316)
Hermann Nese (1330)
Reiner Mom (1338)
Goswin von Herike (1341–1343)
Johann von Wieden (1345–1347)
Rudolf Torck (1348–1349)
Arnold von Herike (1366–1374)
Bruno von Hochstaden (um 1392)
Konrad von Vietinghoff (1396–1401)
Frank Spee (1401–1404)
Engelbrecht von Pentling (1405)
Dietrich Torck (1408–1413)
Siegfried Lander von Spanheim (1413–1415)
Goswin von Pulheim (1415–1432)
Goswin von Velmede (1432–1433/1434)
Werner von Nesselrode (1435)
Thomas Hungersdorp genannt Grevesmolen (1435–1441)
Peter Wesseler (1442–1456)
Bernhard von der Heide (1458–1470)
Dietrich von der Dorneburg genannt von der Lage (1471/1472–1480)
Wennemar von Dellwig (1480–1510)
Wolter von Plettenberg der Jüngere (1512–1518)
Rupert de Grave (1518–1535)
Johann von der Recke (1535–1549)
Heinrich von Thülen (1551–1554)
Wilhelm von Fürstenberg (1554–1557)
Gotthard Kettler (1558–1559)

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– Quellen und Literatur –

Johansen, Paul: Ein Verzeichnis der Ordensbeamten und Diener im Gebiete Fellin vom Jahre 1554. In: Sitzungsberichte der Altertumforschenden Gesellschaft zu Pernau. Bd. IX (1926–1929). Pernau 1930

 Tumler, Marian: Der Deutsche Orden im Werden, Wachsen und Wirken bis 1400 mit einem Abriß der Geschichte des Ordens von 1400 bis zur neuesten Zeit, Wien 1955, S. 390

Põltsam-Jürjo, Inna: Ordensritter und Frauen in Livland im 16. Jahrhundert. In: Ordines Militares. Colloquia Torunensia Historica 28., Toruń 2023