Kommende Adsel

Meistertum Livland

Erzistum Riga

Land: Deutscher Orden

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I           Geschichte

Die häufig genannte Jahreszahl 1238 für die Entstehung der Kommende Adsel beruht auf späterer Überlieferung und ist nicht zeitgenössisch belegt. Ein erhaltener Siegelstempel mit der Umschrift „S‘ COMENDATORIS IN ADZELE“, also „Siegel des Komturs in Adsel“, belegt die Existenz eines Komturs von Adsel. Der Siegelstempel wird in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts datiert[1].

Die Burg Adsel lag an der Gauja, der historischen Treyder Aa, auf einer Landspitze, die durch die Einmündung eines kleineren Gewässers in den Fluss gebildet wurde. Im Zentrum der Anlage befand sich ein viereckiger Konventsbau mit einem ebenfalls viereckigen Innenhof. Den Kernbau umgab eine Vorburg; südöstlich schloss sich, durch einen Graben getrennt, eine größere zweite Vorburg an. Der eigentliche Konventsbau war vergleichsweise klein[2].

Im Winter 1341/42 wurde das Adselland von russischen Truppen verwüstet. Im Zuge der anschließenden Verstärkung der östlichen Grenzsicherung wurde am 25. März 1342 Marienburg errichtet[3]. Noch im selben Jahr wurde der Konvent von Adsel nach Marienburg verlegt[4],womit die Kommende Adsel endete und die Marienburg an ihre Stelle trat.

Das Gebiet gehörte nun zur Komturei Marienburg, doch bestand Adsel als nachgeordnete Burg fort und blieb bis in den Livländischen Krieg in Gebrauch. Im September 1558 verließen die dortigen Knechte die Burg, weil sie nicht ausreichend befestigt war[5].

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[1] Leonid Arbusow, Ueber eine Ordens-Comturei in Adsel und eine in betreff eines Comturs von Uppemolle aufgestellte Hypothese, in: Sitzungsberichte der Gesellschaft für Geschichte und Alterthumskunde der Ostseeprovinzen Russlands aus dem Jahre 1893, Riga 1894, S. 45-46

[2] Karl von Löwis of Menar, Ueber Adsel als Ordenscomturei, in: Sitzungsberichte der Gesellschaft für Geschichte und Alterthumskunde der Ostseeprovinzen Russlands aus dem Jahre 1893, Riga 1894, S. 52–53

[3] Konstantin Höhlbaum, Die jüngere livländische Reimchronik des Bartholomäus Hoeneke 1315–1348, Leipzig 1872, S. 12–13

[4] Gaujiena (Deutscher Orden), in: Forschung Deutscher Orden – Urbar der geistlichen Ritterorden, Universität Würzburg, UrbarID 1110 (Stand 05.09.2026)

[5] Leonid Arbusow, Ueber eine Ordens-Comturei in Adsel und eine in betreff eines Comturs von Uppemolle aufgestellte Hypothese, in: Sitzungsberichte der Gesellschaft für Geschichte und Alterthumskunde der Ostseeprovinzen Russlands aus dem Jahre 1893, Riga 1894, S. 45-46