Kommende Montpellier

Ballei Frankreich

Bistum Montpellier

Land: Kgr. Aragon

.

I           Geschichte

Die Kommende Montpellier ging aus dem Martinsspital der Vorstadt hervor. Der Stadtmagistrat von Montpellier übertrug dieses Hospital im Jahr 1228 dem Deutschen Orden. Am 15. März 1229 ist die Übergabe urkundlich fassbar; sie erfolgte an Jean de Gordone und Guillaume de Mutels, die als Bevollmächtigte des Hochmeisters Hermann von Salza handelten. Im folgenden Jahr stellte Papst Gregor IX. das Hospital Saint-Martin beziehungsweise Sainte-Marie des Teutons unter seinen Schutz und empfahl es den Konsuln und der Bevölkerung von Montpellier.

Das Haus lag im Faubourg de la Saunerie, einer Vorstadt Montpelliers. Es erscheint unter den Bezeichnungen Martinsspital, Saint-Martin des Teutons und Sainte-Marie des Teutons. Seine Aufgabe lag in der Aufnahme von Pilgern; Sainte-Marie des Teutons war dabei besonders für deutsche Pilger bestimmt.

Wann aus dem Hospital eine Kommende wurde, ist nicht überliefert. Im Jahr 1263 ist ein Komtur belegt, sodass die Kommende spätestens zu diesem Zeitpunkt als organisierte Niederlassung bestand. Sie blieb bis in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts im Besitz des Ordens und bildete mir der Kommende Arles eine eigene Region, die nicht zur Ballei Frankreich gehörte.

Im Jahr 1344 verkaufte der Generalprokurator die Kommende für 1.500 Gulden. Käufer war Kardinal Imbert du Puy.

.

II         Komture

Terrin / Terrinus (4. Juni 1263 erwähnt; „frater Terrinus preceptor ipsius domus“, Präzeptor der domus Teutonicorum Montispessulani / des Hospitals Sainte-Marie des Teutons)

.

– Quellen und Literatur –

d’Arbois de Jubainville, Henry: L’Ordre teutonique en France, in: Bibliothèque de l’École des chartes, Bd. 32, Paris 1871

Krämer, Thomas: L’ordre teutonique dans le Midi. Malchance ou aucune chance?, in: Les ordres religieux militaires dans le Midi (XIIe–XIVe siècle), Cahiers de Fanjeaux 41, Toulouse 2006

Militzer, Klaus: Die Geschichte des Deutschen Ordens, Stuttgart 2005.