Kommende S. Michel d'Eremitage

Ballei Frankreich / Ballei Lothringen

Bistum Chartres

Land: Königreich Frankreich

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I           Geschichte

Die Kommende Saint-Michel de l’Hermitage wurde um 1225 gegründet. Sie lag bei Trancrainville im Bistum Chartres und bildete gemeinsam mit den Besitzungen in Neuvy-en-Beauce den dortigen Besitzkomplex des Deutschen Ordens. Den ältesten nachweisbaren Zusammenhang bildet eine päpstliche Schutzurkunde Papst Honorius’ III. aus dem Jahr 1223, die 1246 durch den Offizial von Chartres vidimiert wurde und die Besitzungen des Hauses unter päpstlichen Schutz stellte.

Im Jahr 1225 übertrug Simon, Herr von Rochefort und Le Puiset, dem Deutschen Orden seinen Besitz in Neuvy-en-Beauce. Noch im selben Jahr bestätigten Marguerite von Apremont und ihr Sohn Hugues diese Übertragung. In der benachbarten Pfarrei Trancrainville besaß der Orden das Eremitenhaus Saint-Michel, aus dem sich die Kommende Saint-Michel de l’Hermitage entwickelte. Die Besitzungen von Saint-Michel de l’Hermitage und Neuvy-en-Beauce blieben während des gesamten Mittelalters eng miteinander verbunden.

Im Jahr 1296 erscheint Saint-Michel de l’Hermitage gemeinsam mit Beauvoir und Neuvy-en-Beauce in der Verwaltung der französischen Ordenshäuser. Zu dieser Zeit gehörte die Kommende weiterhin zum französischen Besitz des Ordens.

Die Überlieferung der Kommende blieb über das Mittelalter hinaus erhalten. Die Urkunden und sonstigen Schriftstücke zu Saint-Michel de l’Hermitage und Neuvy-en-Beauce wurden später gemeinsam mit den Unterlagen der übrigen französischen Niederlassungen im Archiv der Kommende Beauvoir verwahrt.

Am 23. April 1501 wurde Saint-Michel de l’Hermitage zusammen mit den übrigen französischen Besitzungen des Deutschen Ordens an die Zisterzienserabtei Clairvaux verkauft.

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– Quellen und Literatur –

Forstreuter, Kurt: Der Deutsche Orden am Mittelmeer, Bonn 1967.

d’Arbois de Jubainville, Henry: L’Ordre Teutonique en France, in: Bibliothèque de l’École des chartes, Bd. 32, Paris 1871

Krämer, Thomas: L’ordre teutonique dans le Midi. Malchance ou aucune chance ?, in: Les ordres religieux militaires dans le Midi (XIIe–XIVe siècle), Cahiers de Fanjeaux, Bd. 41, Toulouse 2006.

Militzer, Klaus: Die Geschichte des Deutschen Ordens, Stuttgart 2005.

Tumler, Marian: Der Deutsche Orden im Werden, Wachsen und Wirken bis 1400., Wien 1955