Kommende Möllrich
Erzbistum Mainz
Land: Deutscher Orden
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I Geschichte
Am 1. November 1231 erhielt der Deutsche Orden eine landgräfliches Allod in Möllrich und nahm 1234 weitere Güter in Obermöllrich vom Kloster Ahnaberg in Erbpacht[1]. Für den 20. Februar 1255 und den 30. Januar 1260 ist ein Jakob als Komtur von Obermöllrich belegt[2]. Nach der Übertragung des Patronatsrechts in Felsberg an die Marburger Kommende, wurde dem Komtur von Möllrich die Ausübung dieses Rechtes übertragen. 1258 kaufte die Kommende Marburg einen Hof in Möllrich für 175 Mark. Der Vorsteher dieses Hofes wurde zukünftig als Komtur oder Pfleger bezeichnet. Ihm stand ein Priesterbruder zur Seite, der die Pfarrei Felsberg versah. Von Möllrich aus wurden zugleich Ordensgüter in Altendorf und Wildungen verwaltet. In den folgenden Jahrzehnten wurde der Besitz des Ordens im Raum Möllrich erweitert und nach dem Tode der Eltern des Fritzlarer Bürgersohns Engelbert erhielt die Kommende bei einer Erbteilung sechs Hufen, die in Wellen, Nieder-Vorschütz, Möllrich, Ober-Zennern und Gombet lagen. 1285 erwarb die Ballei dann für 155 Mark vom Klosters Weißenstein den umfangreichen Gutsbezirk Gombet. Hierzu kamen in den folgenden Jahren unter anderem Mühlen, Fischereirechte, Wald und weitere Güter in der Umgebung[3]. 1290 erwarb der Orden in Fritzlar ein Steinhaus mit anschließendem Holzbau und Hof in der Münstergasse[4]. Nachdem die Stadt das Ordenshaus und seine Bewohner 1301 von städtischen Diensten befreit und ihnen Bürgerrecht verliehen hatte, wurde 1302 ein weiteres Haus mit Hof in der Münstergasse erworben. 1305 ist dann mit Helwig der letzte ausdrücklich genannte Komtur belegt[5] und noch im selben Jahr wurde das Ordenshaus als Sitz eines Pflegeamtes genannt[6]. Schon bald danach wurde die Kastnerei nach Fritzlar verlegt[7] und ab 1310 befand sich auch der Sitz des Komturs in Fritzlar[8]. Nachdem von 1317 bis 1320 Tausch- und Kaufgeschäfte in Felsberg, Wehren, Gombet und Obermöllrich genannt werden, kam es 1341 zu einem Streit mit dem Erzstift Mainz um die Allmende der Marken Fritzlar und Möllrich. 1388 kam es zu einer Vereinbarung über die Anlage eines Kirchhofs und den Bau einer Kapelle in Obermöllrich, welche der Kommende in Marburg unterstellt waren[9]. Hier auch über einen Burgsitz verfügend, ist zudem eine Goldwäscherei an der Eder überliefert[10]. 1809 wurde die Kommende säkularisiert[11].
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[1] Carl Heldmann, Geschichte der Deutschordensballei Hessen nebst Beiträgen zur Geschichte der ländlichen Rechtsverhältnisse in den Deutschordenscommenden Marburg und Schiffenberg, in: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde 30, Kassel 1895, S. 74–75
[2] Dieter Wojtecki, Studien zur Personengeschichte des Deutschen Ordens im 13. Jahrhundert, Wiesbaden 1971, S. 111
[3] Carl Heldmann, Geschichte der Deutschordensballei Hessen nebst Beiträgen zur Geschichte der ländlichen Rechtsverhältnisse in den Deutschordenscommenden Marburg und Schiffenberg, in: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde 30, Kassel 1895, S. 74–76
[4] Marian Tumler, Der Deutsche Orden im Werden, Wachsen und Wirken bis 1400 mit einem Abriß der Geschichte des Ordens von 1400 bis zur neuesten Zeit, Wien 1955, S. 143
[5] Carl Heldmann, Geschichte der Deutschordensballei Hessen nebst Beiträgen zur Geschichte der ländlichen Rechtsverhältnisse in den Deutschordenscommenden Marburg und Schiffenberg, in: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde 30, Kassel 1895, S. 76-77
[6] Marian Tumler, Der Deutsche Orden im Werden, Wachsen und Wirken bis 1400 mit einem Abriß der Geschichte des Ordens von 1400 bis zur neuesten Zeit, Wien 1955, S. 143
[7] Carl Heldmann, Geschichte der Deutschordensballei Hessen nebst Beiträgen zur Geschichte der ländlichen Rechtsverhältnisse in den Deutschordenscommenden Marburg und Schiffenberg, in: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde 30, Kassel 1895, S. 77
[8] Marian Tumler, Der Deutsche Orden im Werden, Wachsen und Wirken bis 1400 mit einem Abriß der Geschichte des Ordens von 1400 bis zur neuesten Zeit, Wien 1955, S. 143
[9] Karl Alhard von Drach, Die Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Cassel. Band II: Kreis Fritzlar, Marburg 1909, S. 186
[10] Carl Heldmann, Geschichte der Deutschordensballei Hessen nebst Beiträgen zur Geschichte der ländlichen Rechtsverhältnisse in den Deutschordenscommenden Marburg und Schiffenberg, in: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde 30, Kassel 1895, S. 78-79
[11] Bernhard Demel, 1190–2010. 820 Jahre Deutscher Orden. Fünf Referate über eine lange Geschichte in Europa, Riedeldruck 2011, S. 38
