Kommende Traar

Ballei Koblenz

Erzbistum Köln

Land: Kurfürst-Erzbistum Köln

I          Geschichte

 

Die Deutschordenskommende Traar hatte ihren Sitz auf Haus Traar, einer ursprünglich als Wasserburg angelegten Befestigung. Die Anlage wird am 11. Juni 1255 erstmals urkundlich erwähnt. In dieser Urkunde erscheint Albert von Are als Besitzer des Hauses. Die Burg trug damals den Namen „Are“ oder „Ahr“ und war Sitz der Herren von Are.

Am 9. April 1274 schenkten Albert von Are und seine Ehefrau Aleidis von Rode dem Deutschen Orden ihr Haus in Traar sowie ihre Besitzungen. Die Schenkung erfolgte, da das Ehepaar kinderlos geblieben war. Zu den übertragenen Gütern gehörten neben Haus Traar weitere Besitzungen in der Umgebung. Die Schenkung wurde von mehreren Zeugen bestätigt, darunter der Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg und Graf Dietrich VII. von Kleve. In der Urkunde wird die Anlage als „domus Are“ bezeichnet. Noch im selben Jahr richtete der Deutsche Orden auf dem übertragenen Besitz eine Kommende ein.

Im Jahr 1286 erweiterten Albert von Are und Aleidis von Rode ihre Stiftung um eine Priesterpründe. In den folgenden Jahren kam es zu Auseinandersetzungen um die Schenkung. Angehörige der Familie der Stifter erhoben Ansprüche auf die Güter. Erst ein Vergleich aus dem Jahr 1293 bestätigte den Deutschen Orden endgültig im Besitz von Haus Traar und den zugehörigen Ländereien.

Die Traarer Besitzungen wurden zunächst von der Kommende Köln verwaltet. Nach der Errichtung der Deutschordenskommende Rheinberg im Jahr 1317 erfolgte die Vereinigung der Traarer Niederlassung mit Rheinberg. In späteren Quellen erscheint die gemeinsame Bezeichnung „Traar und Rheinberg“. Eine kartographische Aufnahme des Jahres 1760 bezeichnet Haus Traar ausdrücklich als zur „Commenthurey Rheinbergh“ gehörig.

Zum Besitz der Kommende gehörten Güter in Traar, Bockum und weiteren Orten der Umgebung. Für das Gut ist überliefert, dass es Landtagsrecht besaß, jedoch weder über eigene Gerichtsbarkeit noch über Jagdrecht verfügte.

Während des Truchsessischen Krieges wurde die Anlage zerstört. Die Literatur nennt hierfür die Jahre 1584 beziehungsweise 1586. Im Dreißigjährigen Krieg erlitt Haus Traar 1641 beziehungsweise 1642 erneut schwere Schäden. Der Wiederaufbau begann 1647. Das Herrenhaus wurde 1664 neu errichtet; die Jahreszahl „ANNO 1664“ ist bis heute am Gebäude überliefert. Die Kapelle entstand 1669.

Die Kapelle war dem heiligen Georg geweiht. Sie bestand aus einem einschiffigen Backsteinbau mit dreiseitigem Chorschluss und maß etwa 6,40 × 4,75 Meter. Historische Beschreibungen nennen eine flache Decke, Stichbogenfenster mit älterer Verglasung und gemalte Wappen. In einem Fenster befand sich eine Inschrift für den Deutschen Ordensmeister Johann Caspar mit der Jahreszahl 1670. Auf dem Altar stand ein geschnitzter Schrein des 17. Jahrhunderts mit Darstellungen Christi und mehrerer Heiliger.

Das Herrenhaus wurde als zweigeschossiger Backsteinbau mit sieben Fensterachsen errichtet. Ältere Beschreibungen berichten von geschweiften Staffelgiebeln, einem Mittelgiebel auf der Schauseite und einem achteckigen Türmchen an der Grabenseite. Diese Bauteile gingen bei späteren Umbauten verloren.

Für das Jahr 1715 ist eine Nutzung des Herrenhauses durch die Komture der Kommende Traar und Rheinberg überliefert. Im Jahr 1719 wurde das Gebäude umgebaut und erhielt seine barocke Gestalt. Das Eingangsportal trägt Wappensteine des Deutschen Ordens.

Aus dem Jahr 1760 ist eine sechsteilige kartographische Darstellung der Anlage erhalten. Der Kartograph Mathias Ehmans fertigte eine Ansicht des „zur Commenthurey Rheinbergh gehörigen Hauses Trahr“ an. Die Karten zeigen Haus Traar und seine Umgebung aus der Vogelperspektive.

Zum Gesamtkomplex gehörten Herrenhaus, Kapelle, Wirtschaftsgebäude, das Halfmannshaus, Toranlagen, Wassergräben sowie Garten- und Parkflächen. Nach dem Ende der Ordenszeit wurden die Wirtschaftsgebäude 1817 neu errichtet.

Der Besitz verblieb vom Jahr 1274 bis zur Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts beim Deutschen Orden. Mit der Säkularisation endete der Ordensbesitz an Haus Traar im Jahr 1802. Das Gut ging an die französische Domänenverwaltung über und wurde 1812 an den Krefelder Kaufmann Johann Heinrich von der Leyen verkauft.

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– Quellen und Literatur –

Clemen, Paul: Die Kunstdenkmäler der Städte und Kreise Gladbach und Krefeld, Düsseldorf 1896

Lacomblet, Theodor Joseph: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins oder des Erzstifts Köln, der Fürstentümer Jülich und Berg, Geldern, Moers, Cleve und Mark und der Reichsstifte Elten, Essen und Werden, Bd. 2, Düsseldorf 1846

www.archaeologie-krefeld.de/Bilder/entdeckungen/PDFDateien/Haus%20Traar/HausTraar.pdf (24.06.2026)

www.baukunst-nrw.de/objekte/Haus-Traar–2039.htm (24.06.2026)