Ballei Koblenz

Kommenden

→ Beeck → Muffendorf
→ Dieren → Pitzemburg (Mechelen)
→ Ibersheim → Rheinberg
→ Judenrode → Traar
→ Koblenz → Vier Ambachten
→ Köln (St. Katharina) → Waldbreitbach

I           Geschichte

Die Ballei Koblenz entstand im Verlauf des 13. Jahrhunderts. Spätestens um 1290 ist sie durch die Erwähnung eines Landkomturs sicher nachweisbar. Sie erhielt ihren Namen von der Landkommende Koblenz. Ihre Besitzungen lagen vor allem im Rheinland und im Westerwald. Außerhalb dieses Gebietes befanden sich die Kommende Pitsenburg bei Mechelen im heutigen Belgien sowie zeitweise die Kommende Vier Ambachten im Gebiet der heutigen Niederlande.

Im 14. Jahrhundert setzte innerhalb der Ballei eine Entwicklung ein, die dazu führte, dass Versetzungen von Ordensbrüdern in die Gebiete des Deutschmeisters oder des Landmeisters von Livland immer seltener wurden. Im 15. Jahrhundert kamen solche Versetzungen zum Erliegen.

Die Ballei Koblenz gehörte zu den Kammerballeien des Ordens und war dem Hochmeister zugeordnet. Der für die Kammerballei nachweisbare Kammerzins bestand im Mittelalter aus Wein.

Für die Jahre 1410 und 1411 sind in der Ballei insgesamt 53 Ordensbrüder nachgewiesen, darunter 16 Priesterbrüder. Sie lebten in zehn Kommenden.

Im Jahr 1520 verpfändete der Hochmeister die Ballei an den Deutschmeister. Als dieser versuchte, seinen Einfluss auf die inneren Angelegenheiten der Ballei auszudehnen, stieß er auf Widerstand. Die Ballei konnte ihre Stellung gegenüber diesen Bestrebungen behaupten.

Um 1600 wurde der Sitz des Landkomturs von Koblenz in die Kommende St. Katharina in Köln verlegt. Nachdem Schloss Morsbroich erworben und zu einer Residenz ausgebaut worden war, nahm der Landkomtur dort nach 1761 seinen Wohnsitz. Dem Landkomtur unterstand außerdem die Reichsherrschaft Elsen.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war die Zahl der Ordensangehörigen stark zurückgegangen. Während für die Jahre 1410 und 1411 noch 53 Ordensbrüder nachgewiesen sind, bestanden im Jahr 1801 nur noch vier Ordensritter und ein Ordenspriester.

Das Ende der Ballei Koblenz vollzog sich zwischen der französischen Besetzung der linksrheinischen Gebiete ab 1794 und der endgültigen Säkularisation ihrer Einrichtungen im Jahr 1809. Mit dem Verlust ihrer Besitzungen und der Einziehung des Ordensvermögens entfielen die Grundlagen ihrer weiteren Existenz. Die Aufhebung der Kommende Koblenz im Jahr 1809 markiert zugleich das Ende der Ballei Koblenz.

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II           Landkomture

Ludwig (1219-1231)

Walter de Porta Castri(1249-1272) 

Matthias von Lonnich (1274-1295) 

Dirk von Holland (1297-1304) 

Jakob (1309) 

Winrich von Baesweiler (1315-1318)

Jacob von Trier (1324, 1339)

Johann von Langerak (1340-1346)

Christian von Binsfeld (1349-1360)

Rüdiger von Friemersheim (1361-1375)

Gottfried von Bicken (1379-1382)

Berthold von Kirskorf (1382-1387)

Adolf von Viermund (1389-1392)

Gerhard von Fischenich (1394-1395)

Balduin Stael von Holstein (1397-1399)

Winrich von Rheindorf (1400-1402)

Albrecht von Thunen (1405-1410)

Wilhelm von Wittlich (1411)

Konrad von Buchseck (1412-1414)

Gerhard von Benesis (1412-1414)

Philipp von Kendenich (1432-1435)

Eberhard von Nackenheim (1435-1439)

Philipp von Kendenich (1439-1442)

Eberhard Thyn von Schlenderhahn (1442-1446)

Nikolaus von Gielsdorf (1446-1460)

Lambert von Neudorf (1461, Administrator)

Heitgin von Miele (1463, Administrator)

Werner Overstolz (1464-1483)

Johann Scherfchen (1483-1486)

Werner Spies von Büllesheim (1486-1501)

Ludwig von Seinsheim (1501-1524)

Wilhelm von Isenburg (1524-1525, Administrator)

Erich von Braunschweig (1524-1531)

Georg von Eltz (1532)

Walter von Heusenstamm (1532-1547)

Wilhelm Haber von Hegern (1547-1557)

Anton von Weyer zu Nickenich (1557-1558)

Otto von Gunss (1558-1577)

Reinhard Scheiffart von Merode (1578-1598)

Adolf von dem Bomgart zu Heyden (1599-1631)

Johann Friedrich von Syburg (1631-1639)

Werner Spies von Büllesheim (1639-1643)

Johann von Ellern zu Oest (1643-1646)

Heinrich von Reuschenberg zu Setterich (1646-1677)

Goswin Scheiffart von Merode (1677-1685)

Johann Carl von Nesselrath (1685-1697)

Karl Gottfried von Loe zu Wissen (1698-1715)

Jobst Moritz von Droste zu Senden (1716-1754)

Ignaz Franz von Roll zu Bernau (1754-1792)

Carl Franz von Forstmeister zu Gelnhausen (1792-1805)

Wenzel Joseph von Colloredo-Mels (1805)

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– Quellen und Literatur –

Arnold, Udo: Die Deutschordensurkunden des Landeshauptarchivs Koblenz. Balleien Koblenz und Lothringen. Regesten (1174–1807), Marburg 2016

Arnold, Udo: Die Landkomture der Ballei Koblenz, in: Ritter und Priester. Acht Jahrhunderte Deutscher Orden in Nordwesteuropa., Alden Biesen 1992

Arnold, Udo: Schloss Morsbroich, in: Ritter und Priester. Acht Jahrhunderte Deutscher Orden in Nordwesteuropa., Aldenbiesen 1992

Biskup, Marian: Visitationen im Deutschen Orden im Mittelalter. Teil I, Marburg 2002

Limburg, Hans: Die Hochmeister des Deutschen Ordens und die Ballei Koblenz, Marburg 1969

Militzer, Klaus: Die Geschichte des Deutschen Ordens, Stuttgart 2005

Taubl, Friedrich: Der Deutsche Orden im Zeitalter Napoleons (Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens, Bd. 4), Marburg 1966