Kommende Ascheraden
Erzbistum Riga
Land: Deutscher Orden
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I Geschichte
Kommende und Burg wurden noch vor 1209 durch den Schwertbrüderorden errichtet[1], und 1218 befand sich hier ein Konvent von 13 Ritterbrüdern[2]. Als der Schwertbrüderorden 1237 mit dem Deutschen Orden fusioniert wurde, gelangte die Kommende an den Deutschen Orden[3].
1279 erlitt das livländische Ordensheer bei Ascheraden eine schwere Niederlage gegen die Litauer, wobei der livländische Landmeister Ernst von Ratzeburg und ungefähr siebzig Ordensbrüder fielen[4]. Nachdem Landmarschall Andreas von Steinberg 1375 in der Kommendenkirche sein Grab gefunden hatte[5], hören wir von einem Feldzug der Komture von Marienburg, Karkus, Wenden, Ascheraden, Selburg, Dünaburg, Rositten, Ronneburg und Kokenhusen am 1. Januar gegen die Russen[6]. Schon am 21. April 1483 wird Ascheraden als „zum Gebiet des Landmeisters“ bezeichnet, womit die Kommende zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr existiert haben dürfte[7].
II Komture[8]
Hartmut (1209?)
Markward von Bauerbach (1211-1231)
Bernhard (1234)
Heidenreich (1252-1255)
Johann von Schonenhagen (1305)
Conrad von Vytinghove (1387-1393)
Johann Schwarthof (1417-1420)
Gerhard von Bogge (1422-1423)
Goswin von Velmede (n. 1424)
Lambrecht von Merkenich (1426-1430)
Heinrich von Bockenforde gen. Schungel (1430-1432)
Johann von Gilsa (1432)
Johann von Schafthausen (1435-1441)
Hermann von Sevinghausen (1444-1445)
Heinrich Schleier (1450)
Johann von Krieckenbeck gen. Spor (1451-1453)
Konrad von Vietinghoff (1453-1455)
Lubbert von Varssem (1461-1462)
Wilhelm von Bockenforde gen. Schungel (1462-1465)
Konrad von Herzenrode (1470)
Gerhard von Issum (1470-1474)
Erwin von Bellersheim (1478)
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[1] Volker Hentrich: Die Darstellung des Schwertbrüderordens in der Livländischen Reimchronik, in: Joachim Laczny: Perzeption und Rezeption. Wahrnehmung und Deutung im Mittelalter und in der Moderne, Göttingen 2014, S. 119-120
[2] Alan V. Murray: The Sword Brothers at War: Observations on the Military Activity of the Knighthood of Christ in the Conquest of Livonia and Estonia (1203–1230), in: Ordines Militares. Colloquia Torunensia Historica 18, Torun 2013, S. 29
[3] Leonid Arbusow: Grundriß der Geschichte Liv-, Est- und Kurlands, 3. Aufl., Riga 1908, S. 18–20
[4] Leonid Arbusow: Grundriß der Geschichte Liv-, Est- und Kurlands, 3. Aufl., Riga 1908, S. 45
[5] Anu Mänd: Visuelle Memoria: die Grabplatten der livländischen Ordensmeister und Gebietiger, in: Mati Laur: Forschungen zur baltischen Geschichte, Bd. 15 (2020), Paderborn 2021, S. 67-68
[6] Christian Gahlbeck: Liv-, Est- und Kurländisches Urkundenbuch, Erste Abteilung, Bd. 14: 1480–1483, Wien 2022, Nr. 13, S. 30
[7] Christian Gahlbeck: Liv-, Est- und Kurländisches Urkundenbuch. Erste Abteilung, Bd. 14: 1480–1483, Wien 2020, Nr. 830, S. 749
[8] Lutz Fenske: Ritterbrüder im livländischen Zweig des Deutschen Ordens, Köln 1993, S. 671-672
