Kommende Ascheraden
Erzbistum Riga
Land: Deutscher Orden
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I Geschichte
Die Kommende Ascheraden ging aus einer Niederlassung des Schwertbrüderordens hervor, die 1209 am rechten Ufer der Düna im Grenzgebiet zwischen Livland, Semgallen und Kurland gegründet wurde. Nach der Eingliederung des Schwertbrüderordens in den Deutschen Orden gehörte die Niederlassung spätestens seit 1252 zum Deutschen Orden und bestand als Kommende bis zu ihrer Aufhebung im Jahr 1478. Die Jahreszahl 1252 bezeichnet den frühesten urkundlichen Nachweis der Kommende als Niederlassung des Deutschen Ordens und nicht ihre eigentliche Gründung, die noch in die Zeit des Schwertbrüderordens fällt.
Sitz der Kommende war die Burg Ascheraden bei dem heutigen Aizkraukle in Lettland. Während die Niederlassung bereits seit 1209 bestand, begann der Bau der Ordensburg vermutlich erst um 1213; nach den überlieferten Nachrichten war sie um 1224 fertiggestellt. Die Burg entstand auf einer Landzunge am rechten Ufer der Düna etwa zwei Kilometer oberhalb der älteren einheimischen Wallburg Alt-Ascheraden und wurde damit nicht auf dem bereits bestehenden Burgplatz, sondern an einem neu gewählten Standort errichtet.
Im Jahr 1226 wurde die Burg von dem semgallischen Herrscher Viestards eingenommen, nachdem die Schwertbrüder das mit ihm bestehende Bündnis aufgekündigt und sein Herrschaftsgebiet angegriffen hatten. Wenig später gelangte die Anlage wieder in den Besitz des Ordens und blieb anschließend Sitz der Kommende.
Im Jahr 1256 wurde der Kommende das links der Düna gelegene Land Medene zugeordnet. Mit diesem Gebiet gelangte auch die Burg Altene, die in der deutschsprachigen Überlieferung als Altona bezeichnet wird und unter diesem Namen 1408 erstmals urkundlich belegt ist, an die Kommende. Durch die Eingliederung Medenes erstreckte sich der Verwaltungsbezirk der Kommende über beide Ufer der Düna. Die Zuweisung Medenes ist zugleich die einzige urkundlich eindeutig nachweisbare territoriale Erweiterung der Kommende.
Nach dem Frieden vom Melnosee im Jahr 1422 verlor die Kommende ihren südlich der Düna gelegenen Gebietsteil mit Medene und Pelone an das Großfürstentum Litauen. Trotz dieses Gebietsverlustes bestand sie noch etwa 56 Jahre weiter, ehe sie 1478 aufgehoben wurde. Die überlieferten Quellen nennen keinen ausdrücklichen Grund für ihre Aufhebung; spätere Erklärungsversuche beruhen auf historischen Deutungen und werden von den zeitgenössischen Quellen nicht ausdrücklich bestätigt.
Mit der Aufhebung der Kommende im Jahr 1478 hörte Ascheraden als selbständige Kommende des Deutschen Ordens auf zu bestehen. Ihr Gebiet wurde dem Verwaltungsbereich des livländischen Landmarschalls zugeordnet.
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II Komture
Hartmut (1209?)
Markward von Bauerbach (1211-1231)
Bernhard (1234)
Heidenreich (1252-1255)
Johann von Schonenhagen (1305)
Conrad von Vytinghove (1387-1393)
Johann Schwarthof (1417-1420)
Gerhard von Bogge (1422-1423)
Goswin von Velmede (n. 1424)
Lambrecht von Merkenich (1426-1430)
Heinrich von Bockenforde gen. Schungel (1430-1432)
Johann von Gilsa (1432)
Johann von Schafthausen (1435-1441)
Hermann von Sevinghausen (1444-1445)
Heinrich Schleier (1450)
Johann von Krieckenbeck gen. Spor (1451-1453)
Konrad von Vietinghoff (1453-1455)
Lubbert von Varssem (1461-1462)
Wilhelm von Bockenforde gen. Schungel (1462-1465)
Konrad von Herzenrode (1470)
Gerhard von Issum (1470-1474)
Erwin von Bellersheim (1478)
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– Quellen und Literatur –
Fenske, Lutz / Militzer, Klaus (Hrsg.): Die Ritterbrüder im livländischen Zweig des Deutschen Ordens., Köln 1993
www.balt-hiko.de/publikationen/livlaendisches-urkundenbuch-bhk/ (25.06.2026)
