Kommende Ascheraden

Meistertum Livland

Erzbistum Riga

Land: Deutscher Orden

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I           Geschichte

Ascheraden war bereits vor seiner Eingliederung in die livländische Organisation des Deutschen Ordens als Ordensplatz genutzt worden. Für das Jahr 1218 ist dort ein Kommandant mit zwölf ihm unterstellten Ritterbrüdern belegt[1]. Für die Geschichte der späteren Kommende ist daran vor allem bedeutsam, dass der Deutsche Orden 1252 an einen bereits bestehenden Ordenssitz anknüpfen konnte[2]. 

Die wirtschaftliche Grundlage der Kommende bildete der zu Ascheraden gehörende Ordensbesitz. Dieser diente der Versorgung des Konvents sowie der Unterhaltung der Burg und der mit ihr verbundenen Einrichtungen. Die Kommende verfügte damit über eine territoriale und wirtschaftliche Grundlage, auf der ihr dauerhafter Bestand beruhte.

Besonders deutlich wird die Stellung des Ascheradener Komturs innerhalb des livländischen Ordens im Zusammenhang mit der Wahl des Ordensmeisters im Jahr 1438. Nach dem Tod des livländischen Ordensmeisters Heinrich von Böckenförde genannt Schüngel Ende 1437 wurden entsprechend der bestehenden Gewohnheit zwei Kandidaten für das Meisteramt bestimmt. Vier Gebietiger wurden anschließend zum Hochmeister entsandt, um die Wahl mitzuteilen und um die Bestätigung eines der Kandidaten zu ersuchen. Zu dieser Gesandtschaft gehörte Hans Schaffhausen, der damalige Komtur von Ascheraden. Mit ihm reisten die Komture von Reval, Goldingen und Mitau. Der Revaler und der Ascheradener Komtur vertraten dabei die westfälische, die beiden anderen die rheinländische Gruppe innerhalb des Ordens[3].

Während des Bestehens der Kommende veränderte sich auch ihr baulicher Mittelpunkt. Für das Jahr 1420 werden in einer Urkunde sowohl die alte Burg, „Oldenborch“, als auch das „husz Ascheraden“ genannt. Die baugeschichtliche Einordnung unterscheidet entsprechend zwischen einer älteren Ordensburg und einer jüngeren Anlage. Die neue Ordensburg entstand in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts am Standort der heute erhaltenen Ruine[4].

Im Jahr 1451 von Visitatoren des Hochmeisters besucht, diente die Burg ab 1480 als Sitz des livländischen Landmarschalls[5]. Für die Zeit von 1519 bis 1561 sind Hauskomture des Landmarschalls in Ascheraden überliefert[6].

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II         Komture[7]

Hartmut (1209?)

Markward von Bauerbach (1211-1231)

Bernhard (1234)

Heidenreich (1252-1255)

Johann von Schonenhagen (1305)

Conrad von Vytinghove (1387-1393)

Johann Schwarthof (1417-1420)

Gerhard von Bogge (1422-1423)

Goswin von Velmede (n. 1424)

Lambrecht von Merkenich (1426-1430)

Heinrich von Bockenforde gen. Schungel (1430-1432)

Johann von Gilsa (1432)

Johann von Schafthausen (1435-1441)

Hermann von Sevinghausen (1444-1445)

Heinrich Schleier (1450)

Johann von Krieckenbeck gen. Spor (1451-1453)

Konrad von Vietinghoff (1453-1455)

Lubbert von Varssem (1461-1462)

Wilhelm von Bockenforde gen. Schungel (1462-1465)

Konrad von Herzenrode (1470)

Gerhard von Issum (1470-1474)

Erwin von Bellersheim (1478)

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[1] Alan V. Murray, The Sword Brothers at War: Observations on the Military Activity of the Knighthood of Christ in the Conquest of Livonia and Estonia (1203–1227), in: Ordines Militares. Colloquia Torunensia Historica. Yearbook for the Study of the Military Orders 18, Toruń 2013, S. 30

[2] EBIDAT – Die Burgendatenbank, Aizkraukle / Ascheraden, Abschnitt „Geschichte“ (05.09.2026)

[3] Philipp Schwartz, Ueber eine Anklageschrift gegen den Hochmeister Paul von Russdorf aus dem 15. Jahrhundert (ca. 1439), Dorpat 1887, S. 19

[4] Ieva Ose, Aizkraukle / Ascheraden. Burg des Deutschen Ordens, MALIV-Katalog, Riga 2022, S. 1-2

[5] EBIDAT – Die Burgendatenbank, Aizkraukle / Ascheraden, Abschnitt „Geschichte“ (05.09.2026)

[6] Ieva Ose, Aizkraukle / Ascheraden. Burg des Deutschen Ordens, MALIV-Katalog, Riga 2022, S. 1

[7] Lutz Fenske: Ritterbrüder im livländischen Zweig des Deutschen Ordens, Köln 1993, S. 671-672