Kommende Duisburg

Ballei Westfalen

Erzbistum Köln

Land: (Gft./Hzt.) Kleve

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I           Geschichte

Die Anfänge der Kommende Duisburg reichen bis in das frühe 14. Jahrhundert zurück. Kurz vor 1313 erhielt der Deutsche Orden erste Besitzungen durch Schenkungen und erwarb anschließend weitere Güter in der Stadt und ihrer Umgebung. Die Niederlassung bestand hauptsächlich aus der Pfarrei St. Salvator und den dazugehörigen Einkünften. Ein eigener Konvent bestand während des Mittelalters offenbar nicht.

Obwohl sich der Besitz in den folgenden Jahrhunderten vergrößerte, blieb seine wirtschaftliche Bedeutung gering. Noch 1424 wurde die Duisburger Pfarrei von der Kommende Welheim aus verwaltet. Erst gegen Ende des 15. beziehungsweise zu Beginn des 16. Jahrhunderts trat der Duisburger Deutschordenspriester bei Rechtsgeschäften selbstständig auf.

Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts geriet die Kommende zunehmend in die konfessionellen Auseinandersetzungen der Reformation. Nachdem 1551 Neuerungen im Gottesdienst eingeführt worden waren, ließ der Landkomtur den verantwortlichen Ordenspriester versetzen und ersetzte ihn durch einen anderen Geistlichen. Im Jahr 1555 ließ der Duisburger Stadtrat ein mittelalterliches Christusbild aus der Salvatorkirche entfernen, welches Ziel einer Wallfahrt war. Schließlich wurde die katholische Messe abgeschafft und die Kirche mit reformatorischen Predigern besetzt.

In den folgenden Jahren kam es zu weiteren Konflikten innerhalb der Kommende. Der 1561 eingesetzte Komtur Matthias Billerbeck ließ das Gebäude verfallen, verpfändete Einkünfte ohne Genehmigung und verweigerte vorgeschriebene Zahlungen. Daraufhin wurde er 1568 seines Amtes enthoben. Billerbeck verweigerte jedoch die Herausgabe der Kommende und konnte sich dabei auf die Unterstützung der Stadt Duisburg stützen. Gleichzeitig begann die Stadt, den Ordensbesitz zu besteuern.

Im September 1571 wurde unter Vermittlung der herzoglichen Räte eine Einigung zwischen dem Orden und der Stadt geschlossen. Der Orden verpflichtete sich zur jährlichen Zahlung von 100 Reichstalern für den Unterhalt der kalvinistischen Prediger und behielt das Präsentationsrecht. Im Gegenzug versprach die Stadt, nicht mehr in die Verwaltung des Ordensbesitzes einzugreifen. Billerbeck verlor dadurch den Rückhalt des Stadtrates und räumte schließlich die Kommende, deren Verwaltung anschließend einem Bürgerlichen übertragen wurde.

Die konfessionellen Auseinandersetzungen und zunehmenden Steuerforderungen führten zu erheblichen Einkommensverlusten. Die jährlichen Erträge der Kommende beliefen sich auf höchstens 300 Reichstaler, von denen weitere 100 Reichstaler für die reformierten Prediger aufzubringen waren. Um 1600 wurde daher erstmals ein Verkauf der Duisburger Besitzungen erwogen.

Zum Besitz gehörten neben dem Ordenshaus weitere Gebäude, etwa 90 Morgen Ländereien und Wiesen, kleinere Gärten, Zehntrechte sowie mehrere Höfe und ein Kotten. Der Gesamtwert wurde auf ungefähr 9.300 Reichstaler geschätzt. Obwohl der Deutschmeister die Verkaufserlaubnis erteilte, kam aufgrund der hohen Steuerbelastungen kein Verkauf zustande.

Während des Dreißigjährigen Krieges setzte die Stadt Duisburg die Besteuerung weiterer, zuvor abgabenfreier Ordensgüter durch. Die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich zunehmend. Im 17. Jahrhundert residierte kein Komtur mehr dauerhaft in Duisburg. Das Gebäude verfiel und wurde nur noch notdürftig instand gehalten, während bürgerliche Verwalter die Bewirtschaftung übernahmen.

Die Einkünfte blieben gering. Für 1662 sind lediglich 56 Reichstaler Einnahmen überliefert. Im Jahr 1667 betrugen die Gesamteinkünfte 414 Reichstaler, von denen nach Abzug sämtlicher Ausgaben nur 55 Reichstaler übrig blieben. Zwischen 1672 und 1674 verlor Duisburg schließlich seinen eigenen Komtur und schied damit aus dem Verband der vollwertigen Komtursitze aus. Die verbliebenen Jahresüberschüsse gingen fortan an den Landkomtur.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde erneut ein Verkauf der Kommende erwogen, scheiterte jedoch weiterhin an den hohen Steuerlasten. Der Verwalter hatte inzwischen jährlich 400 Reichstaler abzuführen, von denen dem Balleioberhaupt nach Abzug der Belastungen lediglich etwa 160 Reichstaler verblieben. Schließlich wurden die Duisburger Einkünfte vollständig für die Balleikasse reserviert. Die Aufsicht über die Verwaltung übernahm später der Komtur von Welheim.¹

Die Schäden des Siebenjährigen Krieges hielten sich in Duisburg in Grenzen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts verbesserten sich die Erträge deutlich, sodass sich mehrere Kaufinteressenten fanden. Aufgrund der gestiegenen Einkünfte zog der Deutschmeister 1798 die zuvor erteilte Verkaufsgenehmigung zurück.¹

Nach der Bildung des Großherzogtums Berg durch Napoleon im Jahr 1805 wurde auch das Duisburger Deutschordenshaus von der Säkularisation erfasst. Am 16. April 1806 zog die Regierung des Großherzogtums die Kommende entschädigungslos ein und unterstellte ihren Besitz der fürstlichen Domänenverwaltung[1].

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II         Komture[2]

Stephan von Voirden DOP (1494-1524)

Gerret Koehus DOP (1527-1533)

Henrich Hoter DOP (1551)

Franz Wolff DOP (1554/55)

Johann up dem Berge (1555-1561)

Matthias Billerbeck (1561-1571)

Eberhard Dietrich von der Tann (1636-1638)

Dietrich von dem Broel gen. Plaeter (1638-1640)

Johann Winold von Westrem (1648-1661)

Franz Wilhelm von Fürstenberg (1662/63)

Johann Hunold von Plettenberg (1664-1672)

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[1] Hans Jürgen Dorn, Die Deutschordensballei Westfalen, S. 7–18

[2] Hans Jürgen Dorn, Die Deutschordensballei Westfalen (Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens, Bd. 26), Marburg 1978, S. 223