Kommende Goldingen

Meistertum Livland

Bistum Kurland

Land: Deutscher Orden

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I. Geschichte

Im Jahr 1242 ließ der livländische Landmeister Dietrich von Grüningen nach der Genehmigung durch den päpstlichen Legaten Wilhelm von Modena an der Windau eine Burg errichten. Sie trug zunächst den Namen Jesusburg (Ihesusborc); wenig später setzte sich die Bezeichnung Goldingen durch. 1252 ist mit Bruno erstmals ein Komtur von Goldingen urkundlich nachgewiesen. Am 4. April 1253 wurde auf der Burg die Teilung des Bistums Kurland zwischen dem Bischof und dem Deutschen Orden beurkundet.

Im Verlauf des 13. Jahrhunderts entstand aus der ursprünglichen Burg eine steinerne Anlage mit einem vierflügeligen Konventshaus um einen Innenhof.

Am 8. April 1341 wurde ein Inventar der Kommende aufgenommen. Zu diesem Zeitpunkt gehörten zur Kommende 153 Dörfer mit 2.122 Bauernstellen und 92 Kossätenstellen. Verzeichnet wurden außerdem 249 Mark Bargeld, zwei Fässer Bernstein sowie Forderungen in Höhe von 817 Öseringen aus dem Verkauf von Pferden, Waffen und Geräten. Der Komtur von Memel schuldete der Kommende Lieferungen von Hechten und Brassen.

Zum beweglichen Besitz gehörten zwei Schiffe mit einer Tragfähigkeit von 100 beziehungsweise 14 Last. Im Frühjahr waren 311 Last Getreide eingelagert. Nach der Ernte wurden 630 Last Roggen und 36 Last Hafer verzeichnet; ein Teil des Roggens wurde nach Gotland verkauft.

Das Inventar nennt ferner den Viehbestand der Kommende. Dazu gehörten unter anderem 18 Reitpferde des Marschallamtes, sieben weitere Reitpferde im Bereich der Landwirtschaft, insgesamt 148 Pferde verschiedener Kategorien, 39 Ochsen, weitere 37 Ochsen der Landwirtschaft sowie fünf Kühe.

Das Gebiet der Kommende gliederte sich in mehrere Verwaltungsbezirke. Genannt werden Goldingen, Neuhausen, Alschwangen, Vrundenborg (Hasenpoth) und Lyndale. Daneben ist ein Verzeichnis mit 85 Siedlungen überliefert, das nach diesen Verwaltungsbezirken gegliedert ist.

1433 ging bei einem Überfall der Samaiten eine Briefsendung der Kommende verloren und 1434 stellte die Kommende ein Aufgebot für den Feldzug nach Samaiten. Nach der Niederlage berichtete der Komtur über den Verlust von 800 Mann. Genannt werden Ritter, Ordensdiener, Vasallen und Bürger sowie Pferde und Harnische.

Nachdem 1438 die Kanzlei der Kommende einen Schriftwechsel über die damaligen Auseinandersetzungen innerhalb des livländischen Ordenszweiges führte, wird über den Einfall russischer und litauischer Truppen sowie von der Belagerung Narwas berichtet.

Die Visitation von 1451 erwähnte in der Kommende zwölf Ordensbrüder einschließlich des Komturs, drei Graumäntler und zwei Priesterbrüder. Fand 1474 in Goldingen eine Zusammenkunft des Hochmeisters mit dem livländischen Meister statt, so erscheint der Komtur 1481 mehrfach als Gesandter in kaiserlichen Angelegenheiten.

Mit der Auflösung der livländischen Ordensherrschaft im Jahr 1561 endete auch die Geschichte der Kommende.

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II         Komture

1252 Bruno un Gosvins

1253-1258 Heinrich

1272 Dītrihs

1279-1281 Johan von Ochtenhûsen

1282 R.

1291 Helmihs

1301 Detmars

1305 Rudolfs

1310 Reimar Hahn

1327-1328 Eberhard von Monheim

1337-1341 Hermann Gutacker

1347-1348 Arnold von Vietinghoff

1363 Johann von Save

1365-1367 Siegfried Hunswin von Lahnstein

1383-1395 Dietrich Hövelmann

1397-1399 Meinhard von Everstein

nach 1405 Jakobs

1413-1414 Heinrich von der Recke

1416 Helwig von Gilsa

1420 Walrabe von Hunsbach

1420 Albert Torck

1422 Dietrich Kra

1422-1427 Frank von Steinen

1428-1430 Swender von Reve

1430-1431 Heinrich von Notleben

1432-1434 Heidenreich Vincke von Overberg

1434-1436 Simon Langschenkel

1441 Bertold von Bredenol

1442-1446 Heinrich Schleier

1450-1451 Johann von Stemmen

1453-1462 Johann von Krieckenbeck

1462-1470 Lubbert von Varssem

1470-1471 Konrad von Herzenrode

1472-1482 Gerhard von Mallinckrodt

1484-1490 Dietrich von Oldenbockum

1490-1494 Heinrich von der Brüggen

1495-1501 Heinrich von Galen

1502-1519 Otto Goes

1519-1529 Gerhard von der Brüggen

1529-1535 Heinrich von Galen

1535-1544 Ernst von Münchhausen

1545-1556 Christoph von Neuhof

1556-1560 Heinrich Steding

1560 Werner Schall von Bell