Kommende Gruitrode

Ballei Aldenbiesen

Bistum Lüttich

Land: Deutscher Orden

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I           Geschichte

Die Kommende Gruitrode entstand nach dem Erwerb der Herrschaft Gruitrode durch den Deutschen Orden am 18. Dezember 1416. An diesem Tag kaufte der Landkomtur der Ballei Aldenbiesen, Ivan von Cortenbach, die Herrschaft Gruitrode mit der Burg, den Gerichtsrechten, den Einkünften und den dazugehörigen Besitzungen. Mit dem Erwerb gingen nicht nur Grundbesitz und Gebäude, sondern die gesamte Herrschaft mit ihren Rechten auf den Deutschen Orden über. Die Herrschaft umfasste neben Gruitrode weitere Besitzungen, darunter Holt, das später als eigene Rezeptur verwaltet wurde.

Von grundlegender Bedeutung für die weitere Entwicklung war die Verlegung der Kommende Vucht nach Gruitrode, was das Haus zu einer eigenständigen Kommende machte. Bereits im Jahr 1417 erscheint erstmals ein Komtur von Gruitrode in den Quellen. Im selben Jahr ließ der Deutsche Orden als Inhaber der Patronats- und Pfarrrechte eine neue Kirche errichten und der heiligen Gertrud weihen. Einzelne Überlieferungen nennen für den Kirchenbau das Jahr 1424.

Der Landkomtur von Aldenbiesen war zugleich Herr von Gruitrode. Die Herrschaft stand zunächst in einem lehnsrechtlichen Verhältnis zum Erzstift Köln. Im Jahr 1432 verkaufte der Landkomtur mehrere Dörfer an den Erzbischof von Köln und wurde im Gegenzug aus seinen Lehenspflichten entlassen. Dadurch änderte sich die rechtliche Stellung der Herrschaft grundlegend.

Im 15. Jahrhundert wurden in Gruitrode eigene Münzen geprägt. Die bekannten Prägungen orientierten sich an zeitgenössischen Münzen des Hochstifts Lüttich. Münzprägungen sind unter anderem unter Ivan von Cortenbach und Matthias van der Straeten nachweisbar.

Neben ihren herrschaftlichen, wirtschaftlichen und kirchlichen Aufgaben verfügte die Kommende über ein eigenes Archiv. Ein Manuskript mit Statuten des Deutschen Ordens wurde zeitweise in Gruitrode aufbewahrt und gelangte später nach Maastricht.

Während der Fehde zwischen den Herren von der Mark und den Herren von Arenberg wurde die Anlage 1483 beziehungsweise 1485 verwüstet. Die Schäden waren erheblich und waren ein wirtschaftlicher Rückschlag. An größere Neubauten war nicht zu denken.

Erst im 16. Jahrhundert begann eine umfassende Neugestaltung. Unter den Landkomturen Winand von Breyel und Johann von Ghoer entstand ab 1536 eine neue Wasserburg am Standort der älteren Anlage. Die Wassergräben wurden von der Itterbeek gespeist. Die Gesamtanlage war durch ein Grabensystem gegliedert und bestand aus mehreren funktional voneinander getrennten Bereichen. Zu diesen gehörten insbesondere der herrschaftliche Wohn- und Verwaltungssitz sowie ein umfangreicher Wirtschaftshof.

Das Schloss, im Stil Maasländischen Renaissance errichtet, war wohl bereits 1568 vollendet, während an den Wirtschaftsgebäuden noch bis 1573 gebaut wurde. Innerhalb des Schlossbereiches befand sich eine eigene Burgkapelle und in geringer Entfernung die Pfarrkirche St. Gertrud.

Die wirtschaftliche Grundlage der Kommende beruhte auf Landwirtschaft, Pachteinnahmen, Herrschaftsrechten und weiteren Einkünften. Der große Wirtschaftshof bildete das wirtschaftliche Zentrum der Anlage. Darüber hinaus bestand auf dem Gelände eine Brauerei. Die Kommende verfügte damit über mehrere wirtschaftliche Standbeine innerhalb ihrer Herrschaft.

Im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert erzielten die Besitzungen unter den Komturen Hendrik van Ruyschenberg und Edmond Huyn van Amstenrade hohe Erträge. Im Jahr 1610 konnte Gruitrode einen wesentlichen Beitrag zum Erwerb der Kommende Ordingen leisten. Dieser Vorgang gehört zu den wichtigsten belegbaren Hinweisen auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Kommende zu Beginn des 17. Jahrhunderts.

Im Jahr 1652 wurde die Kommende von meuternden Truppen Karls von Lothringen eingenommen. Die Anlage erlitt dabei erhebliche Schäden. Erst 1654 gelang die Rückeroberung mit Hilfe deutscher Truppen. Anschließend wurden umfangreiche Restaurierungs- und Wiederaufbauarbeiten durchgeführt. Diese Arbeiten dienten sowohl der Instandsetzung der beschädigten Gebäude als auch der Erneuerung einzelner Anlagenteile. Mehrere heute erhaltene Bauteile gehen auf diese Wiederaufbauphase zurück. Zu den bedeutendsten erhaltenen Bauwerken gehört das Torhaus von 1662.

Während des 18. Jahrhunderts verlor die Kommende allmählich an Bedeutung als Wohnsitz ihrer Komture. Die Komture hielten sich nur noch selten dauerhaft in Gruitrode auf. Die Verwaltung der Besitzungen erfolgte zunehmend von anderen Orten aus. Die Gebäude wurden immer weniger genutzt, und ihr baulicher Zustand verschlechterte sich im Laufe der Zeit.

Mit der französischen Herrschaft endete die Geschichte der Kommende als Besitz des Deutschen Ordens. Die Ordensgüter wurden eingezogen und die Herrschaft aufgehoben. Im Jahr 1801 wurde die Anlage an Robert de Sélys-Fanson verkauft. Bereits die Verkaufsunterlagen berichten von Schäden an den Gebäuden. Mehrere Türme waren teilweise zerstört, und die Dächer befanden sich in schlechtem Zustand.

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II           Komture

Johann von Gulpen (1490-1502)

Lucas van Nuynheim (1502-1516)

Vakant 1516-1550

Willem van Groesbeek (1550-1555)

Vakant 1555-1564

Johann von Zievel (1564-1567)

Vakant 1567-1576

Johann von Reuschenberg (1576-1588)

Vakant 1588-1590

Johan Steinhuysen (1590-1594)

Vakant 1594-1597

Hendrik Willem von Holtrop (1597-1598)

Edmond Huyn van Amstenraedt (1598-1601)

Vakant 1601-1603

Willem von Cortenbach (1603-1606)

Johann von Eynatten zu Opsinnich (1606-1624)

Johann Raitz von Frentz (1624-1631)

Dietrich Stefan von Reuschenberg (1631-1634)

Heinrich Schenk von Nideggen (1634-1653)

Johan Adrian van Bilandt (1653-1667)

Hendrik van Wassenaar tot Warmont (1667-1683)

Bertram Wessel von Loe zu Wissen (1683-1688)

Vakant 1688-1715

Johann Hermann Spies von Büllesheim (1715-1721)

Philipp Emmerich von Eltz und Uttingen (1721-1729)

Johann Caspar von Hillesheim zu Ahrental (1729-1734)

Jacob Ferdinand Spies von Büllesheim (1734)

Anton Eusebius Truchsess von Wolfegg (1736-1740)

Vakant 1740-1742

Franz Theodor von Rump zu Crange (1742-1751)

Raimund Casimir von Lamberg (1751-1757)

Clemens August von Plettenberg (1757-1762)

Caspar Anton von Belderbusch (1762-1766)

Lothar Franz von Horneck (1767-1770)

Franz Johann von Reischach (1770-1776)

Heinrich Adam von Eyb zu Neudettelsau (1776-1781)

Theodor Franz de Croix d’Heuchin (1781-1791)

Heinrich Johann von Droste zu Hülshoff (1791-1794)

Heinrich August Marschall von Ostheim (1794-1801)

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– Quellen und Literatur –

Corstjens, J.: Allein Godt Die Eer Unde Niemants Meer. 570 jaar Duitse Ridderorde te Gruitrode. Gruitrode o. J.

Leden van de Duitse Orde in de Balije Biesen, Bilzen 1994

Smets, L.: Die hl. Gertrudis., in: Ritter und Priester. Acht Jahrhunderte Deutscher Orden in Nordwesteuropa, Aldenbiesen 1992

www.deutscherorden.de/site/home/article/2955.html (23.06.2026)

www.genietenop2wielen.be/wp-content/uploads/2021/03/FT511-I-Commanderij-van-Gruitrode.pdf (24.06.2026)

www.gruitrode.net/cms/geschiedenis/erfgoed-de-commanderij-van-gruitrode (25.07.2011)

https://inventaris.onroerenderfgoed.be/erfgoedobjecten/86194 (02.06.2019)

https://inventaris.onroerenderfgoed.be/erfgoedobjecten/86194 (24.06.2026)

www.okv.be/archief/de-landcommanderij-alden-biesen  (24.06.2026)