Kommende Harunia
Bistum
Land: Königreich Kleinarmenien
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I Geschichte
Am 22. Januar 1236 übertrugen der armenische König Hethum I. und seine Gemahlin Zabel dem Deutschen Orden die Stadt Harunia, mit den zugehörigen Ortschaften und Gütern. Die Übertragung erfolgte als Gegenleistung für die Dienste des Ordens. Zuvor hatte Harunia unter der Herrschaft eines Godefrey gestanden.
Zum übertragenen Besitz gehörte die Stadt Harunia mit ihren Mühlen. Hinzu kamen die drei als Abteien bezeichneten Besitzungen Ovide, St. Mammas und Saugre, wie auch sechs Casalia. Auf den Gütern lebten königliche Bauern und die Bauern verschiedener armenischer Herren. Die mit Harunia übertragenen Rechte umfassten damit nicht nur die Stadt und die zugehörigen Ländereien, sondern auch Mühlen, Siedlungen, landwirtschaftliche Erträge und grundherrschaftliche Einkünfte.
Aus dem Jahr 1244 stammt eine Bauinschrift, die einen Bruder Rudolf als Bauherren eines Turmes nennt. Dieser ist der einzige namentlich bekannte Ordensbruder aus Harunia.
Im Jahr 1271 kam es zwischen dem Deutschen Orden und dem Herrn der Burg Sarvantikar zu einem Streit über eine Zollstelle, die der Orden am sogenannten Schwarzen Turm betrieb. Doch konnte der Konflikt wurde durch einen Vertrag beigelegt werden. Danach finden wir keine Nachrichten mehr übder die Kommende.
Nach 1271 sind keine weiteren schriftlichen Nachrichten über die Tätigkeit des Deutschen Ordens in Harunia überliefert. Armenien erscheint noch in Ordenslisten des späten 13. Jahrhunderts unter den ersten fünf Balleien. In einer Ordensliste von 1319 wird es nicht mehr genannt.
Im Jahr 1299 wurde Haruniyya während eines mamlukischen Feldzuges zusammen mit weiteren Befestigungen eingenommen. Zu dieser Zeit befand sich der Ort nicht mehr im Besitz des Deutschen Ordens. Die Kommende Harunia bestand damit im 13. Jahrhundert als städtischer, landwirtschaftlicher und militärischer Besitzkomplex des Ordens. Die erhaltenen Nachrichten umfassen die Übertragung der Stadt und ihrer Güter im Jahr 1236, den Turmbau Bruder Rudolfs im Jahr 1244 und den Streit über die Zollstelle im Jahr 1271[1].
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[1] Timm Radt, „Burgen des Deutschen Ordens im Armenischen Königreich in Kilikien“, in: Thomas Biller, Montfort und der frühe Burgenbau des Deutschen Ordens. Forschungen zu Burgen und Schlössern, Sonderband 5, Petersberg 2015, S. 144–155
