Kommende Holt

Ballei Aldenbiesen

Bistum Lüttich

Land: Deutscher Orden

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I           Geschichte

Die Anfänge der Kommende Holt reichen in die Zeit vor der eigentlichen Übertragung des Hofes an den Deutschen Orden zurück. Bereits 1261 stiftete Lutgardis, die Witwe des Lenvallus van Holt, in der Kirche von Kortessem einen Altar zu Ehren des Erlösers und der Jungfrau Maria. Mit dieser Stiftung waren zugleich Patronatsrechte verbunden, die den Rittern von Holt zustanden.

Den entscheidenden Schritt zur Entstehung der Deutschordenskommende vollzog Raso van Holt im Jahr 1281. In diesem Jahr trat er in den Deutschen Orden ein und verband seinen Ordenseintritt mit einer umfangreichen Übertragung seines Besitzes. Dazu gehörten der Hof Holt sowie weitere Grundstücke und Rechte im Umfeld von Kortessem. Vier Bunder Land wurden ausdrücklich dem Deutschen Orden übertragen. Weitere Güter bestätigte Graf Arnold von Loon und befreite sie von bestehenden Belastungen. Auch Lehngüter, die sich zuvor im Besitz Rasos befunden hatten, gingen auf den Orden über.

Die rechtliche Ausgestaltung dieses Besitzübergangs setzte sich in den folgenden Jahren fort. 1283 wurden die Besitzverhältnisse erneut geregelt. Eine weitere grundlegende Veränderung erfolgte 1285, als die an den Deutschen Orden gelangten Güter eine neue rechtliche Stellung erhielten. Die bisherigen Lehnsbindungen wurden in Zinsverhältnisse umgewandelt, an deren Stelle nun festgelegte jährliche Leistungen traten.

Auch nach dieser Neuordnung blieb die rechtliche Sicherung des übertragenen Besitzes von Bedeutung. 1287 kam es zu einer Auseinandersetzung um Teile von Rasos Nachlass. Im Jahr 1302 wurden die von ihm übertragenen Güter erneut Gegenstand eines Rechtsverfahrens mit seinem Bruder Daniel de Herke. Auf diese Weise wurde der Übergang des Besitzes an den Deutschen Orden in mehreren Schritten bestätigt und rechtlich abgesichert.

Neben dem weltlichen Besitz gingen auch die älteren kirchlichen Rechte der Familie Holt auf den Deutschen Orden über. Dazu gehörte der bereits 1261 gestiftete Altar in der Kirche von Kortessem. Die Übertragung dieses Altars und der mit ihm verbundenen Rechte an den Orden wurde 1299 bestätigt.

Zur wirtschaftlichen Grundlage der Kommende gehörten seit dem ausgehenden 13. Jahrhundert auch Mühlenrechte im Raum Kortessem. Diese bildeten neben dem landwirtschaftlichen Grundbesitz eine weitere dauerhafte Einnahmequelle.

Im Jahr 1382 wurde der zu Holt gehörende Grundbesitz vermessen. Damit bestand eine Grundlage für die geordnete Bewirtschaftung und Verpachtung der Flächen sowie für die Erfassung der daraus hervorgehenden Einkünfte. Zum Besitz der Kommende gehörten neben den unmittelbar bei Holt gelegenen Flächen auch Besitzungen und Rechte in Kortessem sowie in benachbarten Orten wie Diepenbeek und Hoeselt.

Ein weiterer Bestandteil der Kommende war der Zenshof Holt. Über ihn wurden regelmäßige grundherrliche Abgaben verwaltet, die mit Grundstücken und Besitzrechten innerhalb des Holter Rechtsbereichs verbunden waren. Die Einkünfte der Kommende stammten damit nicht allein aus dem eigenen Grundbesitz und dessen Bewirtschaftung, sondern ebenso aus dauerhaft bestehenden Zinsverpflichtungen.

Spätestens im 15. Jahrhundert lässt sich auch die Form der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung des Hofes deutlicher erkennen. 1466 wird ein Pächter des Hofes Holt genannt, der für die Gemeinde Kortessem Wagen und Pferde zur Verfügung stellte. Der eigentliche landwirtschaftliche Betrieb lag somit in den Händen eines Pächters. Diese Form der Bewirtschaftung prägte Holt auch in der folgenden Zeit. Der Hof wurde nicht unmittelbar durch den Komtur bewirtschaftet, sondern durch weltliche Pächter, die den Betrieb mit ihrem Haushalt und den erforderlichen Arbeitskräften führten[1].

Im 16. Jahrhundert gehörte Holt zu den größeren Pachthöfen innerhalb des Besitzsystems der Ballei Alden Biesen. Die landwirtschaftlichen Flächen wurden im Rahmen einer Dreifelderwirtschaft genutzt. Neben dem Ackerbau verfügte der Hof über umfangreiche Wiesen-, Weide- und Waldflächen. Für Holt lassen sich insgesamt 45,45 Hektar Wiesen, Weiden, sogenannte Eusels und Wald erfassen. Davon entfielen 28,83 Hektar auf Wiesen, 6,55 Hektar auf Eusels und 10,07 Hektar auf Wald. Die Eusels dienten insbesondere der Viehhaltung und waren dadurch zugleich mit der Düngerwirtschaft des Ackerbaus verbunden[2].

Der bauliche Mittelpunkt dieses Wirtschaftsbetriebs war der Hof Holt selbst. Die Anlage befand sich in einer feuchten Niederung auf einer ungefähr 60 Meter breiten und 100 Meter langen Hofstelle, die von Wassergräben umgeben war[3].

Auch die außerhalb des unmittelbaren Hofbetriebes bestehenden Wirtschaftsrechte blieben im 16. Jahrhundert von Bedeutung. 1566 wurde ein Anteil an der Mühle von Lymertingen verpachtet[4].

Gegen Ende des 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts war Holt damit eine vor allem landwirtschaftlich und grundherrlich geprägte Kommende. Der verpachtete Hof bildete den Mittelpunkt eines größeren Wirtschaftsbetriebes mit Acker-, Grünland-, Weide- und Waldflächen. Hinzu kamen die Einkünfte des Zenshofes sowie weitere Besitz- und Nutzungsrechte im Raum Kortessem. Zugleich war die Kommende in die zentrale Verwaltung der Ballei Alden Biesen eingebunden[5].

Im Jahr 1611 trat schließlich eine grundlegende Veränderung ein. Landkomtur Edmund Huyn van Amstenrade erwarb die Herrschaft Ordingen, richtete dort eine Kommende ein und übertrug die Kommende Holt nach Ordingen. Damit endete Holt als selbständiger Kommendensitz des Deutschen Ordens. Die eigenständige Geschichte der Kommende, die 1281 mit der Übertragung des Hofes durch Raso van Holt begonnen hatte, ging damit in die Geschichte der Kommende Ordingen über. Der Hof Holt und die mit ihm verbundenen Besitzungen und Einkünfte blieben anschließend Bestandteil des Ordensvermögens und wurden innerhalb der neuen organisatorischen Struktur weiterverwaltet[6].

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[1] Michel Van der Eycken: Inventaris van het archief van de balije Biesen van de Duitse Orde. Deel II. Het archief van de commanderijen Bernissem, Gemert, Gruitrode, Holt, Jungen Biesen in Keulen, Sint-Andreas en Sint-Gangulfus in Luik, Ordingen, Ramersdorf, Siersdorf, Sint-Pieters-Voeren en Vught, Bilzen 1996, S. 110–115

[2] Simon Loverix: Het goederenbeheer van de landcommanderij Alden Biesen van de Duitse Orde (1414–1597), Lizentiatsverhandeling Geschiedenis, Universiteit Gent, Gent 2005–2006, S. 71–74

[3] P. L. M. Hazen: Een blik op de achtererven van de Dorpsstraat. Een archeologische opgraving aan de Dorpsstraat 24, 26 en 28 te Kortessem, VEC Rapport 39, Sint-Michiels 2015, S. 12

[4] Michel Van der Eycken: Inventaris van het archief van de balije Biesen van de Duitse Orde. Deel II. Het archief van de commanderijen Bernissem, Gemert, Gruitrode, Holt, Jungen Biesen in Keulen, Sint-Andreas en Sint-Gangulfus in Luik, Ordingen, Ramersdorf, Siersdorf, Sint-Pieters-Voeren en Vught, Bilzen 1996, S. 113

[5] Simon Loverix: Het goederenbeheer van de landcommanderij Alden Biesen van de Duitse Orde (1414–1597), Lizentiatsverhandeling Geschiedenis, Universiteit Gent, Gent 2005–2006, S. 71–74

[6] Michel Van der Eycken: „Een historisch overzicht van de Duitse Orde en van de balije Biesen“, in: Openbaar Kunstbezit in Vlaanderen 28 (1990), Nr. 4, Tielt 1990, S. 124