Kommende Mitau
Bistum Kurland
Land: Deutscher Orden
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I Geschichte
Die Burg wurde 1265 an der Semgaller Aa errichtet und lag vier Meilen von Riga entfernt. Noch im Jahr ihrer Errichtung diente sie als Stützpunkt und Zufluchtsort. Nach einem Zug in semgallisches Gebiet zog sich ein Heer nach Mitau zurück und kehrte von dort nach Riga zurück. Für die Errichtung der Burg gab es eine Verfügung des Legaten Wilhelm von Modena aus dem Jahr 1242. Ein Recht, welches Papst Clemens IV. bestätigte am 25. Mai 1266 bestätigte[1].
In den 1280er Jahren war Mitau ein wichtiger Versorgungs- und Umschlagplatz. Im Sommer 1285 wurden Proviant, Waffen und Kleidung von Riga auf dem Wasserweg nach Mitau gebracht. Im folgenden Winter wurden die Vorräte in Mitau auf Schlitten verladen und in Richtung Terweten weitertransportiert[2]. Im Sommer 1288 wurden erneut Proviant und Kleidung mit Schiffen nach Mitau gebracht und im Winter 1288/1289 die dort gelagerten Vorräte auf Schlitten verladen und weitertransportiert. Zugleich wurde von Mitau aus eine Abteilung von 600 Mann nach Doblen entsandt[3].
Bei einer Visitation von 1488 wurde die Burg als fest, gut ausgebaut und gut versorgt beschrieben. Zur militärischen Ausstattung gehörten Harnische, Büchsen und Pulver. An Lebensmitteln und Wirtschaftsvorräten waren Fleisch, Fisch, Butter, Roggen, Gerste, Hafer sowie gemahlenes und ungemahlenes Malz vorhanden. Daneben wurde Eisen als Vorrat aufgeführt. Auch gehörte eine Burgkirche zu Kommende, welche über Bücher und Kaseln verfügte. Auch wird ein Priesterbruder erwähnt[4].
Mitte des 16. Jahrhunderts gehörte Mitau zum Gebiet des Landmarschalls, welches einen Besitzkomplex um Segewold, Mitau und Ascheraden umfasste. Nach einer späteren Einschätzung des Jasper von Munster unterstanden ihm sieben Burgen und acht Höfe mit insgesamt etwa 1.200 Personen[5].
Am 5. September 1559 erklärte Gotthard Kettler, Jasper von Munster drei Besitzkomplexe mit zugehörigem Land, nämlich Mitau, Ascheraden und Windau, übertragen zu wollen. Die zugesagte Übertragung wurde jedoch nicht vollständig vollzogen. Auch nach den schwersten Kriegsjahren zögerte Kettler weiterhin, Mitau und Ascheraden an Jasper von Munster zu übertragen. Im November 1561 waren Teile der Besitzkomplexe Mitau und Ascheraden bereits an Radziwiłł übertragen worden[6].
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[1] Erich Chudzinski, Die Eroberung Kurlands durch den Deutschen Orden im 13. Jahrhundert, Borna-Leipzig 1917, S. 69–70
[2] Erich Chudzinski, Die Eroberung Kurlands durch den Deutschen Orden im 13. Jahrhundert, Borna-Leipzig 1917, S. 82–83
[3] Erich Chudzinski, Die Eroberung Kurlands durch den Deutschen Orden im 13. Jahrhundert, Borna-Leipzig 1917, S. 85–86
[4] Marian Biskup, Saksa ordu linnuste visitatsioon Liivimaal 1488. aastal, in: Eesti NSV Teaduste Akadeemia Toimetised. Ühiskonnateadused 34 (1985), Nr. 3, S. 282
[5] Juhan Kreem, Netzwerke um Jaspert von Munster. Der Deutsche Orden während der livländischen Koadjutorfehde im Jahre 1556, in: Ordines Militares. Colloquia Torunensia Historica 19 (2014), S. 80
[6] Johannes A. Mol, Traitor to Livonia? The Teutonic Orders’ Land Marshal Jasper van Munster and His Actions at the Outset of the Livonian Crisis, 1554–1556, in: Ordines Militares. Colloquia Torunensia Historica 19 (2014), S. 237-238
