Kommende Ruffach

Ballei Elsass-Burgund

Bistum Basel

Land: Fürstbistum Straßburg, Frankreich

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I         Geschichte

Aus einer Schenkung des Bischofs Heinrich II. von Straßburg (1202-1223) entstanden, bestand die Kommende bereits vor 1231[1]. In diesem Jahr kam es zu einem Zehntstreit zwischen dem Rufacher Komtur und der Äbtissin von Eschau. Hierbei berief sich der Orden auf eine päpstliche Regelung, welche den hiesigen Gütererwerb vor 1215 annehmen lässt. 1234 Hof und Reben in Gueberschwihr erworben, kam 1244 noch Besitz in Pfaffenheim hinzu. Nachdem das Haus 1275 erweitert wurde und 1278 die neue Kommendenkirche geweiht wurde[2], wurde noch im selben Jahr die Kommende nach Suntheim verlegt[3]. Zu dieser Zeit kam es mit der Stadt zu Streitigkeiten wegen der Fischerei- und Mühlrechte, wie auch die Nutzung des Ohmbachs. Der Konflikt wurde schließlich zugunsten des Deutschen Ordens beigelegt und die Stadt überließ den Brüdern die sogenannte Laubgasse als Freundschaftsgabe.

Im Zusammenhang mit dem Armagnakenkrieg 1444 wieder nach Ruffach verlegt, genehmigte der Bischof erst 1487 die Rückkehr in die Stadt. Doch dauerte die tatsächliche Verlegung der Kommende von Suntheim nach Ruffach noch bis 1525. 1533 entstand hinter dem Barfüßerkloster ein neuer Kommendenbau, der 1550 und 1591 erweitert und 1603 noch einmal baulich verändert wurde. Da die neue Kommende keine eigene Kapelle besaß, traf der Orden eine Vereinbarung mit den Franziskanern, welche dieser das hintere Joch für Gottesdienst und Grablege überließ. Als 1525, während des Bauernkrieges, ein aufgebrachter Mob aus der Stadt nach Suntheim zog, die Ordenskapelle plünderte und das Anwesen zerstörte, legte der Landkomtur beim Kaiser Protest ein[4]. In einer Einigung von 1568 wurden die Rechte und Pflichten der Kommende innerhalb der Stadt geregelt. Hiernach kam der Kommende die Verteidigung eines Teils der Stadtmauer zu[5]. Zeitweise besaß die Rufacher Niederlassung Bedeutung über die lokale Ebene hinaus. So beauftragte Hochmeister Maximilian von Österreich den Rufacher Ordensgeistlichen Mathias Marquardt 1605 mit der Ausarbeitung von Vorschlägen für eine Reform der Ordensregel[6]. Während der Schwedeneinfälle des Dreißigjährigen Krieges hatte der Komtur die Kommende verlassen[7]. Die Gebäude gerieten in einen so schlechten Zustand, dass sie 1648 umfangreich instandgesetzt werden mussten. Doch schon kurz darauf wurden die Gebäude durch König Ludwig XIV. von Frankreich dem Lazarusorden übergeben[8], wozu man den Komtur am 9. Juni 1685 mit militärischer Gewalt aus dem Haus vertreiben musste. Als der Orden die Gebäude 1697 zurückerhielt, waren dieser in einem solch schlechten Zustand, dass der sie 1698 besichtigende Komtur noch nicht einmal darin übernachten konnte. Obwohl noch einmal erneuert, suchte man nach einem neuen Ort. Schließlich kaufte man 1718 für 16.050 Pfund ein Herrenhaus an der Hauptstraße unweit des Colmarer Tors, wozu der Stadtrat am 6. September 1718 seine Genehmigung erteilte. 1735 begannen die langwierigen Umbauten unter dem Baumeister Johann Caspar Bagnato. Doch schon bald setzte die Französische Revolution der Kommende ein Ende. So richtete sich 1793 der „Conseil Révolutionnaire“ in der ehemaligen Komturei ein, bevor sie am 27. April 1795 als Nationalgut, für 126.000 Livres, versteigert wurde[9].

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II         Komture[10]

Gottfried von Rufach (1231)
Dietrich (1256)
Heinrich von Zürich (de Thurego) (1272)
C. Frater (1276)
C. (1276)
Johannes (1282)
Heinrich von Dettingen (1292)
Rudolf (1293)
Albrecht von Kuttolsheim (1308)
Zur Taube (?) (1312)
Bruder Hug Riplin (1318)
Konrad von Sigolsheim (1331-1332)
Johann von Rotenstein (1351)
Ludwig von Bolsenheim (1375)
Berthold von Wessenberg (1384-1386)
Albrecht Karle (1393-1394)
Stephanus de Suntheim (1396)
Rudolf von Ambach (um 1400)
Ulrich zem Seyvböm (1409, 1414)
Imer von Spiegelberg (um 1420)
Hans Bernhardt Surgandt (um 1430)
Kaspar von Merkling/Meckingen (1442, 1444)
Her Siffrid (1459, 1460)
Hans Rudolf Ellhart (1468-1477)
Nikolaus Barner (1491)
Sigmund von Rott (vor 1524)
Egidius Kaltenbach (1529)
Sigmund von Hornstein (1537 bis 1540)
Sigmund von Eptingen (1543)
Hans Caspar von Jestetten (1550-1554)
Sigmund von Eptingen (1550, Statthalter)
Hans Caspar von Jestetten (1550, Statthalter)
Diepold (Theobald) von Ramschwag (1554, 1560)
M. Severinus Heudtlin (1568)
Balthasar von Andlau (1569, Statthalter)
Balthasar von Andlau (1572 bis 1576)
Hans Sigmund von Reinach (1578, 1579)
Christoph Thumb von Neuburg (1580, Statthalter)
Christoph Thumb von Neuburg (1581)
Hans Jakob Bruch von Weyandten (vor 1587)
Heinrich von Altendorf (1589)
Hans Heinrich von Schinen und Strotzburg (1591, 1593, 1600)
Wolf Wilhelm von Weittingen (1606-1609)
Heinrich Schenk von Castell (1618-1625)
Johann Werner Hundbiss von Waltrams (1626-1627)
Georg Wilhelm Thumb von Neuburg (1638, Statthalter)
Georg Wilhelm Thumb von Neuburg (1648)
Georg Christoph Rinck von Baldenstein (1667)
Heinrich von Muggenthal (1668-1669)
Reichhardt Ignati Reich von Reichenstein (1671, Statthalter)
Melchior Heinrich von Grandmont (1675, 1679, 1683)
Georg Christoph Rinck von Baldenstein (1677)
Johann Franz von Reinach (1683-1686)
Konrad Karl Anton von Pfirt (1689-1697)
Georg Friedrich Stürtzel von Bucheim (1698-1710)
Johann Franz Karl von Schönau (1709)
Johann Caspar von Pfirt (Zillisheim) (1712-1714, Hauskomtur ?)
Johann Sebastian Vogt von Altensumerau und Prasberg (1717-1723)
Philipp Friedrich von Baden (1723 bis 1727)
Johann Franz Karl von Schönau (1727-1731)
Wilhelm Jakob von Breitenlandenberg (1731- 1751)
Johann Baptist von Eptingen (1752-1755)
Alexander Josef Carl Thaddäus Stürtzel von Bucheim (1755-1789)
Nikolaus Franz Carl Fridolin von Schönau zu Öschgen (1783, 1784)
Christian Friedrich Philipp Truchsess von Rheinfelden (1789, 1791)
Nikolaus Franz Carl Fridolin von Schönau zu Öschgen (1791-1799)

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[1] Die Deutschordens-Ballei Elsaß-Burgund, Bad Mergentheim 1990, S. 8-9

[2] Faust, Pierre-Paul: „Kommende Rufach (Rouffach)-Suntheim“, in: Pascal Paul Schneller (Hrsg.), 800 Jahre Deutscher Orden an Ober-, Hochrhein und in der Schweiz, Freiburg 2021, S. 261-262

[3] Die Deutschordens-Ballei Elsaß-Burgund, Bad Mergentheim 1990, S. 8-9

[4] Faust, Pierre-Paul: „Kommende Rufach (Rouffach)-Suntheim“, in: Pascal Paul Schneller (Hrsg.), 800 Jahre Deutscher Orden an Ober-, Hochrhein und in der Schweiz, Freiburg 2021, S. 262-263

[5] Die Deutschordens-Ballei Elsaß-Burgund, Bad Mergentheim 1990, S. 8-9

[6] Faust, Pierre-Paul: „Kommende Rufach (Rouffach)-Suntheim“, in: Pascal Paul Schneller (Hrsg.), 800 Jahre Deutscher Orden an Ober-, Hochrhein und in der Schweiz, Freiburg 2021, S. 263

[7] Die Deutschordens-Ballei Elsaß-Burgund, Bad Mergentheim 1990, S. 8-9

[8] Faust, Pierre-Paul: „Kommende Rufach (Rouffach)-Suntheim“, in: Pascal Paul Schneller (Hrsg.), 800 Jahre Deutscher Orden an Ober-, Hochrhein und in der Schweiz, Freiburg 2021, S. 263

[9] Faust, Pierre-Paul: „Kommende Rufach (Rouffach)-Suntheim“, in: Pascal Paul Schneller (Hrsg.), 800 Jahre Deutscher Orden an Ober-, Hochrhein und in der Schweiz, Freiburg 2021, S. 265

[10] Schneller, Pascal Paul: Komture von Rufach-Suntheim, in: Pascal Paul Schneller (Hrsg.), 800 Jahre Deutscher Orden an Ober-, Hochrhein und in der Schweiz, Freiburg 2021, S. 269-270