Kommende St. Katharina (Köln)
Erzbistum Köln
Land: Reichsstadt Köln
I Geschichte
Die Kommende St. Katharina des Deutschen Ordens in Köln wurde nach dem gegenwärtigen Forschungsstand im April 1216 gegründet. Sie ging auf ein vom Kölner Stadtmagistrat errichtetes Oratorium zurück, das Erzbischof Engelbert von Berg der heiligen Katharina weihte. Mit dem Oratorium war ein von Heinrich von Halverogge gestiftetes Hospital verbunden. Die Datierung der Gründung auf April 1216 geht auf neuere Forschungen im Zusammenhang mit der Erschließung und Edition der Urkundenüberlieferung der Kommende zurück. Die päpstliche Bestätigung durch Papst Honorius III. erfolgte 1219 und bezeugt die zu diesem Zeitpunkt bereits bestehende Niederlassung des Deutschen Ordens.
Aus der Frühzeit der Kommende sind Auseinandersetzungen mit dem Stift St. Severin über pfarrrechtliche Ansprüche überliefert. Die Streitigkeiten wurden in den Jahren 1219 und 1220 geregelt. Die dabei getroffenen Vereinbarungen regelten die Verhältnisse zwischen dem Stift St. Severin und der Niederlassung des Deutschen Ordens und bestätigten die Stellung des Ordens hinsichtlich des Hospitals.
Die Kommende befand sich im Bereich der späteren Straße „An St. Katharinen“ nahe der Severinstraße und der Spielmannsgasse. In den folgenden Jahren nahm ihr Besitz durch Schenkungen, Zukauf und Tausch zu. Hinzu kamen Patronatsrechte. Durch diese Erwerbungen vergrößerte sich die wirtschaftliche Grundlage der Kommende. Die ursprüngliche Katharinenkapelle und die spätere Kommendenkirche waren nicht identisch. Bereits in der Mitte des 13. Jahrhunderts wurde gegenüber der älteren Kapelle eine neue Kommendenkirche errichtet. Die ältere Kapelle bestand später nicht mehr und war nach den überlieferten Angaben bereits lange vor 1553 verschwunden.
Für das Jahr 1372 ist ein Friedhof bei der Kirche belegt. Seit 1421 wurden die Gottesdienste in der Kirche durch die Karmeliten gehalten. Zur Wende des 15. Jahrhunderts erfuhr die Kirche eine Erweiterung. Nach ihrem spätmittelalterlichen Ausbau bestand sie aus einem dreischiffigen, gewölbten Langhaus mit vier Jochen und einem zweijochigen Chor mit 3/8-Schluss. Auf dem Langhaus befand sich ein spätgotischer Dachreiter. Das ursprünglich mit der Niederlassung verbundene Hospital wurde im Verlauf des 15. Jahrhunderts aufgehoben.
Die Kommende lag in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kommende Jungenbiesen der Ballei Aldenbiesen. Die Anlage bestand aus der Kirche, dem Komturhaus, dem Brüderhaus und den Wirtschaftsgebäuden. Komturhaus, Brüderhaus und Wirtschaftsgebäude lagen südlich der Kirche. Zwischen 1585 und 1593 wurde die Kommende einem großen Umbau unterzogen. Weitere Erweiterungen der Anlage erfolgten 1596 und 1619.
Für die personelle Zusammensetzung des Konvents sind mehrere Zahlen überliefert. In den Jahren 1410/11 und 1420 gehörten dem Konvent vier Ritterbrüder und drei Priesterbrüder an. Im Jahr 1451 werden ein Ritterbruder und vier Priesterbrüder genannt. Für das Jahr 1531 sind zwei Ritterbrüder und zwei Priesterbrüder belegt.
Die Niederlassung wurde allgemein als St. Katharina bezeichnet. Ihr unterstanden die Pfarrei und die Reichsherrschaft Elsen. Die Verwaltung der Reichsherrschaft Elsen erfolgte von St. Katharina aus. Die Reichsherrschaft Elsen gehörte damit zum Herrschafts- und Verwaltungsbereich der Kommende.
Um 1600 verlegte der Landkomtur seinen Sitz von Koblenz nach St. Katharina. Nach 1619 befand sich der Sitz des Landkomturs auf Schloss Morsbroich.
Im Jahr 1705 hielt sich der Gesandte Kaiser Josephs I. zur Entgegennahme der Huldigung in Köln auf. Auf Anordnung des Kaisers wohnte er während seines Aufenthaltes in der Kommende St. Katharina. Dort fanden auch die mit dem Aufenthalt verbundenen Empfänge und Feierlichkeiten statt.
1798 wurde die Kommende säkularisiert. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich 20 Häuser, 21 Höfe, 2.119,2 Hektar Land, 121,5 Hektar Wald, 5,1 Hektar Weingärten, 1,9 Hektar Wiesen und eine Mühle in ihrem Besitz. Hinzu kamen zehn weitere Güter und Herrensitze mit 382,5 Hektar Wald sowie weiteren 25 Hektar Land.
Nach der Aufhebung der Kommende wurden die Besitzungen veräußert. Die Gebäude und Liegenschaften wechselten in der Folgezeit mehrfach den Besitzer. Die Kirche wurde 1807 und 1808 abgebrochen. Einzelne Gebäude der ehemaligen Kommende bestanden noch bis 1912. Die letzten baulichen Reste der Anlage verschwanden erst in diesem Jahr.
Die Geschichte der Kommende ist durch eine umfangreiche schriftliche Überlieferung dokumentiert. Die 2016 veröffentlichte Regestenedition der Urkunden der Kommende St. Katharina umfasst 1.584 Regesten zu Urkunden aus den Jahren 1218 bis 1785. Sie erschien in zwei Teilbänden. Der erste Teilband enthält die Regesten Nummer 1 bis 940 und umfasst die Jahre 1218 bis 1496. Der zweite Teilband enthält die Regesten Nummer 941 bis 1584 und umfasst die Jahre 1496 bis 1785. Die Edition erschließt die erhaltene Urkundenüberlieferung der Kommende vom frühen 13. Jahrhundert bis zum Ende des Alten Reiches und bildet eine wesentliche Grundlage für die Erforschung ihrer Geschichte.
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II Komture
Heinrich (1239)
Walter de Porta (1250)
Heinrich (1256)
Reiner/Renardus (1257–1268)
Dietrich (1269–1270)
Walter de Porta (1269)
Herimann (1271)
Volkwin (1277)
Richolf (1280)
Hermann von Riehl (1282)
Christian (1286)
Johann (1299-1304)
Simon Berwini vom Tempel (1326–1340)
Walram von Thoynburch (1335–1336)
Jakob (1336)
Walram von Thoynburch (1337)
Johannes Overstolz (1342)
Heinrich von Heymberg (1379)
Tilmann (1385-1386)
Winrich von Rheindorf (1391–1395)
Martin von Broiche (1398-1399)
Simon von Leonrod (1467)
Georg von Eltz (1499)
Jodocus Mauritius von Droste zu Senden (?-1754)
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– Quellen und Literatur –
Arnold, Udo: Schloß Morsbroich, in: Ritter und Priester. Acht Jahrhunderte Deutscher Orden in Nordwesteuropa., Aldenbiesen 1992
Biskup, Marian: Visitationen im Deutschen Orden im Mittelalter. Teil I, Marburg 2002
Biskup, Marian: Visitationen im Deutschen Orden im Mittelalter. Teil III, Marburg 2008
Büttner, Richard: Die Säkularisation der Kölner geistlichen Institutionen, Köln 1969
Clemen, Paul: Die Kunstdenkmäler der Stadt Köln. 2. Band, Düsseldorf 1937
Coun, T.: Die hl. Katharina im Brevier des Johannes de Ketgh, Deutschordenspriester und Pfarrer zu Elsen., in: Ritter und Priester. Acht Jahrhunderte Deutscher Orden in Nordwesteuropa, Aldenbiesen 1992
Heckmann, Dieter: Amtsträger des Deutschen Ordens in Preußen und in den Kammerballeien des Reiches, o.O. 2014
Hegel, Eduard: Geschichte des Erzbistums Köln. Bd. 4, Köln 1979
Jedner, Karin: Die Deutschordenskommende St. Katharina in Köln im 13. Jahrhundert, Ilmtal 2023
Jost, J. B. D.: Die Hauskomture der Kommende Jungenbiesen in Köln, in: Intelligenz-Blatt für den Kreis Bergheim und den Landkreis Köln (Zeitung), 03.07.1895, Jahrgang 63, Nr. 53, (01.01.2019)
Limburg, Hans: Die Hochmeister des Deutschen Ordens und die Ballei Koblenz, Bad Godesberg 1969
Militzer, Klaus (Hg.): Die Urkunden der Deutschordenskommende St. Katharina zu Köln. Regesten, Teilband 1: Nr. 1–940 (1218–1496), Weimar 2016.
Militzer, Klaus (Hg.): Die Urkunden der Deutschordenskommende St. Katharina zu Köln. Regesten, Teilband 2: Nr. 941–1584 (1496–1785), Weimar 2016
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