Kommende Straßburg

Ballei Elsass-Burgund

Bistum Straßburg

Land: Reichsstadt Straßburg, Frankreich (ab 1681)

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I         Geschichte

Seit 1215 besaß der Deutsche Orden Besitz in der Stadt[1], wo 1273 erstmals ein Komtur belegt ist[2]. Nahe der Stadtmauer gelegen, führte der Bau einer Ordenskapelle zu Auseinandersetzungen mit dem Stiftskapitel von St. Thomas. Diese wurde dann 1289 unter dem Patrozinium der Gottesmutter und des heiligen Georg erwähnt[3]. Zählte der Konvent 1410/11 sieben Priester- und drei Ritterbrüder[4], 1414 drei Ritter- und vier Priesterbrüder[5], so waren es 1451 nur noch vier Priesterbrüder[6]. Mit einem Jahresertrag von 150.000 Mark verfügte die Kommende wohl über umfangreiche Besitzungen, welche jedoch bereits im ausgehenden 14. Jahrhundert durch Kriegswirren in starke Mitleidenschaft gezogen wurden[7]. 1416 gewährte das Konzil von Konstanz der Kommende eine Befreiung von Zoll und Steuern, wofür sie aber eine jährliche Abfindung von acht Gulden zahlen sollte und einen wirtschaftlichen Aufschwung nahm. 1496 ein Landgut in Boersch erwerbend, verschlechterte sich die Stellung der Kommende mit der Einführung der Reformation erheblich. So stellte der städtische Magistrat die traditionelle Steuerfreiheit des Deutschen Ordens infrage und verlangte von ihm ebenso wie von anderen Ordenshäusern die Entrichtung der 1533 eingeführten kaiserlichen Türkensteuer. Die Auseinandersetzungen zwischen Stadt und Kommende verschärften sich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts weiter und 1561 belief sich die städtische Steuerforderung auf 105 Gulden. Bereits 1567 verlangte der Magistrat außerdem die Abtretung von Haus und Boden des Ordens, um die Stadtbefestigung erweitern und verstärken zu können. Nachdem der Deutsche Orden dies verweigert hatte, ließ die Stadt 1588 die Fenster des Ordenshauses teilweise zumauern. Nachdem der Komtur dagegen scharfen Protest erhob, erwog die Stadt zeitweise sogar die Vertreibung der verbliebenen Ordensbrüder. Schon 1619 ließ die Stadt die Kommendevangesichts drohender Kriegsgefahr militärisch besetzen, was zu einer Übertragung der Verwaltung der Kommendengüter durch den Komtur von Andlau führte. Nachdem die Kommende 1622 niederbrannte, wurde das Gelände 1634 eingeebnet und das dabei gewonnene Steinmaterial für den Festungsbau verwendet. Der dem Orden entstandene Schaden wurde auf 140.000 Gulden geschätzt. Doch verweigerte die Stadt jede Entschädigung, da sie die Kommende durch den König von Schweden als Geschenk erhalten habe. Nach Verhandlungen erklärte sich die Stadt 1650 schließlich dazu bereit, die Einnahmen aus dem früheren Grundbesitz des Ordens zurückzuerstatten. Im Gegenzug musste der Deutsche Orden jedoch auf den Wert des Baugrundstücks sowie auf eine Entschädigung für die zerstörten Gebäude verzichten[8]. Als die Stadt, nach dem Frieden von Münster, unter die Herrschaft des Königs von Frankreich gelangte, überließ Ludwig XIV. die Kommende im Dezember 1672 dem Lazarusorden[9].

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II         Komture

Konrad (erw. 1289)

Albrecht (erw. 1304)

Johann (erw. 1318)

Johann zu dem Leiste (erw. 1331)

Konrad von Cromburg (erw. 1343) [10]

Heinrich von Rinkenberg (erw. 1361)[11]

Vinzenz von Bubenberg (erw. 1380)[12]

Franz Senno (1386-1392)[13]

Johannes Malkaw (1396-1403)

Hohannes Haees (erw. 1442)

Heinrich von Ulm (erw. 1451)[14]

Werner Schenk von Stauffenberg (erw. 1566)

Joachim von Bubenhofen (1599- ?) [15]

Johann Werner Hundbiß von Waltrambs (1629)[16]

Philipp Albrecht von Berndorf (1635)[17]

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Philipp Albrecht von Berndorf (1649-1650) [18]

Hans Beat Segesser von Brunegg (1656-1666) [19]

Johann Franz von Reinach zu Munzingen (1683-168?)[20]

Georg Friedrich Stürzel von Buchheim (1695)[21]

Melchior Heinrich von Grandmont (1671-1677)[22]

Johann Baptist von Eptingen (1758-1760)

Alexander Stürzel von Buchheim (1760-1780)

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Alexander Stürzel von Buchheim (1787-1790)

Friedrich Karl von Landsperg (erw. 1799)

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[1] Karl Otto Müller, Beschreibung der Kommenden der Deutschordensballei Elsaß-Schwaben-Burgund im Jahre 1393, Stuttgart 1958, S. XIX

[2] Die Deutschordens-Ballei Elsaß-Burgund, Bad Mergentheim 1990, S. 18

[3] Faust, Pierre-Paul: „Kommende Straßburg“, in: Pascal Paul Schneller (Hrsg.), 800 Jahre Deutscher Orden an Ober-, Hochrhein und in der Schweiz, Freiburg 2021, S. 272

[4] Marian Biskup, Visitationen im Deutschen Orden im Mittelalter. Teil I, Marburg 2002, S. 65

[5] Marian Tumler, Der Deutsche Orden im Werden, Wachsen und Wirken bis 1400 mit einem Abriß der Geschichte des Ordens von 1400 bis zur neuesten Zeit, Wien 1955, S. 128

[6] Kurt Forstreuter, Der Deutsche Orden am Mittelmeer, Bad Godesberg 1967, S. 214

[7] Marian Tumler, Der Deutsche Orden im Werden, Wachsen und Wirken bis 1400 mit einem Abriß der Geschichte des Ordens von 1400 bis zur neuesten Zeit, Wien 1955, S. 128

[8] Faust, Pierre-Paul: „Kommende Straßburg“, in: Pascal Paul Schneller (Hrsg.), 800 Jahre Deutscher Orden an Ober-, Hochrhein und in der Schweiz, Freiburg 2021, S. 272-273

[9] Rudolf Fendler, Die Kammerkommende des Deutschen Ordens in Weissenburg im Elsass, Marburg 1995, S. 160

[10] Archives de la Ville et de l’Eurométropole de Strasbourg (AVES), CH 54/1165, 4. Dezember 1343: „frater Conradus de Cromburg commendator et fratres seu conventus domus prescripte“; vgl. die digitale Erschließung in SigiAl, Am Strasbourg-AVES – CH 54 / 1165. (10.08.2026)

[11] Ernst von Mirbach-Harff, Beiträge zur Personalgeschichte des Deutschen Ordens, Wien 1892, S. 12

[12] http://www.hiko-owp.eu/wp-content/uploads/2015/11/Amtsträger-DO-Preußen.pdf (01.01.2019)

[13] Peter Heim, Die Deutschordenskommende Beuggen und die Anfange der Ballei Elsass-Burgund, Bad Godesberg 1977, S. 174

[14] http://www.hiko-owp.eu/wp-content/uploads/2015/11/Amtsträger-DO-Preußen.pdf (01.01.2019)

[15] Faust, Pierre-Paul: „Kommende Straßburg“, in: Pascal Paul Schneller (Hrsg.), 800 Jahre Deutscher Orden an Ober-, Hochrhein und in der Schweiz, Freiburg 2021, S. 272

[16] Franz Rudolf Wey, Die Deutschordens-Kommende Hitzkirch, Luzern 1923, S. 166

[17] Franz Rudolf Wey, Die Deutschordens-Kommende Hitzkirch, Luzern 1923, S. 166

[18] Petra Zimmer / Patrick Braun, Die Johanniter, die Templer, der Deutsche Orden, die Lazariter und Lazariterinnen, die Pauliner und die Serviten in der Schweiz, Helvetia Sacra IV/7, Basel 2006, S. 690

[19] Philipp Anton von Segesser, Genealogie und Geschlechtshistorie der Segesser von Brunegg in der Schweiz und im deutschen Reiche, Bern 1884, S. 186

[20] Helmut Hartmann, Die Mitglieder des Deutschen Ordens nach dem Wappenkalender der Ballei Elsass-Burgund 1701, in: Schloß Achberg. Annäherung an ein barockes Kleinod Oberschwans., Ravensburg 1999, S. 221

[21] Franz Rudolf Wey, Die Deutschordens-Kommende Hitzkirch, Luzern 1923, S. 168

[22] Helmut Hartmann, Die Mitglieder des Deutschen Ordens nach dem Wappenkalender der Ballei Elsass-Burgund 1701, in: Schloß Achberg. Annäherung an ein barockes Kleinod Oberschwans., Ravensburg 1999, S. 220