Ballei Frankreich / Ballei Lothringen
Bistum Toul
Land:
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I Geschichte
Die Niederlassung des Deutschen Ordens in Vaudeville entstand in den Jahren 1228 oder 1229. Hugo (Hugues) Chauderon, Herr von Briaucourt, übertrug dem Orden die Kirche von Vaudeville mit den großen und kleinen Zehnten, dem Patronatsrecht sowie der Gerichtsbarkeit. Auf dieser Schenkung beruhte die Niederlassung des Ordens in Vaudeville. Bereits 1231 bestätigte Simon von Joinville als Lehnsherr die Schenkung und damit den Rechtsbestand des Ordensbesitzes.
Die Niederlassung lag im Bistum Toul und gehörte zum Dekanat Reynel. Der Pfarrbezirk umfasste Vaudeville und Seraumont. Der Deutsche Orden besaß das Patronatsrecht über die Pfarrkirche und war berechtigt, den Pfarrer zu präsentieren. Im Jahr 1281 bestätigte Bischof Konrad von Toul den Besitz und die Rechte des Ordens.
1282 präsentierte der Komtur der Kommende Beauvoir den Ordenspriester Conrard als Pfarrer von Vaudeville. Er versah die Pfarrei mindestens bis 1291 und erhielt in diesem Jahr die Erlaubnis, sich in der Seelsorge vertreten zu lassen und nicht ständig in der Pfarrei anwesend sein zu müssen. Bis 1385 sind wiederholt Ordenspriester als Pfarrer von Vaudeville nachweisbar; anschließend wurden Weltpriester mit der Pfarrei betraut.
Die wirtschaftliche Grundlage der Niederlassung bildeten vor allem die mit der Schenkung verbundenen Zehntrechte, das Patronatsrecht und die Gerichtsbarkeit, aus denen der Orden regelmäßige Einkünfte bezog und die er vor Ort verwaltete. Seit dem Ende des 13. Jahrhunderts gehörte Vaudeville zur Ballei Lothringen des Deutschen Ordens.
Für das Jahr 1451 ist mit Nicolas de Soye der einzige Komtur urkundlich belegt.
Am 23. April 1501 veräußerte die Ballei Lothringen ihre französischen Besitzungen, darunter auch Vaudeville, für 1.100 rheinische Florin an die Zisterzienserabtei Clairvaux. Mit diesem Verkauf endete die Geschichte der Niederlassung des Deutschen Ordens in Vaudeville. Das Patronatsrecht über die Pfarrkirche und die übrigen Rechte gingen auf die Abtei Clairvaux über.
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II Pfarrer
Conrard (1282–1291 erwähnt – Ordenspriester und Pfarrer von Vaudeville.)
Henri (1296 erwähnt – Ordensangehöriger, Pfarrer von Vaudeville.)
Thierry de Luxembourg (1296 erwähnt – Ordensangehöriger, Pfarrer von Vaudeville.)
Jean de Pont-à-Mousson (1301 erwähnt – Ordensangehöriger, Pfarrer von Vaudeville.
Gérard de Luxembourg (1303 erwähnt – Ordensangehöriger, Pfarrer von Vaudeville.)
Euselon de Hombourg (1333 erwähnt – Ordensangehöriger, Pfarrer von Vaudeville.)
Jean de Wistinga (1335 erwähnt)
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d’Arbois de Jubainville, Henry: L’Ordre Teutonique en France, in: Bibliothèque de l’École des chartes, Bd. 32, Paris 1871
Krämer, Thomas: L’ordre teutonique dans le Midi. Malchance ou aucune chance ?, in: Les ordres religieux militaires dans le Midi (XIIe–XIVe siècle), Cahiers de Fanjeaux, Bd. 41, Toulouse 2006.
