Kommende Vught

Ballei Aldenbiesen

Bistum Lüttich

Land: Brabant

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I           Geschichte

Wann der Deutsche Orden Besitz in Vught erwarb, ist nicht überliefert. Zwischen 1270 und 1334 gelangten die Lambertuskirche und die mit ihr verbundenen Rechte an den Orden. Im Jahr 1334 erscheint erstmals ein Komtur in Vught; aus demselben Jahr stammt zugleich der älteste Nachweis über den Einzug von Abgaben. In den Nekrologien der Ballei Aldenbiesen wird Dirk Berkhout als Schenker von Gütern in Vught genannt. Die Familie Berkhout gehörte zum Umfeld der Herzöge von Brabant. Ein Zusammenhang zwischen dieser Schenkung und der Entstehung der Kommende lässt sich jedoch nicht nachweisen.

Mit der Lambertuskirche gingen auch das Patronatsrecht und die Zehntrechte auf den Deutschen Orden über. Das Pfarrgebiet umfasste neben Vught auch Cromvoirt, Deuteren, ’t Reut, Frankenhofstad sowie das Gebiet um das Schloss Oud-Herlaar auf der gegenüberliegenden Seite der Dommel. Für Cromvoirt ist 1459 erstmals eine Kapelle belegt; später bestand auch in Deuteren eine Kapelle. Beide blieben der Lambertuspfarrei zugeordnet.

Um 1423 besaß die Kommende den Alten Zehnt („Oude Tiend“) sowie die Zehntrechte von Molenakker, Cromvoirt, Deuteren, ’t Reut und Oud-Herlaar. Hinzu kamen Häuser, Höfe, landwirtschaftliche Flächen und weitere Besitzungen. Im Jahr 1432 wird erstmals ein großer Wirtschaftshof der Kommende erwähnt. Daneben bezog sie Einkünfte aus Pachtverhältnissen, Renten, Erbzinsen, Grundstücksrechten und weiteren Besitzungen, die sich weit über Vught hinaus erstreckten.

Im Nekrolog der Ballei Aldenbiesen erscheint Gerard van Tienen als Priesterbruder des Deutschen Ordens und Pfarrer von Vught. Für das Jahr 1373 ist erstmals ein Komtur der Niederlassung urkundlich nachweisbar. Bruder Willem van Roosmeer erscheint 1405 zugleich als Komtur von Vught und Pfarrer von St. Lambertus. Im selben Jahr erwarb er ein Stück Moorland bei Loon op Zand.

Nach der ersten Nennung eines Komturs im Jahr 1334 treten über längere Zeit häufiger die Pfarrer von St. Lambertus als die Komture hervor. Mehrfach waren beide Ämter in einer Person vereinigt. Jacobus van Zittaert war zugleich Komtur und Pfarrer. Sein Grabstein ist erhalten geblieben. Nach den überlieferten Angaben starb er 1555 in Maastricht in hohem Alter. Ihm folgte Floris van Masschereel, der zwischen 1555 und 1608 als Komtur nachweisbar ist. Erst nach dessen Tod erscheinen Komtur und Pfarrer regelmäßig als getrennte Amtsträger.

Das Ordenshaus lag östlich der Lambertuskirche auf dem Gelände der späteren Buitenplaats Zionsburg. Über seine Gestalt ist nichts Näheres überliefert. Archäologisch gesicherte Reste der mittelalterlichen Anlage sind bislang nicht nachgewiesen. Die heutige Zionsburg steht nicht in unmittelbarer baulicher Kontinuität zum mittelalterlichen Ordenshaus.

Am 26. Juli 1543 wurde Vught während des Feldzuges Maarten van Rossums verwüstet. Zeitgenössische Berichte nennen 215 abgebrannte Häuser. Auch das Komturhaus wurde zerstört. Die Kommende bestand jedoch fort; möglicherweise blieben einzelne Teile der Anlage zunächst erhalten.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde Vught erneut von den Kriegsereignissen erfasst. Die Zerstörungen des Jahres 1603 betrafen das Kommendenhaus ebenso wie die Lambertuskirche, die anschließend nur in verkleinerter Form wieder aufgebaut wurde. Im Jahr 1615 beschloss die Ordensleitung, das Kommendenhaus nicht wieder aufzubauen. Die Besitzungen, Rechte und Einkünfte der Kommende blieben jedoch bestehen.

Nach dem Beschluss von 1615 wurde ein Haus in der Sint-Jorisstraat in ’s-Hertogenbosch zur Residenz der Vughter Komture bestimmt. Von dort aus wurden die Besitzungen der Kommende verwaltet. Bereits 1607 erscheint Hendrik van Zoerendonck als Rentmeister der Kommenden Vught und Gemert. In den folgenden Jahrzehnten zogen Rentmeister, Ordensbeamte und teilweise auch die Pfarrer von St. Lambertus die Einkünfte ein.

Später wurde Vught als „Rezeptur Vücht“ von Maastricht aus verwaltet. Die Einnahmen und Ausgaben wurden innerhalb der Generalkasse der Ballei Aldenbiesen gesondert verbucht. Obwohl vor Ort kein Kommendenhaus mehr bestand, blieb Vught als eigener Verwaltungsbezirk des Deutschen Ordens erhalten.

Nach der Einnahme von ’s-Hertogenbosch durch Friedrich Heinrich von Oranien im Jahr 1629 und dem Westfälischen Frieden von 1648 blieb das Präsentationsrecht des Deutschen Ordens für die Pfarrer von St. Lambertus bestehen. Die Lambertuskirche wurde protestantisch genutzt, während die katholische Gemeinde ihre Gottesdienste in einer Schuilkerk feierte.

Im Jahr 1662 beschloss die Ballei Aldenbiesen die Aufhebung der Kommende und die Veräußerung eines Teils ihrer Besitzungen. Verkauft wurden das ehemalige Kommendegelände in Vught sowie später das Stadthaus in ’s-Hertogenbosch. Die Zehntrechte und das Patronatsrecht über die Lambertuspfarrei verblieben zunächst beim Deutschen Orden. Ein geplanter Verkauf an den Chirurgen Arnold Fey kam offenbar nicht zustande. Die verbliebenen Rechte und Einkünfte wurden weiterhin als „Rezeptur Vücht“ verwaltet. Auch im 17. und 18. Jahrhundert gehörten mehrere Pfarrer von St. Lambertus dem Deutschen Orden an.

Mit der Besetzung der Österreichischen Niederlande durch französische Truppen in den Jahren 1794 und 1795 wurden die Besitzungen der Ballei Aldenbiesen beschlagnahmt. Der Deutsche Orden verlor dadurch seine verbliebenen wirtschaftlichen Rechte in der Region. Die kirchliche Verbindung zur Lambertuspfarrei blieb zunächst bestehen. Erst mit dem Tod des letzten Ordenspfarrers Andries Nobelen im Jahr 1829 endete die mehr als fünfhundertjährige Verbindung zwischen dem Deutschen Orden und der Lambertuspfarrei. Anschließend wurde die Lambertuspfarrei mit der Pfarrei St. Pieter vereinigt.

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II           Komture

Aert van Mompellier (1373)

Johann von Cortenbach (1539-1543)

Floris van Maschereel (1555-1608)

Johan Raitz von Frentz (1610-1624)

Dietrich Stefan von Reuschenberg (1624-1631)

Heinrich Schenck von Nideggen (1638)

Johann Franz von Lutzenrode (1642-1647)

Heinrich Schenk von Nideggen (1649)

Willem Quadt de Beeck (1659)

Johann Adrian von Bilandt (1659-1665)

Hendrick van Wassenaer tot Warmont (1677-1683)

Bertram Wessel von Loe (1683-1688)

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– Quellen und Literatur –

Kappelhof, A.C.M.: Geschiedenis van de commanderij Vught van de Duitse Orde 1300–1829, Den Haag 2018

Kappelhof, A.C.M.: Inventaris van de archieven van de Duitse Orde te Vught 1334–1795. ’s-Hertogenbosch 1978

Leden van de Duitse Orde in de Balije Biesen, Bilzen 1994

Mol, J. A.: De Friese Huizen van de Duitse Orde, Ljouwert 1991

Ridderlijke Duitsche Orde, Balije van Utrecht: Cultuurhistorische inventarisatie van het gebouwd erfgoed van de Ridderlijke Duitsche Orde in Nederland. Utrecht 2023.

Vughts Museum: Vught in de Middeleeuwen. Vught o. J.

Brabants Historisch Informatie Centrum (BHIC): „Vechtmonniken en islambestrijders: de Duitse Orde in Vught“. Online-Beitrag zur Geschichte der Kommende Vught. (24.06.2026)