Ballei Waldbreitbach

Deutschmeister / Ballei Koblenz (seit 1602)

Erzbistum Trier

Land: Kurfürst-Erzbistum Köln

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I          Geschichte

Die Kommende Waldbreitbach war eine Niederlassung des Deutschen Ordens im Wiedtal. Sie ist spätestens 1239 als „Deutsches Huis zu Brettbach“ belegt. Nach späteren Überlieferungen übernahm der Deutsche Orden bereits seit 1239 die Seelsorge in Waldbreitbach. Um 1260 schenkte Gräfin Mechthild von Sayn dem Deutschen Orden die Pfarrkirche von Waldbreitbach. Mit dieser Schenkung erhielt der Orden das Patronatsrecht über die Pfarrei und die Grundlage für die weitere Entwicklung der Kommende. Komture der Niederlassung sind seit 1270 nachweisbar.

Die Kirche war ursprünglich Johannes dem Täufer geweiht, später Maria. Über Jahrhunderte übte der Deutsche Orden das Patronatsrecht aus. Die heutige Pfarrkirche Maria Himmelfahrt steht am Standort der mittelalterlichen Kirche, von der der Turm erhalten geblieben ist.

Im Verlauf des späten 13. und frühen 14. Jahrhunderts wurde der Besitz der Kommende erweitert. 1278 erwarb sie einen Hof, 1286 Güter in Heiderbach, 1290 Besitzungen in Unkel und 1314 Weinberge bei Erpel. 1313 wurde die Kommende dem Deutschmeister zugeordnet. Im Jahr 1320 kaufte sie für 150 Mark weitere Güter, darunter Besitzungen in Urbach und Linz, wo ein Stadthof errichtet wurde.

Die Kommende war zunächst dem Deutschmeistertum inkorporiert und wurde 1602 gegen eine jährliche Zahlung von 1.000 Reichstalern der Ballei Koblenz eingegliedert. Danach gehörte sie zur Kammerballei Koblenz. Im 17. Jahrhundert wurden von Waldbreitbach aus zeitweise auch die Kommenden Rheinberg und Muffendorf verwaltet.

Die wirtschaftliche Grundlage der Niederlassung bestand aus Höfen, Gütern, Weinbergen und weiteren Ländereien. Für das 18. Jahrhundert ist ein Besitzumfang von etwa 400 Morgen Land überliefert. Zum Wirtschaftshof gehörten Stallungen, Scheunen, Remisen und weitere Wirtschaftsgebäude. Außerdem werden Jagdgerechtigkeit und Fischerei genannt und für das Jahr 1767 werden für die Pfarrei Waldbreitbach sechzehn Dörfer und sechsunddreißig Höfe genannt.

Das heute erhaltene Kommendengebäude wurde 1703 beziehungsweise 1704 unter Landkomtur van Loe auf den Kellern eines älteren Baus errichtet. Der mittelalterliche Keller mit seinen Gewölben blieb erhalten. Um 1718 entstand ein Pferdestall für acht Pferde. Spätere Beschreibungen nennen außerdem Viehställe, eine Futterkammer, ein Backhaus und einen Kelter. Für die Mitte des 18. Jahrhunderts sind ein mit Karpfen, Schleien und Forellen besetzter Weiher sowie ein Brunnen der Kommende belegt. In den Akten erscheint außerdem die Planung eines Brauhauses.

Das Kommendengebäude stand oberhalb der Pfarrkirche und bildete den Mittelpunkt der Anlage. Die Wirtschaftsgebäude bestanden bis 1877 und wurden anschließend abgebrochen. Erhalten blieb das Kommendenhaus.

Die Besitzzeit des Deutschen Ordens in Waldbreitbach endete 1809.

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– Quellen und Literatur –

Tumler, Marian: Der Deutsche Orden im Werden, Wachsen und Wirken bis 1400 mit einem Abriß der Geschichte des Ordens von 1400 bis zur neuesten Zeit, Wien 1955

Staatsarchiv Ludwigsburg, JL 425 Bd. 29

www.alleburgen.de (23.06.2026)

www.altes-waldbreitbach.de (23.06.2026)

www.waldbreitbach.de (23.06.2026)