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Ostkirchliche Grundbegriffe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Archidiakon: Der Archidiakon ist ein Diakon, welcher als Assistent eines Bischofs fungiert und diesen in der Verwaltung, auf Reisen... unterstützt.

 

Archimandrit: Der Archimandrit ist eigentlich der Vorsteher eines Klosters und einem Abt vergleichbar. Als solcher mit einer eigenen Benediktion versehen, kann der Archimandrit aber auch eine besondere Auszeichnung sein. Nur ein Priestermönch kann zum Archimandriten werden. In seinem Rang steht er über dem Hegumen.

 

Auslandskirche: Eigentlich immer auf nationaler Ebene organisiert, haben die Migrationen des 20. Jahrhunderts für die einzelnen Kirchen eine neue Situation geschaffen. Zahlreiche ihrer Gläubigen ließen sich im Ausland nieder, wo sie eine Minderheit bildeten, jedoch ihre Sprache und Kultur weitgehend pflegen wollten. Darüber kam es zur Gründung von Auslandskirchen der verschiedenen Kanonischen Kirchen, welche das Territorialprinzip durchbrechen. So existieren in den Auslandskirchen verschiedene Kirchen nebeneinander, mit jeweils eigenen Hierarchien, eigenem Klerus und eigenen Gemeinden. Der Diasporastatus wird zumeist auch in den Namen deutlich, umfassen diese doch häufig ganze Regionen (z.B. "Berlin und Deutschland" oder "Westeuropa"). Die über die Jahrzehnte zunehmende Assimilierung führt manchmal zu Spannungen zur Mutterkirche, zumal sich seit einigen Jahrzehnten, wenn auch sehr langsam, ein einheimischer Klerus bildet. Gleichzeitig hat sich jedoch auch klar herausgestellt, dass die Auslandskirchen eine Dauereinrichtung sein werden und keine Trennung von der Mutterkirche in Betracht gezogen wird.

 

Autokephale Kirche: Eine autokephale Kirche ist rechtlich und geistlich vollkommen selbständig. Ihr eigenes Oberhaupt wählend, kann dieser ein Patriarch oder auch Metropolit sein. Häufig ist sie auch noch für "autonome Kirchen" zuständig. Die Rangfolge der Kirchen lautet:

  1. Konstantinopel
  2. Alexandrien
  3. Antiochien
  4. Jerusalem
  5. Russland
  6. Serbien
  7. Rumänien
  8. Bulgarien
  9. Georgien
  10. Zypern
  11. Griechenland
  12. Polen
  13. Albanien
  14. Tschechien und Slowakei

 

Autonome Kirche: Eine autonome Kirchen stehen in der Abhängigkeit einer autokephalen Kirche und sind im inneren Bereich nur bis zu einem bestimmten Grad unabhängig.

zu Konstantinopel:

- Estnische Apostolische Orthodoxe Kirche

- Exarchat der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa

- Karpatho-Russische Kirche in Amerika

- Kirche von Finnland

- Moldauisch-Orthodoxe Kirche

- Ukrainische Autonome Orthodoxe Kirche

- Ukrainische Orthodoxe Kirche in der Diaspora

zu Jerusalem

- Autonomes Erzbistum auf dem Sinai

zu Russland:

- Estnisch-Orthodoxe Kirche

- Moldavisch-Orthodoxe Kirche

- Russisch-Altorthodoxe Kirche

- Ukrainisch-Orthodoxe Kirche

- Weißrussisch-Orthodoxe Kirche

zu Serbien:

- Französisch-Orthodoxe Kirche

- Mazedonisch-Orthodoxe Kirche

- Montenegrinisch-Orthodoxe Kirche

zu Rumänien:

- Orthodoxe Kirche Bessarabiens

 

Eparchie: Eine Eparchie ist ein Diözese. Ihr steht ein Bischof vor, welcher den Titel "Eparch" trägt.

 

Ersthierarch: Der Ersthierarch ist der Patriarch oder Metropolit einer Kanonischen oder Autonomen Kirche. In der Hierarchie steht er zwar an der Spitze, ist aber doch nur "Erster unter Gleichen".

 

Erzbischof: Ein Ehrentitel für einen Metropoliten oder auch die Bezeichnung für einen Metropoliten, wo der Titel "Metropolit" unüblich ist.

 

Erzpriester: Ein Ehrentitel, welcher einem "Prälat" in der Katholischen Kirche vergleichbar ist.

 

Exarchat: Das Exarchat ist eine in der Diaspora gelegene, unselbständige Diözese. Ihr steht ein Bischof vor, welcher den Titel "Exarch" trägt.

            Apostolisches ExarchatDiese gibt es in den Unierten Ostkirchen und unterstehen

            direkt dem Apostolischen Stuhl.

            Patriarchal Exarchat: Diese gibt es in den Unierten Ostkirchen und in den Kirchen

            der Orthodoxie. Sie unterstehen dem Patriarchen direkt.

 

Fastenzeit: Es gibt drei Formen der Fastenzeit:

- Fasten ohne tierische Produkte, Öl und Wein

- Fasten ohne tierische Produkte, aber mit Öl und Wein

- Fasten ohne tierische Produkte, aber mit Öl, Wein und Fisch.

Wann und wie gefastet wird, dass hängt von verschiedenen Faktoren ab, z. B. Wochentag, Tagesheiliger oder Fest. Wichtige Fastenzeiten sind aber das Osterfasten, Weihnachtsfasten, Apostelfasten und Gottesmutterfasten. Ordensleute fasten immer und nehmen niemals tierische Produkte zu sich. (Fastenkalender: Alter Kalender / Neuer Kalender)

 

Generalbischof: Der Generalbischof, auch "Allgemeiner Bischof" genannt, existiert nur in der Koptischen Kirche. Er steht keiner Diözese vor und wird für besondere Aufgaben bestellt. Erstmals 1962 bestellt, verwendet er keinen Bischofsstab.

 

Heilige(r) Synod: Die Heilige Synod ist das höchste Leitungsorgan einer Kirche, welche alle wichtigen Entscheidungen zwischen den Bischofssynoden trifft. Die Zusammensetzung dieser Synod ann unterschiedlich sein. So besteht sie in der Russisch-Orthodoxen Kirche aus dem Patriarchen, 7 ständigen und 6 wechselnden Bischöfen. In der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche besteht sie aus allen Bischöfen, welche sich zweimal im Jahr treffen.

 

Hegumen: Der Hegumen oder Igumen ist der Leiter eines Klosters, welcher in seinem Rang unter dem Archimandriten steht. In der Koptischen Kirche ist es auch ein Ehrentitel, welcher einem Erzpriester vergleichbar ist. Lediglich Priestermönche können Hegumen werden.

 

Hieromonachos: Der Hieromonachos ist ein Priestermönch. In orthodoxen Klöstern ist die Zahl der Priestermönche eher von geringer Zahl und nicht jeder der Theologie studiert hat, wird gleich zum Priester.

 

Kalender: In den verschiedenen Kirchen des Ostens sind drei verschiedene Kalender in Umlauf.

             

1.) Julianischer Kalender: Der Kalender wurde 45 v. Chr. von Julius Cäsar eingeführt. Der Zeitunterschied zum Gregoriaischen Kalender beträgt 13 Tage.

 

2.) Gregorianischer Kalender: Der Kalender wurde 1582 von Papst Gregor XIII. eingeführt. Der Zeitunterschied zum Julianischen Kalender beträgt 13 Tage.

 

 3.) Meletianischer Kalender: Der Kalender, auch Neujulianischer Kalender genannt, lehnt sich an den Gregorianischen Kalender an. Lediglich der Ostertermin, damit auch die österliche Fastenzeit, werden weiter nach dem Gregorianischen Kalender begangen. Er wurde 1923 auf einem gesamtorthodoxen Kongress in Konstantinopel angenommen und nahm den Kalendersprung am 9.März 1924, der dann der 23. März 1924 wurde, vor.

 

Kanonische Kirche: Eine kanonische Kirche steht in voller Kommunion mit dem Ökumenischen Patriarchen und den anderen kanonischen Kirchen. Bei Nicht-Kanonischen Kirchen handelt es sich also um eine Abspaltung, die in keiner Kommunion mit den Kanonischen Kirchen stehen.

 

Metochi: (pl. Metochia oder Metosi) Filialklöster, welche einem anderen Kloster direkt unterstehen.

 

Metropolit:

             

1.) Ursprünglich war der Metropolit der Leiter einer Kirchenprovinz, zu welcher mehrere Suffraganbistümer gehören. Er stand den Metropolitansynoden vor und auch der Wahl der   Suffraganbischöfe. Bereits im 7. Jahrhundert handelte es sich um jene Bischöfe, welche vom Patriarchen aus einem Dreiervorschlag der Heiligen Synode ausgewählt wurden. Heute wirken sie zumeist in den Patriarchalverwaltungen oder auch den Auslandskirchen.

  2.) Als Metropoliten werden jene Ersthierarchen bezeichnet, welche einer Kanonischen Kirche ohne Patriarch vorstehen oder auch einer Autonomen Kirche.

 

Mönchtum: Es gibt keinen Unterschied zwischen Mönchen und Nonnen. Diese werden, nach dem Noviziat, in drei Stufen gegliedert, wobei es sich jedoch um Askesestufen handelt.

- Rjasophor

Der Jung-Mönch/-Nonne erhält die Tonsur und das Mönchsgewand, legt jedoch keine Gelübde ab.

- Staurophor

Nach einigen Jahren, wenn der Abt den Rjasophor für geeignet hält, erhält er erneut die Tonsur und legt die Gelübde der Ortstreue, des Gehorsams, der Keuschheit und der Armut ab. Er erhält nun einen neuen Namen, ein neues Gewand, ein Brustkreuz und einen Schleier. Der Abt erhöht nun seine Gebetsregeln und gewährt ihm eine größere Askesepraxis.

- Schema-Mönch/Nonne

Erkennt der Abt eine große geistliche Reife, so gewährt er das "Große Schema". Der Schema-Mönch trägt das Analavos über die Schultern und statt des Schleiers den Koukoulen. Auch erhält er einen neun Namen. Ziel ist es nun mehr und mehr in die Einsamkeit zu gehen.

Die Mönchsweihe wird durch den Abt geleitet. Ist dieser nich Priester, so durch einen Priestermönch. Der Abt/Priestermönch muss jedoch mindestens die entsprechende Stufe haben, deren "Weihe" vorgenommen werden soll. Alle Mönche werden mit Vater, die Nonnen mit Mutter angesprochen. Zu Priestermönchen, genannt Hieromonachi, werden nur soviele geweiht, wie man für die Liturgie benötigt. Alle Bischöfe müssen dem klösterlichen Klerus entstammen und leben auch dann weiter im Kloster.

Gute Darstellung des Mönchs- und Klosterlebens

 

Mysterion: Die Sakramente der Kirche werden als Mysterion bezeichnet. Es gibt sieben von ihnen, doch werden Taufe und Firmung in einer Feier vollzogen.

  - Mysterion der Erleuchtung (Taufe)

  - Mysterion der Versieglung (Firmung)

  - Mysterion des Heiligen und Kostbaren Leibes und Blutes des Herrn (Eucharistie)

  - Mysterion der Sündenvergebung (Buße)

  - Mysterion der Handauflegung (Weihe)

  - Mysterion der Krönung (Ehe)

  - Mysterion des Heiligen Öls (Krankensalbung)

 

Patriarch: Der Patriarch ist der Leiter einer Ostkirche, wobei er im Kreis der Bischöfe lediglich die Stelle eines "Primus inter pares" einnimmt. Seine Kirche nach außen vertretend, hat er keine Jurisdiktion über andere Bischöfe und deren Diözesen. Gewählt von der Heiligen Synode, bedarf er in einer unierten Kirche noch der Bestätigung durch den Papst.

 

Periodeut: Das Amte des Periodeuten gab es nicht in allen Kirchen. Seine Aufgabe war die Visitation der einzelnen Gemeinden, worin er die Nachfolge der Chorbischöfe angetreten hatte. Heute nur noch in den syrischen Kirchen vorhanden, hat er unterschiedliche Aufgaben und Rechte.

 

Protosingel: Protosingel ist ein Ehrentitel, welcher an Mönchspriester verliehen werden kann. Ursprünglich einmal der engste Berater eines Bischofs, wird dieser Titel heute an Mönchspriester vergeben, welche sich in bestimmten administrativen Bereichen ausgezeichnet haben.

 

Skite: Die Skite ist ein Kloster, welches einem weitgehenden Eremitenideal folgt und vergleichbar einem Karthäuserkloster oder einem "Klosterdorf" ist.

 

Symphonia: Sie ist das theologische Ideal eines Zusammenspiels von Kirche und Staat und steht in ihrem Grunddenken einer Trennung von Kirche und Staat entgegen. Ihre Grundlage liegt in der byzantinischen "Epanagoge": „Die weltliche Macht und die Geistlichkeit verhalten sich zueinander wie Leib und Seele und sind für die staatliche Ordnung ebenso unentbehrlich wie Leib und Seele im lebendigen Menschen. In der Verbindung sowie dem Einvernehmen zwischen ihnen liegt das Staatswohl begründet.“ Die so genannte Symphonia-Lehre wird auch heute in den meisten Ländern Osteuropas als Grundlage für das Verhältnis von Staat und Kirche angesehen. In harmonischem "Zusammenklang" sollen sich Kirche und Staat die Herrschaft über die Gesellschaft zum Wohle der Menschen teilen. Der säkulare und der kirchliche Raum sind eng miteinander verknüpft und greifen an vielen Stellen ineinander. Beide haben aber auch ihren eigenen Bereich, sind eigenständig und ebenbürtig. Das Ideal der "Symphonia" ist ein orthodoxer Staat.

 

Titularbischof: Der Titularbischof besitzt die Bischofsweihe, steht aber keiner eigenen Diözese vor. Er unterstützt einen Diözesanbischof in seinen Aufgaben oder steht im Dienst des Patriarchen.

 

Vikarbischof: siehe Titularbischof

 

Weihen: In den Kirchen gibt es die Höheren Weihen und die Niederen Weihen. Jedoch handelt es sich nur bei den Höheren Weihen um das eigentliche Sakrament der Weihe. Die Niederen Weihen sind lediglich Segnungen. Auch ist der Zölibat nur für Bischöfe vorgeschrieben, weshalb sie zumeist Mönche sind. Priester und Diakone können verheiratet sein, doch muss die Ehe bereits vor der Weihe geschlossen worden sein. Nach dem Empfang des Weihesakramentes ist keine Eheschließung mehr möglich.

 - Höhere Weihen (Cheirotonie): Bischof, Priester, Diakon

 - Niedere Weihen (Cheirotesie): Subdiakon (Hypodiakon), Lektor, Kantor, Türhüter