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Ballei Romanien

 

Geschichte

Landkomture

KOMMENDEN

- Andravida

- Calamata

- Korone

- Methone

- Mostenitsa

- Villegrot

 

I. Geschichte

Als Ballei Romanien werden die Besitzungen des Ordens in Griechenland bezeichnet. Diese gelangten über den 4. Kreuzzug in die Hände des Deutschen Ordens. Als nach der Eroberung des Gebietes die „Beute“ verteilt wurde, erhielt der Deutsche Orden 1209 eine eigene Baronie mit vier Ritterlehen. Im Jahre 1241 setzte der Bruch zwischen Papst Gregor IX. und Kaiser Friedrich II. dem Ausdehnungsversuch der Ballei im Gebiet von Andravida ein Ende. Dies galt auch für die anfänglich gelungene Einverleibung des Jakobshospitals und der Grabeskirche des Fürstenhauses. Eine weitere namhafte Erwerbung gelang erst 1300 mit der Burg Chateau Neuf. Das mit dem Erwerb zugleich ein Einsatz in der Landesverteidigung vorgesehen war erkennen wir nicht zuletzt an der Tatsache, dass der Landkomtur 1320 im Kampf gegen die Griechen fiel1. Der 1236 erstmals erwähnte Landkomtur, der seinen Sitz Mostenitsa hatte, war an den Hochmeisterwahlen beteiligt. Als der Sitz des Hochmeisters jedoch nach Venedig und dann nach Preußen verlegt wurde, geriet die Ballei mehr und mehr ins Abseits und verlor an Bedeutung2. So wurde sie bereits 1293 durch den Landkomtur von Sizilien in Personalunion verwaltet3. Hinzu führte die schrittweise Rückeroberung der Peloponnes durch die Griechen dazu, dass die Besitzungen nun an der Grenze und damit in einem umkämpften Gebiet lagen. Möglicherweise sah man die Ballei als sinkenden Stern, so dass der Orden kaum etwas zur Verteidigung seiner hiesigen Besitzungen tat4. Bereits Hochmeister Heinrich von Plauen (1410-1413) wollte die Ballei an die Republik Venedig verkaufen, welche jedoch kein Interesse zeigte. Spätestens seit 1432 war die Landkommende Mostenitsa verloren und die Ballei beschränkte sich auf die beiden Kommenden Methone und Korone, welche im Gebiet der Venezianer gelegen waren. Wohl spätestens seit dieser Zeit durch den Landkomtur von Lamparten mitverwaltet, beklagte sich 1450 ein Bruder darüber, dass die Ballei durch den Deutschmeister nur mit Brüdern bestückt würde, welche in Deutschland nicht tragbar und auch nicht von Adel seien5. Überhaupt scheint die Randlage der Ballei und ihre damit einhergehende mangelnde Einsicht für den Gesamtorden und seine Leitung schon früh zu einem ungebundenen Leben geführt zu haben. Die Klagen der Visitatoren von 1339 sind nicht zu überhören und warnen vor einem Öffentlich werden diverser Dinge6. Mit dem Verlust von Methone im Jahre 1500 ging die Ballei endgültig unter7.

 

II. Landkomture

Johann Winter von Brunigisheim (?-1337)

Johann von Scherven (1337-?)

Albrecht Paulsdorfer (erw. 1340-v. 1343)

Rudolf Schoppe (1387-1390)

Jakob von Arkel (1393-1402)

 

1 Kurt Forstreuter, Der Deutsche Orden am Mittelmeer, Bad Godesberg 1967, S. 72-73
2 Klaus Militzer Die Geschichte des Deutschen Ordens, Stuttgart 2005, S. 39
3 Kurt Forstreuter, Der Deutsche Orden am Mittelmeer, Bad Godesberg 1967, S. 75
4 Klaus Militzer Die Geschichte des Deutschen Ordens, Stuttgart 2005, S. 39-40
5 Klaus Militzer Die Geschichte des Deutschen Ordens, Stuttgart 2005, S. 177
6 Kurt Forstreuter, Der Deutsche Orden am Mittelmeer, Bad Godesberg 1967, S. 76
7 Klaus Militzer Die Geschichte des Deutschen Ordens, Stuttgart 2005, S. 177