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Ruhegebet

 

Das Ruhegebet, auch Jesusgebet oder Herzensgebet genannt, geht auf die Wüstenväter zurück. Sein Grundgedanke lautet "Betet ohne Unterlass" (1 Thes 5,17).

Es gibt zwei Ausformungen des Ruhegebetes, die jedoch einen gemeinsamen Kern haben. Die Form des Berges Athos ist eine Entwicklung aus der Urform.

1 Urform

2 Berg Athos

 

1.    Urform

Die Urform stammt aus der Wüste und geht auf die Schriften des Johannes Cassianus zurück. Im folgenden sollen Stichworte einführen.

 

1.1    Was ist das Ruhegebet?

→ Anbetung

→ Loslassen - mich loslassen

→ Verlassen - mich verlassen

→ Gebet der Hingabe

→ Tiefe Ruhe führt zur Wandlung.

→ Möchte das Leben in den Augenblick setzen, mich präsent machen.


→ Geburt ist die Entgrenzung des Kindes von der Mutter.
    Tot ist Entgrenzung des Menschen von Mutter Erde.
    Das Ruhegebet will eine Entgrenzung sein (meine Grenzen).
    Das Ruhegebet will eine erste Geburt zum ewigen Leben sein.

 

1.2a    Biblische Gedanken I

"Der Herr sprach zu Abram: Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde." (Gen 12,1)

→ Der Weg geht nach innen.

→ Weg von der Begrenzung.

→ Hin zu mir selbst.

→ Ich bin Ebenbild Gottes.

 

1.2b    Biblische Gedanken II

"Und ich, wenn ich über die Erde erhöht bin, werde ich alle zu mir ziehen." (Joh 12.32)

→ Von Gott geht eine Kraft aus, wie von einem Magneten, der Stecknadeln anzieht. Verhackelung hält fest.

 

1.3    Warum?

→ Ziel: Innere Stille, in die Gott hinein sprechen kann.

→ Inneres Schweigen, auch nicht denken.

→ Das Gebetswort dient als Gefährt in die Tiefe/Versenkung.

→ Dem Gebetswort innerlich freien Lauf lassen.

→ Gedanken, die von selbst kommen, können sein, wir hängen ihnen aber nicht nach. Sie gehen auch wieder von selbst. Dann kehren wir wieder zum Gebetswort zurück.

 

1.4    Einüben

→ Jesus hat sich immer wieder Zeit genommen und in die Stille zurückgezogen.

→ Sich Zeit nehmen und einen festen Ort des Rückzugs suchen.

→ Eine bequeme Körperhaltung einnehmen.

→ Zeiten und Orte ausdehnen. Zum Beispiel während der Autofahrt oder im Bus.

→ Der Komboskini kann dabei Helfen, in einen inneren Gleichklang zu kommen.

 

1.5    Einüben

→ Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner.
     (Kyrie Jesou Christe eleison.)

→ Das Gebetswort entstammt Mk 10,47, in dem der blinde Bartimäus zu Jesus ruft:  Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner!

 

2    Berg Athos

Die zweite Form hat sich auf dem Berg Athos weiter entwickelt.

2.1    Die mündliche Rezitation

Hierbei wird das Gebet ausgesprochen. Erst 3.000, dann 6.000 und schließlich 12.000 mal am Tag. Verwenden kann man hierzu eine Knotenschnur, welche an einen Rosenkranz erinnert. Der Beginn mit einer geringeren Zahl ist jedoch anzuraten. Auch kann man ohne eine feste Zahl beginnen und sich einfach nur bestimmte Zeiten oder Orte (z.B. im Auto) dafür reservieren.

2.2    Inneres Gebet

In diesem Schritt wird die Atmung mit einbezogen. So spricht oder denkt man beim Einatmen "Herr Jesus Christus" und beim Ausatmen "erbarme dich meiner." Mit der Zeit kann man dann damit beginnen, auch den Herzschlag einzubeziehen. Schlag-Herr / Schlag-Jesus / Schlag-Christus / Schlag-erbarme / Schlag-dich / Schlag-meiner.

2.3    Rhytmus von Herzschlag und Atmung

Im letzten Schritt hat sich das Gebet vollkommen verinnerlcht und geschieht gleichsam m Unterbewußtsein.