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Ballei Thüringen

 

 

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Ballei Thüringen
(Quelle: http://www.fnweb.de/region/main-tauber/bad-mergentheim/schulterschluss-mit-der-geschichte-1.1871309 (03.06.2015)Ballei Thüringen (Quelle: http://www.fnweb.de/region/main-tauber/bad-mergentheim/schulterschluss-mit-der-geschichte-1.1871309 (03.06.2015)

 

K O M M E N D E N

 - Adorf

- Altenburg

- Asch

- Erfurt

- Halle

- Saalfeld

- Eger

- Liebstedt

- Mühlhausen (Altstadt)

- Mühlhausen (Neustadt)

- Nägelstedt

- Nennewitz

- Plauen

- Porstendorf

- Reichenbach

- Schleiz

- Tanna

- Vargula

- Weimar

- Zschillen

- Zwätzen


 

I. Geschichte

Ursprünglich etwa 60 Ordensbrüder zählend1, stieg die Ballei bis 1410/11 auf 15 Kommenden mit 104 Ordensbrüdern, von denen 48 Priesterbrüder waren, an2. Zur Wende des 14./15. Jahrhunderts war die Ballei die höchstverschuldete des ganzen Ordens. So versuchte sie ihre Kosten unter anderem durch eine verminderte Aufnahme von Ritterbrüdern in den Griff zu bekommen, was dazu führte, dass um 1400 nur noch etwas über 20% ihrer Mitglieder Ritterbrüder waren3. 1411 waren von den 118 Ordensbrüder die meisten Priester, so wie es auch 1446 war, als die Ballei 95 Priester und sieben Ritterbrüder zahlte. Von diesen Priesterbrüdern lebten übrigens nur 16 auf einem Einzelposten in einer Pfarrei. Stieg die Zahl der Balleimitglieder bis 1451 wieder auf 111 an, so sank sie bis 1503 auf sechs Ritter- und 81 Priesterbrüder4. Bereits 1411 erklärte der Landkomtur er aufgrund der Schulden und Missernten die 118 Ordensbrüder seiner Ballei kaum noch unterhalten könne. So verpfändete der Landkomtur 1429 für 2.000 Florin die Kommenden Liebstedt, Zwätzen, Altenburg und Zschillen an den Deutschmeister. Dieser befürchtete 1431 sogar ein Eingehen der Ballei aufgrund ihrer Schuldenlast5. Im Verlauf der Reformation sequestrierte der Herzog von Sachsen zahlreiche Kommenden, welche oftmals mit Priesterbrüdern als Komturen besetzt waren, welche aus dem Orden ausgetreten und das Haus verlassen hatten. So blieben der Ballei lediglich noch die Kommenden Zwätzen, Liebstedt und Nagelstedt6. Im Jahr 1578 kam es zum Vertrag von Erfurt, der die Konfessionsangelegenheiten der Ballei endgültig regelte und durch den Thüringen zur Bikonfessionellen Ballei wurde7. Bereits im 15. Jahrhundert hatte der Landkomtur, wie auch die Komture von Altenburg, Liebenstedt und Plauen, Sitz und Stimme auf den ernestinischen Landtagen. Hier wurden sie 1498 unter die Pröpste und 1511 unter die Prälaten gerechnet. Der Propst von Zschillen und der Komtur von Nagelstedt, wie auch der Landkomtur, saßen im albertinischen Landtag. Auch hier zur Gruppe der Prälaten zahlend, wurde der Komtur von Nagelstadt hier 1499 sogar als Rat erwähnt8. Zu den zahlreichen Besitzungen des Ordens in der Ballei gehörten nicht nur Weinberge, sondern auch umfangreiche Hopfenberge (Altenburg, Weimar, Nagelstedt, Eger, Liebstedt und Zschillen)9. Nachdem 1586 der letzte Ritterprofesse der Ballei verstorben war, gelangte die Ballei bis 1627 unter die Verwaltung des ernestinischen Sachsen und, nach einem Zwischenspiel des Hauses Sachsen-Weimar, ab 1645 unter die Verwaltung des Hauses Sachsen-Zeitz. Erst 1671 wurde eine Übergabe der Verwaltung an den Deutschen Orden per Vertrag vereinbart und dieser durch die Übergabe der Verwaltung an den Deutschordensritter Christian August von Sachsen-Zeitz, im Jahre 1684, auch umgesetzt10. 1801 zählte die Ballei lediglich noch einen Ordensritter11.

 

II. Landkomture12

Th… (gen. 1235)

Eckhard von Trebsen (1248)

Volkmar von Bernhausen (1260)

Albrecht von Ammendorf (1265)

Hermann von Herbsleben (1266)

Otto vo Reichau (1270)

Albrecht von Ammendorf (1271)

Volkmar von Bernhausen (1272)

Albrecht von Ammendorf (1276)

Burchard von Schwanden (1277-1281)

Albrecht von Ammendorf (1281-1283)

Heinrich von Hochheim (1287-1292)

Helwig von Goldbach (1292-1295)

Gottfried von Vargula gen. Krug (1295-1296)

Gottfried von Korner (1296-1311)

Heinrich von Vargula (1312-1324)

Heinrich von Lowenstein-Romrod (1326-1329)

Eckard Merbeter (1332-1334)

Nikolaus von Freiberg (1335-1339)

Friedrich von Salza (1339-1340)

Konrad von Muhlhausen (1341)

Friedrich von Treffurt (1342)

Heinrich Russer (1344)

Johann von Ponitz (1344)

Friedrich von Treffurt (1345-1360)

Herman von Spangenberg (1361)

Friedrich von Treffurt (1362)

Dietrich von Gebesee (1362-1364)

Marquard Zollner von Rotenstein (1365-1367)

Friedrich Russer (1369-1373)

Friedrich von Lisberg (1377)

Friedrich Russer (1379)

Konrad von Bellersheim (1379)

Friedrich Russer (1382)

Friedrich von Lisberg (1383-1385)

Konrad von Bellersheim (1386)

Albrecht von Witzleben (1392-1420)

Heinrich von Witzleben (1420-1429)

Johann von Venningen (1430)

Konrad von Teutleben (1431-1432)

Eberhard Hoitz (1432-1474)

Konrad von Bellersheim (1476-1479)

Eberhard Gelgen (1480)

Hartmann Somerlate (1482-1499)

Konrad von Uttenrode (1499-1509)

Heinrich von Krawinkel (1510-1515)

Klaus von Uttenrode (1518-1531)

Christoph von Reckrod (1531-1539)

Anton von Harstall (1543-1545)

Hans von Germar (1548-1559)

Wilhelm von Holdinghausen (1559-1568)

Burkhard von Barby und Muhlingen (1571-1586)

Friedrich von Hohenlohe (1586-1590)

Bernhard von Anhalt (1591-1596)

Johann Ernst von Sachsen-Weimar (1597-1626)

Albrecht von Sachsen-Weimar (1627-1644)

Moritz von Sachsen-Zeitz (1645-1681)

Christian August von Sachsen-Zeitz (1688-1725)

Karl vom Stein zu Nordheim (1731-1733; Administrator seit 1728)

Johann Moritz von Bruhl (1733-1755)

Heinrich Moritz von Berlepsch (1755-1809)

 

1 Bernhard Sommerlad, Der Deutsche Orden in Thüringen, Halle 1931, S. 94
2 Marian Biskup, Visitationen im Deutschen Orden im Mittelalter. Teil I, Marburg 2002, S. 66-67
3 Klaus Militzer Die Geschichte des Deutschen Ordens, Stuttgart 2005, S. 136
4 Bernhard Sommerlad, Der Deutsche Orden in Thüringen, Halle 1931, S. 94-95
5 Bernhard Sommerlad, Der Deutsche Orden in Thüringen, Halle 1931, S. 57-59
6 Klaus Militzer Die Geschichte des Deutschen Ordens, Stuttgart 2005, S. 186
7 Bernhard Demel, Die Ballei Thüringen des Deutschen Ordens, in: Friedrich Vogel, Der Deutsche Orden einst und jetzt, Frankfurt 1999, S. 33
8 Bernhard Sommerlad, Der Deutsche Orden in Thüringen, Halle 1931, S. 86
9 Bernhard Sommerlad, Der Deutsche Orden in Thüringen, Halle 1931, S. 125
10 Bernhard Demel, 1190-2010. 820 Jahre Deutscher Orden. Fünf Referate über eine lange Geschichte in Europa., Riedeldruck 2011, S. 89-92
11 Friedrich Taubl, Der Deutsche Orden im Zeitalter Napoleons (Quellen und Studien zur Geschichte desDeutschen Ordens, Bd. 4), Marburg 1966, S. 21
12 Deutschordens-Ballei Thüringen, Bad Mergentheim 1992, S. 14

 

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