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Spiritualitätsbegriffe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Grundlagen und Begriffe der Spiritualität

 

 

Apatheia

Der Begriff stammt aus der Spiritualität der Wüstenväter und sagt soviel wie „Leidenschaftslos“. Gemeint ist aber keine Gleichgültigkeit, sondern vielmehr ein Gemütszustand der „Gleichmütigkeit“. Er geht davon aus, dass die Leidenschaften – egal in welche Richtung – den Menschen immer wieder aus seiner Bahn werfen, ihm Leiden schaffen und somit seinen Weg zu Gott behindern.

 

Armut

Armut ist kein Selbstzweck und auch kein blinder Verzicht, sondern vielmehr eine innere Haltung. Alles was ich habe ist mir zur Verfügung gestellt und kann mir jederzeit wieder genommen werden. Auf nichts gibt es einen Anspruch. Dies zeigt bereits auf, dass die Armut eng an die Apatheia gebunden ist. Entsprechend müsste ein „Verlust“ auch eher zur Dankbarkeit führen, denn ich habe dieses oder jenes ja über eine gewisse Zeit genießen dürfen. Armut kann sich also auf Güter, Menschen, Tätigkeiten und vieles mehr beziehen.

 

Berufung

Die Frage ist immer, wozu Gott MICH gerufen hat und was er von mir will. Man kann auch die Frage nach der Selbstverwirklichung stellen, die Frage nach dem, wer ich denn wirklich bin. Nicht was andere von mir wollen oder erwarten, sondern was Gott von mir will und erwartet – als sein Ebenbild. Es ist also die Frage nach einem Bild Gottes in dieser Welt, Gott in dieser Welt erfahrbar werden zu lassen, Gott in dieser Welt seinen Raum geben. Die sich zunehmend erschließende Antwort finden wir nur im „Inneren Schweigen“ und der Gewissenserforschung.

 

Fasten

Das Fasten ist kein Selbstzweck, sondern ein Mittel. Schon die Wüstenväter wussten darum, dass jeder Besitz zu einem Wunsch nach mehr Besitz führt. Dies gilt nicht nur für Macht oder Geld, sondern in modifizierter Form auch für Essen, Kleidung und Zerstreuungen. Entsprechend lenken diese Dinge die Gedanken des Menschen. Da diese aber eine möglichst große Freiheit besitzen sollen, muss deren Grundlage gering bleiben. Ponticus bringt das Beispiel, dass ein hungernder Mensch mit Brot gesättigt wird. Ein satter Mensch hingegen wird über die Verfeinerung von Speisen und Leckerbissen nachsinnen. Eine vielfalt von Gedanken, welche einem hungernden Menschen überhaupt nicht kommen. Auch ist das Fasten keine Frage von Tagen oder Wochen, sondern der Beständigkeit.

 

Gedanken

Alles Übel beginnt im Kopf. Hier mache ich mir meine Gedanken, lasse meine Phantasie spielen und male alles noch weiter aus. Die Wüstenväter warnen davor, den Gedanken ihren freien Lauf zu lassen. Wer die Gedanken nicht kontrolliert, gewissen Phantasien nicht bei Zeiten einen Riegel vorschiebt, den werden diese immer weiter mit sich reisen und vom Ziel trennen. Die Kunst ist es, negativen Gedanken und Empfindungen nicht weiter nachzuhängen. Denn aus Gedanken werden Wort und aus Worten werden Werke/Taten.

 

 

Gewissenserforschung

Traditionell wird die Gewissenserforschung an zwei Zeiten des Tages gehalten. Etwa in der Mitte und am Ende. Die Mitte des Tages gibt einem hierbei noch einmal die Möglichkeit etwas am Verlauf des angebrochenen Tages zu ändern. Am Ende des Tages aber die Möglichkeit zu einem guten Vorsatz für den kommenden Tag.

 

Die Gewissenserforschung sollte mit dem Schuldbekenntnis verbunden sein. Dieses führt einem nämlich immer wieder vor Augen worum es geht. Nämlich um mich, mein Denken, Reden und Handeln gegenüber Gott und dem Nächsten. Die Frage ist hierbei nicht, was sich um mich herum ändern soll, sondern wo ich an mir und meinem Lebensvollzug etwas ändern muss, damit ich meinem Ziel näher komme. Ein Beispiel: Ein Arbeitskollege bringt mich jedes mal auf die Palme. Was muss ich tun, damit dieses nicht mehr geschieht. Vielleicht sind es auch ganz praktische Dinge, wie z. B. der Person aus dem Weg gehen. Jedoch nicht aufgrund seiner Bösartigkeit, sondern aufgrund meines Mangels mit ihm umzugehen.

 

Gleichmütigkeit = Apatheia

 

Jesusgebet / Herzensgebet / Immerwährendes Gebet

Diese Gebets-/Meditationsform entstammt der Ostkirche und soll in die beständige Gegenwart Gottes führen. "Betet ohne Unterlass" (1 Thes 5,17) ist der Grundgedanke dieses Gebetes, welches lediglich aus dem Satz "Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner" besteht.

Seine Einübung geschieht über eine lange Zeit und in drei Schritten, welche ineinander übergehen.

1. Die mündliche Rezitation

Hierbei wird das Gebet ausgesprochen. Erst 3.000, dann 6.000 und schließlich 12.000 mal am Tag. Verwenden kann man hierzu eine Knotenschnur, welche an einen Rosenkranz erinnert. Der Beginn mit einer geringeren Zahl ist jedoch anzuraten. Auch kann man ohne eine feste Zahl beginnen und sich einfach nur bestimmte Zeiten oder Orte (z.B. im Auto) dafür reservieren.

2. Inneres Gebet

In diesem Schritt wird die Atmung mit einbezogen. So spricht oder denkt man beim Einatmen "Herr Jesus Christus" und beim Ausatmen "erbarme dich meiner." Mit der Zeit kann man dann damit beginnen, auch den Herzschlag einzubeziehen. Schlag-Herr / Schlag-Jesus / Schlag-Christus / Schlag-erbarme / Schlag-dich / Schlag-meiner.

3. Rhytmus von Herzschlag und Atmung

Im letzten Schritt hat sich das Gebet vollkommen verinnerlcht und geschieht gleichsam m Unterbewußtsein.

 

Schweigen, Äußeres

Das „Äußere Schweigen“ beinhaltet nicht nur den eigenen Mund zu halten, sondern sich auch von jedem Lärm, jeder Geschäftigkeit und jeder Ablenkung abzusondern. Die Wüstenväter wählten hierfür die Einsamkeit in der Wüste und auch heute ist es noch so, dass zur Förderung des eigenen geistlichen Lebens immer wieder Zeiten und Orte der Einsamkeit gesucht werden. In dieser Einsamkeit soll sich der Christ ganz auf Gott ausrichten und durch nichts abgelenkt werden. Dieses „Äußere Schweigen“ soll auch außerhalb der Wüste gewahrt bleiben. So sagt Basilius in der Regel, dass kein unnötiges Wort gesprochen werden soll. Dieses kann nicht nur einen selbst vom Eigentlichen ablenken, sondern vor allem auch den Anderen. Denn ein unbedachtes Wort kann jede innere Ruhe aufwühlen. Das „Äußere Schweigen“ soll den Menschen zum „Inneren Schweigen“ führen.

 

Schweigen, Inneres

Gott spricht in der Stille, so lesen und hören wir immer wieder. Wenn Gott also in uns sprechen soll, dann bedarf es nicht nur eines äußeren Schweigens, sondern vor allem auch eines inneren Schweigens. Denn nur wenn das Innere des Menschen im Schweigen liegt, sich in seinen Gedanken nicht um dieses oder jenes bewegt, ist für Gott der Raum des Sprechens bereitet.

 

Dieses Schweigen ist nur wenigen gegeben, kann aber eingeübt werden und bedarf einer oft langen und mühseligen Erarbeitung. So gilt es zu lernen, den Kopf von allen Gedanken frei und leer zu bekommen. Hierzu bietet es sich an, einen Ort ohne Ablenkung aufzusuchen, also möglichst ohne Geräusche oder Bilder. Nun kann man sich einen Wecker stellen und diesen außerhalb des Sichtfeldes aufstellen. Dieser schellt dann, wenn die Zeit des Einübens vorbei ist. Bevor man jedoch mit der Übung beginnt, nimmt man eine Stellung ein, in welcher man möglichst lange und möglichst bequem verharren kann. Es werden vor allem die Gedanken kommen, was man denn noch eben erledigen sollte oder man beginnt damit, sich selber einen frommen Vortrag zu halten. Weg damit! Der Kopf soll leer werden, nichts denken!!! Mit der Zeit wird e gelingen und man kann den Wecker von 5 auf 6 Minuten... stellen.