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Lateinische Patriarchen

Bis heute gibt es nicht nur in den Ostkirchen Patriarchen, sondern auch in der Römisch-Katholischen Kirche. Hierbei handelt es sich jedoch um reine Ehrentitel, die jedoch nicht ohne Geschichte sind.

 

1.    Gegenwärtige Lateinische Patriarchen

- Jerusalem

Das Patriarchat von Jerusalem hat seinen Ursprung in den Kreuzfahrerstaaten. Nach deren Untergang blieb das Patriarchat als Titularpatriarchat bestehen und hatte seit 1374 seinen Sitz in Rom an der Kirche San Lorenzo fuori le mura. 1847 konnte das Patriarchat faktisch als exemtes Bistum erneut errichtet werden.

 

- Venedig

Im Jahre 1156 übersiedelte der Patriarch von Grado nach Venedig. Diesem wurde im Jahre 1451 das Bistum Castello einverleibt, aus welchem das heutige Patriarchat von Venedig wurde.

 

- Lissabon

Im Jahre 1716 erhielt der Erzbischof von Lissabon den Titel eines Patriarchen.

 

2.    Historische Lateinische Patriarchen

- Antiochia

Im Jahre 1100 entstanden, wurde es zumeist durch einen "Orthodoxen" besetzt. Seit 1268 ohne Diözese und nur noch ein Titularpatriarchat, wurde es 1964 aufgehoben.

 

- Konstantinopel

Im Jahre 1204, im Zuge der Kreuzzüge entstanden, bestand es seit 1261 nur noch dem Namen nach und wurde 1314 mit dem Bistum Negroponte vereinigt. Kurz darauf wurde der Sitz des Patriarchen der Petersdom in Rom. Seit 1948 nicht mehr besetzt, wurde das "Titularpatriarchat" 1964 aufgehoben.

 

- Alexandria

Im Jahre 1215 durch Papst Innozenz III. als Titularpatriarchat errichtet, war sein Sitz die in Rom gelegene Kirche St. Paul vor den Mauern. Seit 1954 nicht mehr besetzt, wurde es 1964 aufgehoben.

 

- Aquileja

Seit dem Jahr 567 führten die Bischöfe von Aquileja den Titel eines Patriarchen, was auf die Wirren der Völkerwanderung zurückgeführt werden kann. Es kam jedoch auch zu einer offiziellen Trennung von Rom. Als der Patriarch nach Grado geflüchtet war und sich 606/607 mit Rom vereinigte schloss sich das Domkapitel in Aquileja nicht an und wählte einen neuen Patriarchen. Die zukünftigen Patriarchen residierten zunächst in Cormons, bevor sie 737 nach Cividale del Friuli und ab 1238 nach Udine übersiedelten. Seit 1077 mit den Grafenrechten im Friault ausgestattet, wurde dieses 1420 von Venedig erobert. 1544 kam es dan zu Österreich, dass den Patriarchen nach Udine verlegte, 1575 einen Erzdiakon für die Visitationen in Udine einsetzte und 1628 endgültig die Anerkennung des Patriarchen verbot. 1751 wurde das Patriarchat endgültig aufgehoben.

 

- Grado

Nachdem der Patriarch von Aquileja nach Grado geflüchtet war, unterstellte er sich 606/607 wieder dem Papst in Rom. Da das Domkapitel einen neuen Patriarchen gewählt hatte, blieb ein Lateinisches Patriarchat in Grado bestehen. Der Patriarch übersiedelte 1156 nach Venedig, so dass dieses zum Patriarchat Venedig wurde.

 

- Udine

siehe Aquileja

 

3.    Geplante Patriarchate

- Patriarchat des Nordens

Mit der Missionierung Nordeuropas kam der Gedanke eines "Patriarchates des Nordens" auf. Um 1046 entfachte um dieses ein Streit zwischen dem Erzbischof von Bremen-Hamburg und dem Erzbischof von Köln, der dieses immer noch als seinen Suffragan ansah. Letztlich kam es nicht zur Errichtung eines Patriarchates, da der Erzbischof von Köln seine Rechte als "Primas" gegenüber dem Bistum Bremen-Hamburg durchsetzen konnte.