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Deutschordens Ritus

 

 

 

Anfänge

Gallikanische Liturgie

Deutschordensritus

Stundengebet

Römische Liturgie

 

 

- DO-Liturgie in Preußen

- Liturgische Handschriften im Ordensland

- Süddeutsches DO-Graduale

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Anfänge in der Liturgie der Kanoniker vom heiligen Grab

Ursprünglich wurde im Deutschen Orden die Liturgie der Kanoniker vom Heiligen Grab gefeiert. Dieser wurde von allen im Heiligen Land begründeten Orden übernommen und war so auch bei den Templern, Johannitern oder Karmelitern zu finden. Er hatte einen eigenen Kalender, welchen der Deutsche Orden an seine Begebenheiten anpasste und auch in späteren Zeiten fortführte. Die Messliturgie war in ihrer Grundform dem Gallikanischen Ritus entlehnt, jedoch umfangreicher und feierlicher gestaltet und besaß verschiedene Anlehnungen an die Ostliturgie. Dieser war nicht zuletzt die besondere Form der Stationsgottesdienste entlehnt.

 

Aufbau der Gallikanischen Messliturgie

  • Bereitung der Gaben
  • Introitus
  • Ajus (agios)  in Griechisch und Latein gesungen
  • Hymnus der drei Jünglinge
  • Dreifaches Kyrie
  • Benediktus
  • Tagesgebet
  • Lesung aus dem Alten Testament
  • Lesung aus dem Neuen Testament oder Biographie des Tagesheiligen
  • Benedicite und Ajus (agios) in Latein
  • Evangelium
  • Predigt
  • Entlassung der Katechumenen
  • Bitten
  • Einzug der Gaben und Offertoriumsgesang
  • Friedenskuss
  • Sursum Corda, Präfation, Sanctus und Post-Sanctus
  • Römisches Hochgebet (In Frankreich und Spanien verschiedene Elemente in der Anaphora.)
  • Brotbrechung in neun Teile, von denen sieben zu einem Kreuz gelegt werden)
  • Vaterunser
  • Segnung der Gläubigen
  • Kommunion
  • Post-Kommunion Gebet

 

Deutschordensritus

Am 9. Februar 1244 genehmigte der Papst dem Deutschen Orden die Liturgie der Dominikaner zu übernehmen. Hierbei handelte es sich noch um die Form des hl. Dominikus selbst. Während man den Ritus im Chorgebet unverändert übernahm, gab es in der Messfeier Anpassungen an die eigenen Bedürfnisse.

 

Warum dieser Ritus übernommen wurde ist letztlich nicht wirklich klar, hatte sicherlich auch etwas mit den kulturellen Unterschiedlichkeiten und Bedürfnissen zwischen der Levante und Europa zutun. Warum man auf die Liturgie der Dominikaner zurück gegriffen hat ist ebenso unklar, doch gab es zu dieser Zeit eine enge Zusammenarbeit dieser beiden Orden in Preußen.

 

Wie die Liturgie der Kanoniker vom Heiligen Grab, so hat auch die Liturgie der Dominikaner eine Wurzel im Gallikanischen Ritus, jedoch auch im Römischen Ritus. Nicht übernommen hat der Deutsche Orden jedoch den Liturgischen Kalender der Dominikaner, sondern seinen überlieferten beibehalten. Auffallend ist die Tatsache, dass in der Liturgie des Deutschen Ordens der Kelch erst im Verlauf des Offertoriums bereitet wurde. Dieses war bei vielen Orden und auch Diözesen, z. B. im Kölner Ritus, unüblich. Hier geschah dies bereits nach der Epistel. Faktisch ist der Ritus des Deutschen Ordens sehr nahe am Römischen Ritus und weicht von diesem lediglich durch einige Texte und Symbolhandlungen ab. So gab es z. B. beim "Per ipsum" keine Erhebung, sondern die gallikanische Form. Eine Besonderheit war ein wechselndes Stillgebet nach dem Gabengebet.

 

In den Notula Dominorum Teutonicorum, die Papst Alexander IV. 1257 bestätigte, kam es immer wieder zu einer Anpassung der jeweiligen Erfordernisse. So hieß es ursprünglich zum Chorgebet, dass dieses nach Noten gesungen werden solle. Hiervon konnte der Komtur des Hauses jedoch dispensieren und es sprechen lassen, wenn die Not es geböte. Ab 1292 musste es in allen Häusern gesungen werden, in denen es wenigstens ein Priester und ein Schüler lebten. Gleichzeitig wurde festgelegt, dass sich in der hl. Messe auch alle Laien zum Agnus Dei erheben sollen.

 

Aufbau der Messliturgie des Ritus des Deutschen Ordens

  • Confiteor / Stufengebet
  • Kyrie
  • Gloria (Eigenes Gloria für Marienfeste.)
  • Tagesgebet
  • Epistel
  • Gradualpsalm
  • Evangelium
  • Credo
  • Bereitung und Darbringung der Gaben
  • Händewaschung
  • Gabengebet
  • Präfation
  • Wandlung und Hochgebet (Im DO mit Gebet für den König.)
  • Per ipsum (Ohne Erhebung, Kreuze mit der Hostie über und vor dem Kelch.)
  • Kommunion
  • Purifikation
  • Schlussgebet
  • Segen
  • Schlussevangelium
  • Salve Regina

- Liturgischer Kalender des Deutschen Ordens

- Link zum Messbuch des Deutschen Ordens von 1499

- Link zum Messbuch des Deutschen Ordens von 1519

- Messordo des Deutschen Ordens

- Dominikaner Ritus

 

Chorgebet im Deutschen Orden

Auch wenn das Chorgebet weitgehend dem Ritus der Dominikaner folgt, so gibt es doch verschiedene Eigentümlichkeiten. Diese beginnen bereits mit dem Gebrauch eines eigenen liturgischen Kalenders.

 

1.) Matutin (Je nach Tag/Fest eine, zwei oder drei Nocturnen)Nocturnale des Deutschen Ordens von 1488.Nocturnale des Deutschen Ordens von 1488.

- Eröffnung

- Invitatoriumspsalm mit Antiphon

- Hymnus

- Nocturn

   - 3 Psalmen mit Antiphon

   - Versikel

   - Vaterunser (in Stille)

   - 1. Lesung

   - Responsorium

   - 2. Lesung

   - Responsorium (nach der letzten Lesung das "Te Deum")

- Salve Regina

 

2.) Laudes

- Eröffnung (V: O Gott, erhöre mein Gebet. / A: Und lass mein Rufen zu dir kommen.)

- 5 Psalmen mit Antiphon

- Kurzlesung

- Hymnus

- Versikel

- Benediktus mit Antiphon

- Bitten (Preces) und Schlussgebet

- Abschluss und Totengedenken (V: Laßt uns preisen den Herrn. / A: Dank sei Gott. / V: Die Seelen der Verstorbenen mögen durch die Barmherzigkeit Gottes ruhen in Frieden. / A: Amen.)

- Salve Regina

 

3.) Prim, Terz, Sext, Non

- Credo

- Hymnus

- 3 Psalmen mit einer Antiphon

- Kurzlesung

- Responsorium

- Versikel

- (Im Jahreskreis stilles Vaterunser)

- Schlussgebet

- Abschluss

- Salve Regia

 

4.) Vesper

Wie die Laudes. Statt des Benediktus wird das Magnifikat gebetet.

 

5.) Komplet (Täglich gleich.)

- Credo

- Lesung 1 Petr 5

- Gewissenserforschung und Schuldbekenntnis

- Vergebungsbitte

- 3 Psalmen mit Antiphon

- Kurzlesung

- Responsorium

- Hymnus

- Canticum mit Antiphon

- Schlussgebet

- Abschluss

- Marianische Antiphon mit Oration

 Breviarium der Deutschordenspriester.Breviarium der Deutschordenspriester.

- Breviarium Dominorum Teutonicorum (1492)

- Breviarium Dominorum Teutonicorum (1500)

 

Römische Liturgie

Im Jahre 1624 wechselte der Deutsche Orden erneut die Liturgie/den Ritus und übernahm nun den römischen Ritus. Hierfür gibt es sicherlich viele Gründe. Abgesehen von einer "Entfremdung" von den Dominikanern, griff der Orden stark auf den Dienst von Weltpriestern zurück. Auch waren viele der Priesterbrüder bereits vor ihrem Ordenseintritt zu Priestern geweiht worden und haben vielleicht keinen Wechsel der Liturgie vollzogen. Da es auch kein gemeinsames Chorgebet mehr gab, wurde zudem das allgemeine Brevier der Usus.